Hallenfußball : Fans laufen dem GSC die Bude ein

Ob hinter den Toren oder neben dem Spielfeld: Die Ränge der Güstrower Sport- und Kongresshalle waren beim 46. Hans-Scheidemann-Gedenkturnier prall gefüllt.
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Ob hinter den Toren oder neben dem Spielfeld: Die Ränge der Güstrower Sport- und Kongresshalle waren beim 46. Hans-Scheidemann-Gedenkturnier prall gefüllt.

1000 Zuschauer verfolgen in der Sport- und Kongresshalle das 46. Hans-Scheidemann-Gedenkturnier, bei dem Güstrow Zweiter wird

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13. Januar 2020, 05:00 Uhr

Das 46. Hans-Scheidemann-Gedenkturnier hatte noch gar nicht angefangen, da verkündete der Güstrower SC die erste Erfolgsnachricht: Holger Scherz bleibt auch mindestens in der kommenden Saison Trainer des Fußball-Verbandsligisten. „Ich habe einfach Bock, mit den Jungs noch etwas zu erreichen und den Umbruch mitzugestalten. Außerdem passt es einfach von der Zusammenarbeit im Verein“, begründet der 50-Jährige seine Entscheidung, die dem GSC auf der wichtigsten Position der ersten Männermannschaft Planungssicherheit gibt.

Die Güstrower sorgten anschließend aber auch sportlich auf dem Parkett für positive Schlagzeilen und bis zum Schluss für eine ausgelassene Stimmung. Sagenhafte 1000 Zuschauer füllten die Ränge der Sport- und Kongresshalle. Der Andrang war so groß, dass das Turnier erst verspätet eröffnet werden konnte, weil einfach noch zu viele Zuschauer vor der Halle auf ihren Einlass warteten. Der GSC lag also bei der Auswahl seiner Turnierteilnehmer genau richtig, anders ist es wohl nicht zu erklären, dass ihm die Leute die „Bude“ einrannten. Vereinschef Torsten Renz sprach im Vorfeld sichtlich stolz von einer „inoffiziellen Landesmeisterschaft.“ Das ist gar nicht so weit hergeholt, wenn man sich mal überlegt, dass drei Oberligisten und sieben Verbandsligisten am Start waren.

Deshalb war es auch nicht selbstverständlich, dass die Güstrower wieder bis ins Finale vordrangen, sich dort aber dem Malchower SV mit 5:4 nach Neunmeterschießen geschlagen geben mussten. „So knapp zu scheitern ist natürlich ärgerlich. Dass wir es aber so weit geschafft haben, ist eigentlich eine Sensation, wenn man mal überlegt, wen ich alles geschont habe. Sonst wäre wohl noch mehr möglich gewesen“, sagt Holger Scherz. Namen wie Björn Plate, Björn Boy, Enrico Karg oder Rico Keil fehlten im GSC-Aufgebot. Trotzdem wussten die Güstrower vollends zu überzeugen, erlebten im Finale eine Berg- und Talfahrt. Nachdem sie bereits mit 0:2 zurücklagen, drehten sie das Spiel, um dann 27 Sekunden vor Schluss doch noch den 3:3-Ausgleich zu kassieren. Im anschließenden Neunmeterschießen wurde der GSC dann aus allen Titelträumen gerissen. „Die Jungs haben das richtig gut gemacht, können wirklich stolz auf sich sein“, lobt Holger Scherz seine Mannschaft. Als Lokalmatador ist der GSC schlussendlich sicherlich der Hauptgrund dafür, warum in der Sport- und Kongresshalle bis zuletzt „Gänsehaut-Atmosphäre“ herrschte. „Selbst meine Frau, die eigentlich nicht so viel Ahnung vom Fußball hat, war total begeistert“, erklärt Holger Scherz.


Bützower überzeugt als Moderator

Übrigens wurden die zahlreichen Zuschauer nicht nur sportlich bestens unterhalten, sondern auch über die Lautsprecher. Michael Kloß (Vorstandsmitglied beim TSV Bützow) lief am Spielfeldrand ebenfalls zur Höchstform auf und wusste das Publikum als Moderator informativ und gewohnt redegewandt anzusprechen. In dieser Funktion war er das dritte Mal beim Hans-Scheidemann-Gedenkturnier dabei. „Insofern wusste ich, worauf ich mich einlasse. Eine gewisse Anspannung ist aber immer da, ansonsten könnte das auch ganz schnell nach hinten losgehen. Am schwierigsten ist immer der Anfang und das Publikum mit einzubeziehen“, erklärt Kloß. Unterstützt wurde er von der Turnierleitung, zum Beispiel mit Informationen über die teilnehmenden Mannschaften. „Aus dem Ärmel schüttelt man das alles nicht. Am Ende lief alles reibungslos, darüber bin ich glücklich“, sagt der 37-Jährige. Immerhin dauerte das Turnier knappe sieben Stunden.
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