Fußball : Schlusspfiff als Schiedsrichter

Schluss als Schiedsrichter:  Michael Lübke (Mitte), hier zusammen Frank Hübner (l.) und Volker Lüdeking aus Güstrow, hängt die Pfeife an den Nagel und wimdet sich anderen Aufgaben beim TSV Bützow.
Schluss als Schiedsrichter: Michael Lübke (Mitte), hier zusammen Frank Hübner (l.) und Volker Lüdeking aus Güstrow, hängt die Pfeife an den Nagel und wimdet sich anderen Aufgaben beim TSV Bützow.

Michael Lübke aus Bützow hängt die Pfeife nach 27 Jahren an den Nagel

von
12. Juni 2019, 05:00 Uhr

Wenn man im Fußball seine Laufbahn beendet, hängt man sprichwörtlich die Schuhe an den Nagel. Im übertragenen Sinne trifft das auch auf Michael Lübke zu – allerdings hat der 55-Jährige nicht aufgehört zu kicken, sondern zu pfeifen. Nach rund 27 Jahren leitete der Schiedsrichter sein letztes Spiel als Schiedsrichter. Im schönen Ostseebad Warnemünde erlebte er gleichzeitig einen Aufstieg mit, denn der heimische SVW machte im Heimduell gegen den PSV Wismar die Verbandsliga-Rückkehr perfekt. Beim 7:0-Erfolg der Heimelf hatte Lübke wie gewohnt keine Probleme, das Spiel über die Bühne zu kriegen und wurde von den Gastgebern sogar noch mit einem kleinen Abschiedsgeschenk überrascht. „Das fand ich nett“, sagt der Bützower.

Für ihn war es natürlich kein Spiel wie jedes andere, denn im Bewusstsein, dass es die letzten 90 Minuten als Schiedsrichter werden, hatte Lübke ein „Gänsehaut-Gefühl.“ Dabei hat er in seiner Zeit als Unparteiischer schon einiges miterlebt. Zu seinen absoluten Höhepunkten zählt er das letzte Spiel im altehrwürdigen Magdeburger Ernst-Grube-Stadion vor über 5000 Zuschauern oder das Landespokal-Finale zwischen dem 1. FC Neubrandenburg und Sievershäger SV, das von 2000 Zuschauern verfolgt wurde. Das ist aber nur ein kleiner Auszug von dem, was bei Michael Lübke einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat und im Gedächtnis hängen geblieben ist.


Im ersten Spiel drei Elfmeter gegeben

Angefangen hat alles im Jahr 1992. „Ich bin eigentlich auf kuriose Weise Schiedsrichter geworden. Wir haben damals in einer Gaststätte in Satow zusammen gesessen. Dort wurden uns dann kurz die Regeln erklärt, ganz anders als heute“, erinnert sich Lübke, der damals noch für den SV Klein Belitz aktiv war. Da der Verein einen Mann an der Pfeife benötigte, ließ sich Lübke darauf ein. Vergessen hat er auch sein erstes Spiel als Unparteiischer nicht. Im Spiel SV Blau-Weiß Schlemmin gegen Satow (5:3) zeigte Lübke drei Mal auf den Elfmeterpunkt. Es folgten ganz viele weitere Duelle. „Ich habe meine Spiele nie gezählt, so akribisch war ich leider nicht. Ich schätze aber, dass es so 30 bis 40 Spiele pro Saison waren, wenn es hoch kam sogar 60. Manchmal war ich drei Mal am Wochenende im Einsatz, auch im Nachwuchs“, erklärt Michael Lübke. Sein Weg führte über zwei Jahre im Kreis von Jahr zu Jahr immer höher – bis in die Verbandsliga. Als Schiedsrichter-Assistent stand er aber auch in der Oberliga an der Seitenlinie.

Das Lebensalter jedoch führte ihn in den vergangenen Jahren wieder zurück in die Landesliga – mit 55 wollen es die Statuten so, dass auch dort Schluss ist. Und für Lübke war schon immer klar, dass es auf diesem Niveau Schluss sein soll. Insofern war das Ende schon lange Zeit abzusehen. „Ich möchte die Zeit nicht missen, ich habe sie genossen, es hat mir Spaß gemacht. Ich bin überwiegend mit den Spielern gut zurecht gekommen“, blickt Lübke zurück, der als Schiedsrichter gerne das körperbetonte Spiel zuließ und keineswegs kleinlich pfiff.

Auch wenn jetzt Schluss ist, geht Lübke dem Fußball nicht verloren. Er wird weiterhin für die Ü40 des TSV Bützow am Ball bleiben und zudem eine Tätigkeit rund um die Verbandsliga-Herren aufnehmen. „Das ist aber kein Zwang, immer nur so, wie ich Zeit habe“, erklärt Lübke, der nun seinen Sohn Tony (Spieler der ersten Männermannschaft – Anm. d. Red.) wieder des Öfteren zu Gesicht bekommt.

Neben dem Fußball hat der hauptberufliche Bewährungshelfer aber noch eine weitere Leidenschaft – die Musik. Als DJ ist er ein gefragter Mann und an vielen Wochenenden im Jahr gebucht. Ausgelastet ist Michael Lübke also auch weiterhin – egal ob auf oder abseits des Fußballplatzes.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen