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Bahnsport : Mit dem Speedwayfieber infiziert

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Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Hans Jührend aus Bützow ist dem Bahnsport seit 55 Jahren treu und reist in diesem Jahr zum 50. Mal in Folge nach Pardubice (Tschechien)

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erstellt am 09.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Wenn in diesem Jahr vom 16. bis 19. September das 68. Goldhelmrennen von Tschechien und die Junioren-WM (Finale 2) in Pardubice stattfindet, ist auch Hans Jührend wieder dabei – und zwar zum 50. Mal in Folge. Der Bützower ist leidenschaftlicher Speedwayfan und reist schon seit vielen Jahrzehnten für den Bahnsport durch Europa. Inzwischen war er u.a. schon in Schweden, Polen, Ungarn und den Niederlanden. Die heimischen Stadionbesuche in Güstrow, Teterow, Neubrandenburg, Rostock und Stralsund verstehen sich von selbst.

Obwohl er selbst nur für kurze Zeit selber auf das Motorrad stieg, ist er seit knapp 55 Jahren mit dem Speedwayfieber infiziert. „Anfang der 1960er Jahre bin ich zu meinem Hobby gekommen. Fred Suhrbier, Mitbegründer des Speedwaysports, habe ich in Güstrow kennengelernt. Der hatte dazu aufgerufen, Aufbaustunden für die neue Speedwaybahn in der Goldbergerstraße zu leisten. Daran habe ich mich sofort beteiligt. Ich habe Kabelgraben ausgeschachtet“, erinnert sich Hans Jührend zurück. Damals war er junge 15 Jahre alt. Seitdem ist für ihn der Speedwaysport eine Herzensangelegenheit. „Mein Leben ist Speedway“, sagt der 70-Jährige.

Vor allem in der Zuschauerrolle fühlt er sich sehr wohl und nahm dafür bereits enorme Strapazen auf sich. Gerade zu DDR-Zeiten waren die Reisen ins osteuropäische Ausland nicht einfach, dauerten mehrere Tage bzw. sogar Wochen. „1990 bin ich zum Eisspeedway mit der Transsibirischen Eisenbahn gefahren, bei Minus 43 Grad Celsius bis hin zum Baikalsee“, sagt Hans Jührend. Elf Tage war er dafür unterwegs. Inzwischen tut er sich solche Strapazen nicht mehr an, ist ein wenig ruhiger geworden, was das Reisen angeht. „Aber solange es mir gesundheitlich noch gut geht, fahre ich weiterhin zum Speedway“, sagt der dreifache Familienvater.

Dieser Sport hat ihm auch schon die eine oder andere Freundschaft gebracht. Eine ganz besondere Beziehung entwickelte sich zu Heinz Schöning aus Neumünster (Schleswig-Holstein). „Ihn habe ich in Pardubice kennengelernt. Wir kamen ins Gespräch. Daraus entstand eine Freundschaft, die bis heute anhält. Mit ihm fahre ich nun immer gemeinsam nach Pardubice“, sagt Hans Jührend. Beide kennen sich nun schon 41 Jahre. „Und ich hoffe noch länger“, sagt der Bützower.

Wenn der Rentner so zurückblickt, erinnert er sich auch gerne an einige Güstrower Fahrer zurück: „Dieter Tetzlaff, Clemens Bever und Werner Mell, das waren die Größen des Sports.“ Aktuell drückt er den deutschen Fahrern wie Kai Hefenbrock oder Tobias Busch die Daumen, die er auch bei den Rennen in der Barlachstadt regelmäßig zu Gesicht bekommt. Hans Jührend ist so oder so immer nah dran am Geschehen, schließlich bezieht er seit 30 Jahren eine Fachzeitschrift („Bahnsport aktuell“). Außerdem hegt er eine große Sammelleidenschaft, hat er sich doch über die Jahrzehnte mit Zeitungsausschnitten, Plakaten, Mützen, Programmheften, Abzeichen usw. eingedeckt. „Ich habe einen ganzen Schrank voller Sachen“, sagt der Speedwayfanatiker. Diese Leidenschaft kann er gar nicht so richtig erklären, die ihn da packt. „Es ist dieser Geruch, die Motorgeräusche. Wenn ich das rieche und höre, bin ich sofort Feuer und Flamme“, sagt Hans Jührend. So wird es auch in Pardubice wieder sein, obwohl er schon 49. Mal da war.

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