Handball-Verbandsliga : Drei- statt Zweikampf

Brachte den Schwaaner SV in Führung: Doch das 1:0 von Lukas Ziegler war der einzige Vorsprung, den der SSV in Altentreptow verbuchte.
Brachte den Schwaaner SV in Führung: Doch das 1:0 von Lukas Ziegler war der einzige Vorsprung, den der SSV in Altentreptow verbuchte.

Handball-Verbandsliga: Schwaaner SV verliert Topspiel in der Ost-Staffel

23-43472080_23-66108349_1416395191.JPG von
21. Januar 2020, 05:00 Uhr

Aus einem Zweikampf ist in der Handball-Verbandsliga Ost plötzlich ein Dreikampf geworden, denn der bisherige Spitzenreiter, Schwaaner SV, kassierte beim Tabellendritten, HV Altentreptow, eine 21:27-Niederlage und der neue Tabellenführer, HV Grimmen II, kam bei der HSG Uni Rostock über ein 30:30 nicht hinaus. „Wir haben verdient verloren, leider überhaupt nicht das auf die Platte bekommen, was wir uns vorgenommen haben. Das hat sich angefühlt, als wenn man einen Sportwagen mit 500 PS fährt, aber den Grip nicht auf die Straße bekommt“, konstatierte Arne König vom Schwaaner Trainer-Team nach der bitteren Pleite im Spitzenspiel.

Vom Spielverlauf her gehen die Verlustpunkte auch in Ordnung, schließlich lag der SSV nur einmal in Führung, und zwar nach 51 Sekunden durch Lukas Ziegler. Anschließend wirkten die Gäste gehemmt, was sicherlich auch an der fehlenden Erfahrung liegt. „Ein Großteil der Jungs spielt ihre erste oder zweite Männersaison. Gegen Altentreptow stand ein Spieler, der über 20 Jahre alt ist, in der Startformation. Und das war der nach der Abschlusseinheit an der Schulter stark eingeschränkte Kapitän“, sagt Arne König. Insofern ist er seiner Mannschaft auch nicht böse und nimmt sie in Schutz. „Ich möchte mich auch mal vor die Mannschaft stellen, wenn man sieht, mit welchem Verletzungspech wir trotzdessen eine gute Saison spielen. Unser Ziel war vor der Saison nicht der Aufstieg, sondern Platz eins bis vier“, nimmt der SSV-Coach den Druck von seinen Spielern. Immerhin haben die Schwaaner auch mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen, die die Gesamtsituation erschweren. „Fast die ganze Saison müssen wir mit vier Rückraum-Spielern für drei Positionen klarkommen, und das bei unserem sehr intensiven Spiel“, erklärt Arne König.

Insofern kam die Niederlage bei den heimstarken Altentreptowern nicht völlig überraschend, kann für die Zukunft aber sogar hilfreich sein, denn die Schwaaner Trainer machen die Stimmungslage nicht nur an den Ergebnissen fest. „Für mich steht die Entwicklung der Spieler-Persönlichkeiten auf und neben der Platte im Vordergrund, und dass die Mannschaft sich weiterentwickeln möchte“, sagt König.

Nach der zweiten Saisonniederlage gibt es beim SSV auch überhaupt keinen Grund, Trübsal zu blasen, schließlich liegen sie voll im Soll und können sich trotzdem noch berechtigte Hoffnungen auf den Staffelsieg machen. „Der erste Platz wäre natürlich toll und noch aus eigener Kraft erreichbar, aber kein Zwang. Ich bin sehr optimistisch, dass diese junge Mannschaft so zusammenbleibt und dann auch von ganz allein zur Spielstärke die mentale Stärke und Konstanz kommt, um zukünftig in solchen Spielen zu bestehen“, so das abschließende Fazit von Arne König.

Schwaaner SV: Bastian Grünwald, Hanjo Martens – Toni Schumann (1), Lennart Nixdorf, Nils Peters, Ben Zimmer, Jean Gruszka (2/1), Lukas Ziegler (2), Thies Hildebrandt (8), Paul Schefuß (4/1), Paul Kröger, Steffen Strube (4)


Verbandsliga West

In der Verbandsliga West hat der TSV Bützow vorübergehend die Tabellenführung zurückerobert, musste sich beim SV Crivitz aber ziemlich strecken, um mit 31:28 (13:15) zu gewinnen. Schließlich gingen die Gäste erst in der 52. Minute erstmals in Führung. Bis dato lief bei den Warnowstädtern fast nichts zusammen, vor allem in der Anfangsphase. Als sie 6:1 zurücklagen, drohte ein Debakel. „Wir waren grottenschlecht, hatten in der Abwehr überhaupt keinen Zugriff und vorne zu viele technische Fehler“, resümiert TSV-Coach Thomas Necker. Trotzdem spricht es für die Bützower, dass sie den Rückstand im Laufe der Zeit immer weiter verkürzten. „Wir haben uns nicht aufgegeben, dafür muss ich der Mannschaft ein Lob zollen“, sagt Necker. Als Bernhard Zisler das zwischenzeitlich 24:23 für den TSV erzielte, hatten die Gäste das Blatt gewendet und am Ende den längeren Atem, denn damit wurde der Sieg eingeleitet. „Zum Glück haben wir noch gewonnen, aber ich weiß auch nicht, was zur Zeit los ist“, kann sich Trainer Necker die Auftritte in den vergangenen Spielen nicht wirklich erklären. Ein Blick auf die Tabelle dürfte trotzdem zur Linderung dienen.

TSV Bützow: Falk Schünemann, Martin Strigun – Steffen Klink (1), Yannick Laß (3), Philip Wahl (9), Jonas-Magnus Dethloff (2/1), Denny Pahl (6), Thomas Necker (1), Sebastian Kröger, Bernhard Zisler (6), Henning Zisler (1), Dustin Kauer (2), Sebastian Ritter

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen