Kanusportverein Güstrow : Ein Horster regiert beim KSV

Ein Mann, eine Leidenschaft: Der in Horst lebende Maik Dieterich ist schon seit 1982 im Güstrower Kanusport aktiv, seit 2006 Vorsitzender des KSV.
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Ein Mann, eine Leidenschaft: Der in Horst lebende Maik Dieterich ist schon seit 1982 im Güstrower Kanusport aktiv, seit 2006 Vorsitzender des KSV.

Maik Dieterich ist seit 2006 Vorstandsvorsitzender des Kanusportverein Güstrow

Kopf Robert Grabowski.JPG von
17. Juni 2019, 05:00 Uhr

In den Sommermonaten steht der Wassersport besonders hoch im Kurs – so ist es natürlich auch beim Kanusportverein Güstrow. Längst haben die knapp 105 Mitglieder des Klubs ihre Boote wieder in Beschlag genommen und widmen sich ihrem Hobby in. ,,Die offizielle Saison wurde mit dem Anpaddeln eröffnet. Je nach Wetterlage sind wir von April bis Ende September, Anfang Oktober auf dem Wasser. Manche Teams sogar das ganze Jahr, wenn es wettertechnisch passt“, erklärt der Vereinsvorsitzende Maik Dieterich, der in Horst bei Bützow wohnt.

Etwas ruhiger lassen es die Nachwuchs-Paddler des KSV um Trainer René Quooß angehen, die nur in den warmen Monaten auf den Inselsee gehen und trainieren. Seit knapp einem Jahr gehört auch Merle Monschkow zur Jugend-Riege der Güstrower und ist mit ihren acht Jahren das Küken im Team. Genau dieses Alter ist die Zielgruppe des Vereins, um neue Sportler für sich zu gewinnen. ,,Wir können aber auch schon mit Sechs- oder Siebenjährigen trainieren. Voraussetzung ist immer, dass die Kinder schwimmen können“, sagt Maik Dieterich. Doch auch wenn das so ist, geht der Nachwuchs immer nur mit Schwimmwesten an Bord. ,,Sicherheit geht bei uns vor“, sagt der Klubboss. Als problematisch für die Mitgliedergewinnung im Nachwuchs sieht er die Tatsache, dass Wettkämpfe im Kanusport erst im Schüler C-Alter, also mit zehn Jahren, ausgetragen werden. ,,Die Kinder sollen aber auch für sich Bestätigung bekommen“, nennt Dieterich einen psychologischen Aspekt, um kontinuierlich und ausdauernd dem Sport treu zu bleiben.

Für Merle Monschkow ist das kein großes Problem. Die Zweitklässlerin startete beim 14. Frühjahrscup in Lübeck einfach gegen zwei Jahre ältere Kanuten und räumte über 200 und 500 Meter jeweils die Goldmedaille ab. ,,Alle haben ihre Leistungen verbessern können. Das sind tolle Ergebnisse unserer Jugendarbeit“, schreibt Stephanie May, die stellvertretende Vorsitzende des KSV Güstrow. Auch die Siegerin war über den Erfolg ein wenig überrascht. ,,Damit habe ich nicht gerechnet“, sagt die zierliche Achtjährige. Zum Kanusport kam sie durch ihre Eltern, mit denen sie gelegentlich an Wochenenden in der Freizeit im Kanu unterwegs war. Seit einem Jahr trainiert sie nun beim KSV am Inselsee und machte den Verein durch ihre beiden Goldmedaillen in der Hansestadt mächtig stolz.


Heimstätte auch für Schulen interessant

Um solche Ergebnisse erzielen zu können, gehört natürlich auch immer ein gewisser Trainingsfleiß dazu. Und die Bedingungen an der Heimstätte des KSV Güstrow können sich sehen lassen. Neben den Wander-, Drachen- und Rennbooten stehen den Mitgliedern auch andere Möglichkeiten zur Verfügung. So wurde vor knapp zwei Jahren der Kraftraum saniert und ermöglicht den Sportlern, an den körperlichen Voraussetzungen zu arbeiten. Zudem befindet sich auf dem großen Gelände, von dem der KSV etwa 6000 Quadratmeter nutzt, ein Fußball- oder Beachvolleyballplatz. Das macht die Anlage auch für Schulen interessant. ,,In der Regel haben wir zur Zeit fast jeden Abend eine Schulklasse hier“, erklärt Maik Dieterich. Um die Attraktivität noch weiter zu steigern, wird im Oktober die in die Jahre gekommene Steganlage erneuert. Die Kosten belaufen sich auf rund 40 000 Euro, davon kommen knapp 30 000 Euro aus Fördermitteln.

So wird der Fortbestand der Anlage und des Vereins gesichert, den es schon seit Mitte der 1970er Jahre an dem Standort gibt. Bis zur Wende war dort sogar das Trainingszentrum (TZ) Kanu Güstrow beheimatet, daraus entstand dann der Kanusportverein Güstrow 1990 e.V. ,,Ich bin seit 1982 dabei“, erzählt Maik Dieterich und gehört somit zu den dienstältesten Mitgliedern des Vereins. In früheren Jahren als Hilfsübungsleiter angefangen, schloss er die Trainer-Lizenz ab, die alle vier Jahre erneuert wird. Seit 2006 ist er nun schon Vorsitzender des Vereins. Ziel ist es, die Nachwuchsförderung auch weiterhin voranzutreiben: ,,Wir sind nach wie vor auf der Suche nach Kindern und Jugendlichen“, erklärt der Betriebsleiter. Obwohl aktuell die beste Zeit des Jahres ist, um das Paddeln zu erlernen, sind die Kanuten auch im Winter nicht untätig. ,,Wir machen dann Trainingseinheiten in der Oase“, erklärt Maik Dieterich. Der Kanusport ist halt nicht nur ein reines Saisonvergnügen. ,,Im Winter führen wir auch einen Drachenboot-Indoor-Cup in der Oase durch“, sagt der 46-jährige Klubboss und kann einen Besuch bei seinem Herzens-Verein nur wärmstens empfehlen.

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