Ein „fußballbekloppter“ Torjäger

So sehen Sieger aus: Die G-Junioren des TSV Bützow bejubeln ihren Turniersieg in Güstrow.
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So sehen Sieger aus: Die G-Junioren des TSV Bützow bejubeln ihren Turniersieg in Güstrow.

Der sechsjährige Johann Sill trifft für die G-Jugend des TSV Bützow wie am Fließband und feiert mit seinem Team erste Erfolge

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05. März 2020, 05:00 Uhr

Um Nachwuchs muss sich die Abteilung Fußball beim TSV Bützow derzeit keine Sorgen machen. Allein im Jahrgang 2013 tummeln sich aktuell 19 Jungen und Mädchen, die dem runden Leder hinterherjagen. Und das ziemlich erfolgreich. Sicherlich sind Ergebnisse und Platzierungen in diesem Alter noch nicht von entscheidender Bedeutung, sie spiegeln aber ganz gut das Leistungsvermögen der Nachwuchs-Kicker wider. So durften die Bützower G-Junioren am zurückliegenden Wochenende einen ersten und zweiten Platz bejubeln. Beim Plaschek & Plaschek-Cup in Güstrow standen die Schützlinge vom Trainer-Trio Michael Kloß, Mathias Sill und Tim Brose am Ende ganz vorne, bei der Kreismeisterschaft in Rostock mussten sie nur dem SV Pastow den Vortritt lassen.

In diesen beiden Turnieren tat sich insbesondere Johann Sill hervor, dem jeweils neun Treffer gelangen – auf Handballtore wohlgemerkt. Der Sechsjährige sticht aber nicht nur durch seine Treffsicherheit hervor, sondern auch durch seine Körpergröße. Mit 1,35 Meter und 35 Kilogramm Kampfgewicht ist er körperlich nahezu allen Gegnern in dieser Altersklasse einen Schritt voraus. „Er ist ein Brecher, schiebt sich mit seiner Kraft durch“, sagt Papa und Trainer Mathias Sill. Sprössling Johann allerdings nur auf seine Robustheit zu beschränken, würde ihm nicht gerecht werden. Auch technisch ist der Linksbeiner inzwischen gereift. „Er kann mit beiden Füßen gut schießen“, sagt sein Vater. Das sei in diesem Alter ein riesen Vorteil. „Er kriegt den Ball da hin, wo er ihn hinhaben will“, erklärt Mathias Sill.

Es ist nicht übertrieben, wenn man Johann Sill als positiv „fußballbekloppt“ bezeichnet. Ob in Omas Wohnzimmer oder draußen im Garten – der Grundschüler spielt da Fußball, wo es ihm gerade passt, und zwar jeden Tag. Am liebsten geht er aber für den TSV Bützow auf Torejagd, seinem Heimatverein. Auch sein Lieblingsspieler stammt ursprünglich aus Mecklenburg-Vorpommern – Toni Kroos. Dieser ist schon Weltmeister, das ist auch der Traum von Johann Sill, wie Papa Mathias berichtet. Bis dahin ist es zwar noch ein weiter Weg, aber Ziele darf man sich ja setzen. Wenn er weiterhin so besessen am Ball bleibt, wird der Traum vielleicht eines Tages wahr.

In den drei Jahren, die Johann Sill jetzt schon Fußball spielt, hat er auf jeden Fall eine sportliche Entwicklung genommen, die in diesem Alter sicherlich nicht alltäglich ist. Allerdings ist der Fußball keine Einzelsportart, ohne seine Mitspieler wäre der Tarnower sicherlich nicht so erfolgreich. Mit Oskar Rusch und Matteo Schulz bildet er zum Beispiel im Bützower Team ein Dreigestirn, das die Gegner regelmäßig schwindelig spielt. Zuwachs und Verstärkung kann das TSV-Team trotzdem immer gebrauchen. In der Halle trainiert es dienstags, wenn es dann wieder raus auf den Rasen geht, wird zweimal pro Woche geübt. „Interessierte können gerne dazukommen“, sagt Mathias Sill, der für den KSV Zepelin in der Freizeitliga auf Torejagd geht. Das hat er anscheinend auch seinem Sohn vererbt, der neben dem Fußball auch noch leidenschaftlich gerne angelt und Karten spielt. Ob gut oder schlecht – das spielt für Papa Mathias im Endeffekt gar keine Rolle. „Stolz ist man immer“, sagt der 34-Jährige.

TSV Bützow in Güstrow: Emil Höhnerbach – Johann Sill (9 Tore) Oskar Rusch (2), Matteo Schulz (1), Max Weinert, Matheo Weinert, Fiete Wichert, Luna Westphal, Liam Westphal, Mia Raedisch

TSV Bützow in Rostock: Emil Höhnerbach, Theo Beese – Johann Sill (9 Tore), Oskar Rusch (8), Fiete Wichert, Mia Raedisch, Moritz Baumbach, Lennox Fuchs, Jonas Fröhlich, Stefano Abdelmalak

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