Hansa macht’s mit Köpfchen

Liefen mit der Bützower Mannschaft ein: Die G1-Junioren des TSV.
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Liefen mit der Bützower Mannschaft ein: Die G1-Junioren des TSV.

Fußball-Landespokal, Achtelfinale: Der Rostocker Drittligist erzielte beim 5:0-Erfolg in Bützow vier Treffer mit dem Kopf und ließ dem Verbandsligisten keine Chance

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18. November 2019, 05:00 Uhr

Der FC Hansa Rostock steht erwartungsgemäß im Viertelfinale des Lübzer Pils-Cup. In der Runde der letzten 16 setzte sich der Drittligist beim Verbandsliga-Schlusslicht TSV Bützow mit 5:0 (4:0) durch. Vier Treffer erzielten die Hanseaten dabei mit dem Kopf.

Auf dem Sportplatz am Wall herrschte trotz Nieselregens und eisiger Temperaturen Festtagsstimmung. Offiziell 812 zahlende Zuschauer wurden auf dem Vereinsgelände des TSV Bützow gezählt, dazu kommen die Kinder und Jugendlichen, die keinen Eintritt zahlen mussten. Eine am Ende vierstellige Besucherzahl machten das Pokalduell somit vor allem für die Hausherren zu einem echten Saisonhöhepunkt. Etwas Besonderes war diese Partie für die Bützower Tony Lübke, Christian Urgast, Maximilian Marquardt und Paul Puskeiler. Das Quartett hat eine Hansa-Vergangenheit, lief in früheren Jahren für die Kogge auf.


Sonderlob für Bützower Routinier

„Das Spiel habe ich genossen, weil die Chance, noch einmal gegen den FC Hansa zu spielen, überhaupt nicht da war. Das hat sich ja erst vor zwei, drei Wochen ergeben, weil die Erste Hilfe brauchte. Das habe ich gerne gemacht. Dass ich dann sogar 90 Minuten spielen konnte, hat mich gefreut. Die schönste Szene war in der Halbzeitpause, als Mirnes Pepic zu mir kam, den Arm um mich legte und sagte, dass ich das richtig gut gemacht habe. Er hat mich auch gefragt, wie alt ich bin. Ich habe ihm gesagt 39. Dann meinte er, mit 39 ist das wirklich überragend. Das war das schönste Kompliment, was ich kriegen konnte. Das Ergebnis ist auch in Ordnung. Wir haben das ganz gut gemacht. Jetzt geht aber der Alltag weiter“, erzählt Routinier Christian Urgast.

Obwohl der FC Hansa Rostock im Gegensatz zu den Ligaspielen eine völlig veränderte Startelf auf den Platz schickte, war er von Beginn an tonangebend. Die „Reservisten“ wollten sich Trainer Jens Härtel zeigen und ließen Ball und Gegner laufen. Und der Bützower Matchplan, hinten so lange wie möglich die Null zu halten, war nach sechs Minuten bereits hinüber. Einen Freistoß von Jonas Hildebrandt nickte Verteidiger Adam Straith zur frühen Hansa-Führung ein. Nach einem ähnlichen Muster fiel dann auch das 2:0, nur dass diesmal Nico Rieble den Kopf hinhielt (17.). Schon zu diesem Zeitpunkt war klar, dass die Pokal-Sensation ausbleiben wird, trotzdem ließen die Bützower die Köpfe nicht hängen und waren weiterhin fleißig beim Arbeiten gegen den Ball. Allerdings bestrafte der FCH die kleinsten Unachtsamkeiten und erhöhte durch einen Doppelpack von John Verhoek noch vor der Pause auf 4:0 (27./Kopfball, 43./aus Nahdistanz eingeschoben).

Angesichts der kräfteraubenden Wege, die die TSV-Kicker gehen mussten, drohte in den zweiten 45 Minuten eine Klatsche, aber die mangelnde Chancenverwertung der Rostocker sowie der aufopferungsvolle Kampf der Bützower ließen nur noch einen weiteren (Kopfball)-Gegentreffer von Marco Königs zu (77.). Kurz darauf hatte Tony Lübke den Ehrentreffer auf dem Fuß, scheiterte aber freistehend an Alexander Sebald im Hansa-Kasten.

„Glückwunsch an Hansa für’s Weiterkommen. Es hört sich doof an, aber ich bin zufrieden mit dem Auftreten meiner Mannschaft. Ich denke, wir haben versucht, Paroli zu bieten. Ich hoffe, dass wir diesen Schwung mitnehmen, damit wir auch in der Liga unsere Punkte holen“, sagt Bützows Coach Helge Marquardt. Sein Trainerkollege Jens Härtel vom Hansa hatte ebenfalls nicht viel zu meckern: „Es war das erklärte Ziel, eine Runde weiterzukommen. Wir haben über das gesamte Spiel Kontrolle gehabt. Es hätte das eine oder andere Tor mehr sein können, gerade auch in der zweiten Halbzeit. Grundsätzlich hat die Mannschaft das sehr, sehr ernst genommen. Es haben ein paar Jungs Spielpraxis gesammelt, die zuletzt nicht so viel Spielzeit bekommen haben. Die haben das ordentlich gemacht. Von der Seite sind wir zufrieden.“


Viertelfinalauslosung erst im Januar

Abweichend vom bisherigen Prozedere wird der Landesfußballverband (LFV) die nächste Runde im Lübzer-Pils-Cup nicht unmittelbar nach einem Pokal-Wochenende auslosen. Die acht jetzt noch im Wettbewerb verbliebenen Mannschaften müssen sich bis zum 21. Januar 2020 gedulden, bevor sie erfahren, auf wen sie im Viertelfinale (28./29. März) treffen. Die Paarungen werden beim Neujahrsempfang des LFV in Göhren-Lebbin ausgelost.

TSV Bützow: Möller – Medau, M. Marquardt, Körting, Puskeiler, Kleindorff (77. Höpel), Nawrot (54. Buczek), Urgast, Alsharabi (77. Stübke), Lübke, Meier

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