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Lokaler Sport Bützower Zeitung

12. Dezember 2017 | 17:01 Uhr

Handball : Regel-Reform im Handball

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Mannschaften aus der Region müssen sich in der neuen Saison auf vier Veränderungen im Regelwerk einstellen

von
erstellt am 27.Jul.2016 | 05:00 Uhr

Die Handballer aus der Region sowie die Handballinteressierten müssen sich in der kommenden Saison auf einige Änderungen einstellen. Das betrifft vor allem das Regelwerk. Vier Änderungen treffen seit Juli 2016 für die Liga ab der Ostsee-Spree-Liga abwärts zu, somit auch für die MV-Liga, Verbandsliga und Bezirksliga.


Die blaue Karte


Große Aufmerksamkeit im Vorfeld bekam die neu geschaffene „Blaue Karte“, die wie alle anderen Regeländerungen 2015 bei den Junioren- und Jugendweltmeisterschaften in Brasilien und Russland getestet wurde. Hintergrund der neuen Farbe: Begeht ein Spieler eine Unsportlichkeit, die eine Disqualifikation mit Bericht und damit eine automatische Sperre nach sich zieht, zeigen die Unparteiischen nach der Roten Karte noch die Blaue Karte. So soll Teams und Zuschauern angezeigt werden, dass ein Bericht geschrieben wird.


Die letzten 30 Sekunden


In Deutschland bereits gut bekannt, ist die Regeländerung zur letzten Minute, die in der vergangenen Saison bereits in den Bundesligen getestet wurde. Begeht ein Abwehrspieler in den letzten 30 Sekunden eine grobe Regelwidrigkeit oder unterbindet regelwidrig eine Wurfausführung (Anwurf, Abwurf, Freiwurf, Einwurf), erhält er nun eine Rote Karte ohne Bericht – und die andere Mannschaft automatisch einen Siebenmeter. Damit soll ein bewusst unsportliches Verhalten verhindert und die genommene Chance wiederhergestellt werden. „Diese Regel ist eine sehr, sehr gerechte Lösung, weil sie auf das unmittelbare Spielergebnis Einfluss hat“, zeigt sich DHB-Schiedsrichterlehrwart Jürgen Rieber zufrieden mit der Neuerung.


Das passive Spiel


Auch der ewige Streitfall „passives Spiel“ soll in Zukunft vereinfacht werden – mit der Sechs-Pass-Regel. Nach Anzeigen des Warnzeichens muss die Mannschaft den Angriff nach sechs Pässen abschließen, sonst wird auf Zeitspiel entschieden. Ausnahme: Bei einem Freiwurf oder Einwurf nach dem sechsten Pass ist der angreifenden Mannschaft noch ein weiterer Pass erlaubt. Für das Zählen der Pässe sind die Unparteiischen verantwortlich; es ist eine Tatsachenentscheidung und somit kein Grund für einen Protest. Um ein sauberes Zählen zu ermöglichen, hat sich der DHB folgende Regelung überlegt. „Wir werden lehren, dass ein Spieler den Ball definiert in der Hand haben sollte, wenn der Schiedsrichter den Arm hebt“, erläutert Rieber. Wichtig: Die bisherigen Bestimmungen zum passiven Spiel bleiben bestehen! So können die Schiedsrichter natürlich auch weiterhin früher auf passives Spiel entscheiden, wenn die angreifende Mannschaft ohne Druck agiert und bei angezeigtem Vorwarnzeichen beispielsweise einen Pass zur
Mittellinie zurückspielt oder auf der Stelle prellt.


Der siebte Feldspieler


Die vierte und letzte Regeländerung betrifft den zusätzlichen Feldspieler. Wird der Torwart für den siebten Feldspieler herausgenommen, muss dieser nicht mehr zwingend mit einem Leibchen gekennzeichnet sein. Ist er das nicht, darf jedoch kein Feldspieler den Torraum betreten, der Torwart muss erst wieder eingewechselt werden. Betritt trotzdem ein
Feldspieler den Torraum und wehrt den Ball ab, ist auf Siebenmeter und progressive Bestrafung zu entscheiden, da es sich um eine Unsportlichkeit handelt. Da der Einsatz eines zusätzlichen Feldspielers in Zukunft ohne Leibchen möglich ist, lassen sich die logistischen Probleme (ein Leibchen fehlt, ist an der Bank nicht sofort greifbar, das schnelle Umziehen wird durch verschwitzte Trikots erschwert usw.) verhindern. Die alte Lösung – der Einsatz eines Feldspielers als „Ersatztorwart“ mit Leibchen – ist jedoch weiterhin anwendbar. Eine Mannschaft kann während des Spieles
beide Varianten anwenden – also mal einen Spieler mit Leibchen ins Spiel bringen und mal auf das Leibchen verzichten.

Bis zum Saisonstart am 17./18. September ist es allerdings noch eine Weile hin. Die Bützower und Schwaaner Handball-Männer haben das Training aber schon aufgenommen und bereiten sich auf die neue Spielzeit vor. Der SSV ist dann nach wie vor in der MV-Liga aktiv und trifft dort zum Auftakt auf die SG Greifswald/Loitz (Absteiger aus der Ostsee-Spree-Liga), während der TSV nun freiwillig in der Verbandsliga an den Start geht (SVZ berichtete) und am ersten Spieltag beim Plauer SV gastiert (Sonntag, 18. September).

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