Handball : Das Feld von hinten aufgerollt

Bitteres Ende für die Handballerinnen des TSV Bützow: Statt des möglichen zweiten Platzes beendeten Anna Herbst und Co. die MV-Liga-Saison auf Rang fünf.
Bitteres Ende für die Handballerinnen des TSV Bützow: Statt des möglichen zweiten Platzes beendeten Anna Herbst und Co. die MV-Liga-Saison auf Rang fünf.

Bützower Handball-Frauen beenden die MV-Liga-Saison trotzdem nur auf Rang fünf, weil das letzte Spiel in Schwerin verpfiffen wurde

svz.de von
09. Mai 2019, 05:00 Uhr

Nun ist es amtlich: Neben dem Schwaaner SV steigen auch die Männer des TSV Bützow von der Handball-MV-Liga in die Verbandsliga ab. Das steht nach der Meldefrist für die Vereine fest, weil alle weiteren Vereine, die es sportlich verdient haben, ihr Startrecht in der MV-Liga wahrnehmen. Ebenfalls nicht mehr in der MV-Liga am Start – Stand jetzt – sind die Frauen des TSV Bützow. Das hat aber einen anderen Grund: Die höchste Spielklasse Mecklenburg-Vorpommern nennt sich in der kommenden Saison Landesliga – aufgeteilt in zwei Staffeln. Für die MV-Liga hätte es zu wenig Mannschaftsmeldungen gegeben, um noch einen regulären Spielbetrieb durchzuführen, sagt Thomas Schweder vom Handball-Verbands Mecklenburg-Vorpommern (HVMV).

Die letzte MV-Liga-Spielzeit beendeten die Bützower Frauen auf Platz fünf statt zwei. Grund war die 19:23-Niederlage zum Saisonabschluss beim SV Grün-Weiß Schwerin II. Sportlich gleichwertig, fühlten sich die Warnowstädterinnen jedoch von den Unparteiischen benachteiligt, sodass der Saisonausklang einen faden Beigeschmack hinterließ. „Wir haben gegen zwei Mannschaften gespielt. Es gab die gastgebende spielerisch gleichwertige Mannschaft und die Schiedsrichter, die allerdings nicht im Sinne eines allseits unvoreingenommenen Richters fungierten, was zum Richter-Dasein gehört, sondern ab der zehnten Minute erheblich tendenziell gegen Bützow und damit voreingenommen waren. Das mag jetzt hart klingen, aber ich bin selbst Berufsrichter, weshalb ich weiß, welche Verantwortung man als Richter hat und war auch jahrelang Schiedsrichter im Handball. Ich kann also schon beurteilen, ob Pfiffe aus Versehen geschehen oder nicht“, war TSV-Trainer Jürgen Klink nach dem Spiel spürbar erregt. Dadurch wurden die Bützower Spielerinnen irgendwann nervös und jede versuchte, unvorbereitet mit Würfen auf das Tor den Frust loszuwerden. „Wir waren beim 19:19 in der 46. Minute trotzdem im Spiel. Uns gelang aber von da an kein weiteres Tor. Auch weil die beiden Schiedsrichter eine inzwischen gesteigerte Härte zuließen, ohne angemessen progressiv zu bestrafen. So hingen mehrfach ein bis zwei Spielerinnen wie Kletten am Rücken. Dann kann man gegen eine gleichwertige Mannschaft nur schwerlich gewinnen“, sagt Jürgen Klink zusammenfassend.

Dabei hatte alles ganz gut angefangen. Die reichlichen Bützower Schlachtenbummler sahen eine erste Halbzeit, in der die Gäste meistens mit ein bis zwei Toren vorlegten. Erst in den letzten Minuten der ersten Hälfte gelang den Grün-Weißen nicht nur der Ausgleich, sondern eine 14:13-Führung.

Doch es dauerte nicht lange und die Warnowstädterinnen legten wieder zum 15:16 vor. Ein kurzer Zwischenspurt der Gastgeberinnen sorgte in der 43. Minute für eine Zwei-Tore-Führung (19:17). Doch auch dieser Vorsprung wurde nach einer kurzen Auszeit wieder zum 19:19 ausgeglichen. Ab dieser Minute gelang den Gästen aber kein Tor mehr. Eine weitere Anekdote zu diesem Spiel war, dass die Torhüterin der Gastgeber dem Bützower Publikum den Stinkefinger deutlich zeigte. Obwohl der Schiedsrichter daneben stand, will er das nicht gesehen haben. Es gab also keine Bestrafung dafür. Stattdessen erhielt Stefanie Praetzel – die einzige TSV-Torhüterin – in der 58. Minute eine Zweiminutenstrafe, weil sie darauf hinwies, dass die Gegnerinnen trotz Pfiff noch nachwerfen würden.

Statt Vizemeister zu werden, landete die TSV-Truppe am Ende auf dem fünften Tabellenrang. Der Rostocker HC hatte seinerseits sein Spiel gewonnen. Auf den Medaillenrängen landeten somit der SV Fortuna Neubrandenburg als Landesmeister und SV Grün-Weiß Schwerin II mit der Silbermedaille sowie der Rostocker HC II mit der Bronzemedaille. „Meine Mannschaft hat eine tolle Saison gespielt. Wir hatten mit der Renovierung des Fußbodens in der Halle schwierige Anfangsbedingungen. Es ist auch zu bedenken, dass zu Beginn der Saison zwei Stammspielerinnen in die 3. Liga gewechselt sind. Nachdem die Halle fertiggestellt war, konnte sich meine Mannschaft stetig steigern. Wir haben das Feld quasi von hinten aufgerollt. Dass wir uns nicht belohnen konnten, ist ein Wermutstropfen. Aber die gezeigte Moral innerhalb des Teams wird bleiben“, so Klink abschließend.

TSV Bützow: Stephanie Praetzel – Franziska Schmidt, Lara Wegener, Anne Behning, Sophie Maserman, Celina Bollow-Garlipp (5), Yvonne Jäger (die letzten zwei Minuten im Tor), Katrin Horke (8), Caroline Kröning (2), Katja Ehmcke (3), Anna Herbst (1), Patricia Sachs, Neele Jepsen.



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