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Bützow : Ende einer erfolgreichen Ära: Meisterschaft wäre die Krönung

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Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Bützower Handball-Trainer Jörg Schröder verlässt des TSV am Saisonende / Heute um 18 Uhr Spitzenspiel gegen Stavenhagen

Man soll ja bekanntlich gehen, wenn es am schönsten ist. In diesem Satz steckt aus Sicht des Bützower Handballs eine gute und eine schlechte Nachricht. Zum einen ist für die TSV-Männer in der MV-Liga die Meisterschaft zum Greifen nahe, zum anderen gab aber Erfolgstrainer Jörg Schröder seinen Abschied zum Saisonende bekannt. „Irgendwann ist auch mal Schluss. Die Entscheidung ist nicht von heute auf morgen gekommen. Leicht gefallen ist sie mir schon gar nicht“, sagt Jörg Schröder. Im Verein löste dieser Entschluss Trauer aus. „Wir bedauern diese Entscheidung zutiefst, schließlich war die gemeinsame Zeit von Erfolg gekrönt“, sagt Kerstin Znoyek, stellvertretende Abteilungsleiterin.


Vorzeitige Meisterschaft bei Schützenhilfe


Nach sieben Jahren geht nun aber eine Erfolgsära zu Ende. In seiner Amtszeit spielte die TSV-Sieben nämlich fast ausnahmslos im ersten Drittel der höchsten Spielklasse des Landes, holten 2011 sogar die Meisterschaft. Auch in dieser Saison stehen die Bützower knapp davor. Auf den TSV wartet allerdings ein Herzschlagfinale, das heute im Heimspiel gegen den Stavenhagener SV (3.) beginnt. Die Gäste, selbst ernannter Aufstiegsanwärter, können nur noch bei einem Sieg ein Wörtchen im Kampf um die Spitze mitreden. Der TSV wiederum kann im günstigsten Fall heute sogar schon Meister werden, wäre bei einem eigenen Sieg allerdings auf Schützenhilfe des HSV Insel Usedom II angewiesen, der beim Tabellenzweiten, SV Warnemünde, gastiert und dort nicht verlieren dürfte, wenn Bützow gewinnt. „Die Vorfreude bei uns ist groß. Es wartet aber ein sehr starker Gegner“, dämpft Jörg Schröder die Erwartungen vor dem Kracher um 18 Uhr in der Wilhelm-Schröder-Sporthalle. Die Bützower gehen jedoch gut gerüstet in das Duell. „Es sind alle Mann an Bord“, sagt Schröder. „Wenn man kurz vor dem Ende ganz oben steht, möchte man natürlich auch gewinnen. Wir haben aber schon eine Medaille sicher und somit unser Ziel erreicht. Alles andere ist Zugabe“, fügt Schröder an.


Weiterer Aderlass: Duo geht mit von Bord


Dementsprechend nimmt der 48-Jährige den Druck von seiner Mannschaft, die im Endspurt somit befreit aufspielen kann, ihrem Trainer(-Gespann) aber den bestmöglichen Abschied bescheren will. „Das wäre ein sauberer Abschluss. Da wir das interne Ziel erreicht haben, wollen wir die Saison krönen“, sagt Leistungsträger Jan Dethloff. Neben Jörg Schröder tritt auch dessen Assistent Thilo Bansner zurück. „Bei ihm sind es ähnliche Beweggründe wie bei mir. Zeitlich ist es einfach ein Riesenaufwand und nicht mehr zu vereinbaren“, sagt Jörg Schröder, der im Schweriner Raum Zuhause ist. Von dort kommt auch Torhüter Torsten Wild, der ebenfalls seine beiden letzten Spiele im TSV-Dress bestreitet. Die Tabellensituation macht es aber sogar möglich, dass vielleicht noch zwei Partien hinzukommen, denn sollten die Bützower am Saisonende mit dem SV Warnemünde punktgleich an der Spitze stehen, gäbe es zwei Entscheidungsspiele mit Hin- und Rückspiel. Da die Rand-Rostocker zwei Punkte am „Grünen Tisch“ zugesprochen bekamen, greift nicht das Torverhältnis. „Unser Ziel ist es aber, die Meisterschaft schon vorzeitig zu entscheiden“, sagt Jan Dethloff. Neben Stavenhagen wartet mit dem SV Einheit Demmin jedoch ein weiterer Brocken auf dem Weg zum Titel.

Unabhängig vom Ausgang dieser Spiele wird Jörg Schröder den TSV Bützow immer in guter Erinnerung haben: „Es war absolut eine tolle Zeit, in einem tollen Verein, einer tollen Mannschaft mit einem tollen Publikum. Alles in allem ein sehr angenehmes Arbeiten für mich.“ Dabei hätte Schröder selbst nie gedacht, dass er so lange in Bützow tätig ist. „Ursprünglich wollte ich das ja nur ein bis zwei Jahre machen“, sagt der Handball-Lehrer. Alleine, so Schröder, hätte er das aber nicht geschafft. Vielmehr lobt er die Zusammenarbeit mit Thilo Bansner, der im Hintergrund hervorragende Arbeit leistete und dem Cheftrainer viel Arbeit abnahm. „Deshalb ist unser Erfolg auch sein Erfolg“, stellt Jörg Schröder klar.

Eine weitere Zusammenarbeit wird es aber definitiv nicht geben. „Es gab zwar mehrere Angebote, aber ich höre erst einmal als Trainer auf und gehe zu keinem anderen Verein. Ich muss mich jetzt erst einmal um andere Sachen kümmern, die in den vergangenen Jahren liegen geblieben sind“, sagt Jörg Schröder.

Beim TSV ist derweil die Zukunftsplanung im vollen Gange. „Wir sind auf der Suche nach einem neuen Trainer, haben auch schon erste Gespräche geführt. Eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen“, sagt Kerstin Znoyer, ohne Namen zu verraten. Stattdessen hat sie einen Wunsch: „Dass unsere Männer Landesmeister werden.“

 

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erstellt am 03.Apr.2014 | 12:50 Uhr

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