Handball : Nach dem Derby ist vor dem Derby

Florian Polkehn (am Ball) probiert es mit Links. TSV-Akteur Henning Zisler versucht, den Schwaaner am Wurf zu hindern.  Fotos: Manfred Schulz (2)
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Florian Polkehn (am Ball) probiert es mit Links. TSV-Akteur Henning Zisler versucht, den Schwaaner am Wurf zu hindern. Fotos: Manfred Schulz (2)

Handball-Landespokal: Verbandsligist TSV Bützow schmeißt im Achtelfinale den Schwaaner SV (MV-Liga) raus und trifft nun auf Güstrow

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08. Januar 2018, 05:00 Uhr

Handball-Verbandsligist TSV Bützow sorgte im Achtelfinale des Landespokals zumindest für eine kleine Überraschung und schmiss den klassenhöheren Lokalrivalen Schwaaner SV (MV-Liga) aus dem Wettbewerb. Dieses Derby hatte es wirklich in sich, denn zwischenzeitlich sah es so aus, dass sich die Schwaaner durchsetzen werden, doch dann folgte eine Wiederauferstehung des TSV, mit der wohl kaum noch einer der über 250 Zuschauer in der Wilhelm-Schröder-Sporthalle gerechnet hat. „Wir sind selber noch ratlos, wie das passieren konnte“, kann sich René Burghardt vom Schwaaner Trainer-Team den Einbruch seiner Mannschaft im zweiten Durchgang nicht erklären. „Wenn wir gewusst hätten, woran es liegt, hätten wir eingegriffen“, ergänzt er. 40 Minuten gab es auf Seiten der Schwaaner überhaupt keinen Grund zur Beunruhigung. Nach ausgeglichenem Beginn rissen sie Ende der ersten Halbzeit das Ruder an sich und gingen mit einer 15:12-Führung in die Pause.

Diese wuchs zu Beginn der zweiten Hälfte sogar auf 18:12 an. Nichts deutete darauf hin, dass die Bützower sich von diesem Rückstand noch erholen können. Doch eine Auszeit bewirkte Wunder. „Ich habe umgestellt. Wir brauchten jemanden in der Mitte, der das Eins-gegen-Eins sucht und Leute bindet. Jan (Jan Dethloff – Anm. d. Red.) war dafür genau der richtige Mann“, sagt Oliver Maegdefessel, der nach seinem Kreuzbandriss außer Gefecht ist und diesmal auf der Trainerposition Verantwortung übernahm. Dafür half Spielertrainer Thomas Necker auf dem Feld aus. Auch mit ihm kam die Wende. Der TSV kam aus dieser Auszeit wie verwandelt zurück und minimierte den Rückstand von Minute zu Minute. Selbst eine Rote Karte gegen Denny Pahl brachte ihn nicht aus dem Konzept. „Bützow war auf einmal gut eingestellt, wir hatten dagegen überhaupt keine Mittel mehr. Ich vermute, dass es eine Kopfsache bei uns war“, sagt René Burghardt. Oliver Maegdefessel gibt ihm da Recht. „Man hat gemerkt, dass bei den Schwaanern die Köpfe immer mehr runtergingen, je dichter wir gekommen sind. Wir haben uns in einen Rausch gespielt, auf einmal hat alles geklappt.“ Grundlage dafür war auch ein Torhütertausch. Als Daniel Stammann zwischen die Pfosten rückte und dem SSV mit zahlreichen Paraden den Zahn zog, ging ein Ruck durch die TSV-Truppe. „Was Stammi gehalten hat, geht auf keine Kuhhaut. Das war richtig stark“, lobt Oliver Magedefessel. Auf der Zielgeraden übernahm der TSV schließlich die Führung und gab diese auch nicht mehr her. Während nach dem 26:23 die Bützower gebührend gefeiert wurden, gab es bei den Schwaanern nur noch lange Gesichter. „Wie wir das Spiel verloren haben, muss unbedingt analysiert werden. Vielleicht war es auch ein Denkzettel zur richtigen Zeit“, sagt Burghardt. Dem TSV wird dieser Sieg auch für die Verbandsliga Auftrieb geben. „Es war für uns natürlich ein Gradmesser. Unser bekanntes Ziel ist ja der Aufstieg“, sagt Maegdefessel.

Im Viertelfinale trifft der TSV Bützow nun auf die Männer vom Güstrower HV. Nach dem Derby ist also vor dem Derby. Der TSV kann sich mit einem Auswärtssieg für das Final-Four qualifizieren, welches am ersten Aprilwochenende in der Güstrower Sport- und Kongresshalle stattfindet.

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