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Kampfsport : Der Sport ist ihr Lebensgefährte

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Antonia Goga ist Kampfsportlerin und kämpft am 3. Oktober um die Deutsche Meisterschaft im K1 / Kartenvorverkauf startet heute

von
erstellt am 31.Jul.2015 | 10:21 Uhr

Auf den ersten Blick sieht Antonia Goga wie eine ganz normale junge Dame aus: dunkles Haar, 1,70 Meter groß, 67 Kilogramm schwer. Doch der Schein trügt, denn in der 27-Jährigen steckt ein wahres Kraftpaket. Die gebürtige Bützowerin betreibt nämlich seit fünf Jahren in ihrer Wahlheimat Rostock die Kampfsportart K1.

Angefangen hat alles mit Krav Maga (israelisches Verteidigungssystem), das Schlag- und Tritttechniken präferiert. „Doch das wurde mir zu langweilig“, sagt Antonia Goga, die die direkt neben den Kampfsportlern trainierte. Schnell wurde ihr klar, dass sie eine neue, eben diese Herausforderung braucht. Doch aller Anfang war schwer. „Ich hab’ mich zunächst wie ein Volldepp angestellt, war völlig talentfrei“, gibt sie offen und ehrlich zu. Doch die leidenschaftliche Sportlerin gab sich nicht so leicht auf, kämpfte sich Stück für Stück nach vorne, auch wenn sie etwas länger brauchte als alle anderen, wie sie sagt. Alle anderen sind in ihrem Fall übrigens Männer. Antonia ist derzeit die einzige Frau, die für die German Fight Company (GFC) Rostock kämpft. Sie hat auch schon einige Erfolge vorzuweisen: „Ich bin bereits NRW-Meistern, Nordeutsche Meisterin, Vize-Deutsche Meisterin und Deutsche Meisterin auf Turnieren geworden“, sagt Goga.


Von Montag bis Freitag in der Trainingshalle


Fünfmal die Woche steht sie derzeit in der Trainingshalle. Was sich viel anhört, ist für Antonia Goga inzwischen ein reduziertes Programm, denn es gab Zeiten, da trainierte sie jeden Tag. Mittlerweile heißt es von Montag bis Freitag zu schuften, schließlich verfolgt sie ein großes Ziel: Am Tag der Deutschen Einheit, dem 3. Oktober, bestreitet sie in der Ospa-Arena Rostock während des „Day of the Fight“ (Vorverkauf startet heute) einen Kampf um die Deutsche Meisterschaft der Frauen in der Verbandsliga der WKN (World Kickboxing Network) im Vollkontakt. Im Juli startete dafür ihre gezielte Wettkampfvorbereitung mit ihrem Trainer David Wachs. Ob Sparring, Sandsacktraining oder Kraft-Ausdauer sowie zusätzliche Laufeinheiten – Antonia Goga vergießt im Moment jede Menge Schweiß. Doch die Kampfsportlerin sehnt sich nahezu nach diesen Einheiten, schließlich muss sie zum Wettkampf ihr Kampfgewicht von maximal 64,4 Kilogramm (Gewichtsklasse) erreichen. Sie könne sich an keine ganze Woche erinnern, in der sie in den letzten fünf Jahren mal nicht trainiert habe. „Ich war, seitdem ich diesen Sport mache, nie krank“, sagt Goga, die bei der Marine in der Logistik arbeitet.

Während sich andere Leute im Sommer die Sonne auf den „Pelz“ scheinen lassen, geht Antonia halt lieber zum Training, obwohl sie den Strand und die Ostsee auch gerne mag. „Urlaub mache ich vielleicht mal im Oktober“, sagt die disziplinierte Kämpferin. In ihrer begrenzten Freizeit verbringe sie viel Zeit mit ihrem Partner, mit dem sie auf Konzerte oder ins Kino gehe. „Aber eigentlich bin ich am Wochenende, insbesondre vor Kämpfen immer so platt, dass wir einfach die Seele baumeln lassen und uns erholen und viel Zeit am Wasser (Ostsee) verbringen“, sagt Antonia Goga.

In ihrer Geburtsstadt sei sie dagegen nur noch selten. Morgen besucht sie aber ihre Eltern in Bützow, die sie, wie ihre Oma auch, bei ihrem Hobby stets unterstützen. „Anfangs fanden sie es nicht so toll. Inzwischen fiebern sie aber richtig mit“, sagt Antonia Goga, die erst einen ihrer bisherigen Kämpfe verlor. Die Niederlage setzte es ausgerechnet beim Debüt. „Da habe ich mir zwei Rippen gebrochen“, erinnert sie sich nur ungern an ihren ersten Kampf zurück, den sie zwei Jahre nach dem Einstieg in den Kampfsport bestritt. Doch diese Verletzung schreckte sie keineswegs zurück, stattdessen suchte sie die Flucht nach vorne und kam stärker zurück denn je. Verletzungen gehören am Ende des Tages auch zu ihrem Sport dazu, schließlich darf mit den Händen geboxt und mit den Knien sowie den Beinen gekickt werden. Ein Brust- und Tiefschutz sind neben ihrem „Kampfanzug“ das einzige, was die Sportlerin dabei schützt.


Fachabi und Studium bestimmen die Zukunft


Wer am 3. Oktober ihre Gegnerin ist, steht noch nicht fest. Eines dagegen ist schon klar, es wird ihr letzter Kampf sein. „Dieser soll mit dem Titel und den dazugehörigen Gürtel der Höhepunkt meiner „Kampfsport-Karriere“ sein“, sagt Antonia Goga. Danach ist erst einmal Schluss mit dem Kampfsport. „Ich gehe nach Berlin, will dort erst mein Fachabi machen und dann studieren“, sagt die ehemalige Leichtathletin des LAV Gymnasium Bützow. Kugelstoßen, Speerwerfen und Mehrkampf waren damals ihre Disziplinen.

„ Auch wenn ich im Oktober meinen letzten Kampf betreibe, werde ich nie aufhören, Sport zu lieben, so dass ich entweder im Kampfsportbereich weitermache oder ich mir eine neue Art von Sport als Herausforderung suchen werde. Sport ist mein Lebensgefährte, ob nun in der Freizeit oder zukünftig im Beruf“, sagt Antonia Goga.

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