Sportlerwahl : Ehre, wem Ehre gebührt

Ein Foto mit Symbolkraft: Vor der Bühne die ausgezeichneten Sportler und Ehrenamtler, auf der Bühne Trainer und Übungsleiter. Hinten rechts: Landrat Sebastian Constien, daneben Uwe Neumann.
Ein Foto mit Symbolkraft: Vor der Bühne die ausgezeichneten Sportler und Ehrenamtler, auf der Bühne Trainer und Übungsleiter. Hinten rechts: Landrat Sebastian Constien, daneben Uwe Neumann.

Etwas andere Sportlerehrung des Landkreises Rostock im Güstrower Bürgerhaus

svz.de von
13. Mai 2019, 05:00 Uhr

Sportlerehrung des Landkreises Rostock einmal anders. Landrat Sebastian Constien und Uwe Neumann, Vorstandsvorsitzender des Kreissportbundes, hatten dazu ins Bürgerhaus der Barlachstadt eingeladen. Im festlichen Rahmen wurden Sportler und Sportlerinnen für herausragende Leistungen gewürdigt, die Mannschaft und der Trainer des Jahres gefeiert und Menschen geehrt, die sich ehrenamtlich in Sportvereinen engagieren. Für Stimmung sorgten der traditionsreiche Spielmannszug der TSV Einheit Tessin und die Rhythmischen Sportgymnastinnen des FSV Bentwisch.

Sportlerehrung einmal anders war auch der wohltuende Verzicht auf endlose Reden und oft wenig aussagende Grußworte. Stattdessen hatten die Veranstalter Torsten Renz gebeten, in einem Beitrag über praktische ehrenamtliche Arbeit im Sport zu sprechen. Renz ist Mitglied des Landtags und der Stadtvertretung von Güstrow und ehrenamtlicher Vorsitzender des Güstrower Sportclubs (GSC) 09. Der zählt aktuell 1452 Mitglieder und ist damit der neuntgrößte Sportverein in Mecklenburg-Vorpommern. Torsten Renz bezeichnete das Ehrenamt als den Kitt, der die Gesellschaft zusammenhalte. „Gleichzeitig wird es immer schwieriger, Menschen für eine ehrenamtliche Tätigkeit in Sportvereinen zu motivieren“, stellte er fest und forderte, Rahmenbedingungen zu ändern. So sollte es keine Diskussion darüber geben, dass Zuschüsse in den Vereinen für Aufwandsentschädigungen für Trainer und Übungsleiter verwendet werden dürften. Auch forderte er für mitgliederstarke Vereine mehr hauptamtlich angestellte Mitarbeiter. „Das Ehrenamt erfordert perspektivisch mehr Hauptamt“, führte er aus.

Wie hoch die Arbeit von Trainern, Übungsleitern, Betreuern, Kassenwarten oder Vereinsvorsitzenden geachtet wird, zeigte sich auch darin, dass seit vielen Jahren ehrenamtlich im Sport tätige Menschen geehrt wurden.


Auszeichnung für Schwaaner Urgestein

Wie Jürgen Höwt, der 1994 die Leitung der Abteilung Handball beim Schwaaner Sportverein (SSV) übernahm und ehrenamtlicher Sportwart ist. Der 67-Jährige ist seit 1960 ununterbrochen im Verein tätig, war Sportler, Trainer und aktiv im Vorstand. Oder wie das Ehepaar Christa und Siegfried Ahrens – zwei lebende Legenden beim LSV Zernin 1922. Sie hält als Kassenwartin seit 20 Jahren die Finanzen des 63 Mitglieder zählenden Vereins zusammen; er war unter anderem ehrenamtlich als Trainer der Zerniner Kinderfußballmannschaft und als Sektionsleiter Fußball tätig.

Kreissprecher Michael Fengler, der die Veranstaltung souverän, witzig und kenntnisreich moderierte, verriet, dass der Aufruf, Vorschläge zur Sportlerehrung einzureichen, auf große Resonanz gestoßen sei. Danach wurden fünf Sportlerinnen und Sportler für die Ehrung 2018 ausgewählt. Sehr viel Beifall erhielt Anna Maria Hübener vom Reit- und Fahrverein Alt Sammit und Umgebung. Die 37-Jährige ist seit der Geburt gehörlos, empfand dieses Handicap aber nie als Hindernis, um ihre Liebe und Leidenschaft zum Reitsport auszuleben. „Sie zeichnet sich aus durch tägliche Präsenz im Stall und durch eine intensive Beziehungsarbeit zwischen Pferd und Reiterin“, würdigte Landrat Sebastian Constien in seiner Laudatio. Ihr Engagement im Verein und ihre außergewöhnlichen sportlichen Leistungen bezeichnete er als „ein Beispiel gelebter Inklusion im Sport“.

Geehrt wurde auch Kathleen Kaufmann, die im Sportclub Laage das Aushängeschild einer starken Frauenfraktion in der Laufgruppe ist und bereits zahlreiche Erfolge verbuchen konnte.

Frauenpower auch bei der Mannschaft des Jahres. Da fiel die Wahl auf das Ü30-Faustball-Team des Güstrower SC. Die Ladys erkämpfen seit 2013 regelmäßig vordere Plätze bei Ostdeutschen und Deutschen Meisterschaften. Nach ihrer Auszeichnung konnten die Faustballerinnen mit Heino Martens einen ihrer Trainer feiern. Der 64-Jährige wurde als Trainer des Jahres 2018 geehrt.

Ein symbolisches Bild ergab sich zum Abschluss der Sportlerehrung im Güstrower Bürgerhaus. Michael Fengler hatte alle im Saal anwesenden Trainer und Übungsleiter auf die Bühne gebeten. Davor nahmen die geehrten Sportler Aufstellung.


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