Speedway : Bergring-Klub mit neuer Führung

Klaus Reeinders (r.) hat Adolf Schlaak als Vorsitzenbder des MC Bergring Teterow beerbt.
Foto:
Klaus Reeinders (r.) hat Adolf Schlaak als Vorsitzenbder des MC Bergring Teterow beerbt.

Stadtwerke-Chef Klaus Reinders jetzt Vorsitzender des MC Bergring Teterow

von
06. Mai 2017, 05:00 Uhr

In Teterow hat mit dem neuen Jahr und im Jahr 2 als Grand-Prix-Standort eine neue Ära in der Funktionärsriege des MC Bergring Teterow begonnen. Es wurde ein komplett neuer Vorstand gewählt. Vorsitzender ist jetzt Klaus Reinders. Der 65-jährige ist der Geschäftsführer der Stadtwerke Teterow, ohne die seit Jahren in der Bergringstadt in Sachen Motorsport, sprich Bergring und Speedway, nichts läuft. Den endgültigen Beweis traten die Stadtwerke an, als sie die Speedway-Arena bauten. Reinders unternimmt aber keine Alleingänge, sondern er weiß die Stadt als 100-prozentigen Gesellschafter des kommunalen Betriebes, die Gesellschafterversammlung und den Aufsichtsrat hinter sich. Er hat jedoch kein leichtes Erbe angetreten, denn er hat Adolf Schlaak abgelöst, ein Urgestein des MC Bergring. SVZ-Mitarbeiter Hans-Jürgen Kowalzik sprach mit beiden bekennenden Bahnsport-Enthusiasten.

Was war der Anlass für die Wahl eines neuen Vorstandes und Vorsitzenden?
Schlaak: Wer sich erinnert, der weiß, dass ich immer gesagt habe, dass ich in meinem 20. Jahr den MC-Vorsitz aufgebe. Der Grund ist unspektakulär. 20 Jahre im Ehrenamt sind, um im Bild des Bahnsports zu bleiben, eine lange Fahrt, die dann eben ihr Ziel erreicht hat. Allerdings bleibe ich dem Klub erhalten, bin weiterhin Mitglied und als Sportvorstand des ADAC Hansa Veranstaltungsleiter des Grand Prix. Klaus Reinders war für den Vorsitz mein Wunschkandidat. Wir arbeiten seit über zwei Jahrzehnten beruflich und sportlich zusammen, sind ein Gespann und brennen beide für den Bahnsport. Ich hätte mir keinen anderen MC-Chef vorstellen können.

Herr Reinders, eine Wahl ist kein Wunschkonzert und Sie sind ein Güstrower, der jetzt an der Spitze des bekanntesten Teterower Vereins steht. Wie geht das denn?
Es stimmt, ich bin als Güstrower Speedway-Fan geworden. Aber inzwischen lebe und arbeite ich seit 25 Jahren in Teterow und im MC bin ich seit 20 Jahren Mitglied. Da gibt es, und die Wahl zeigt es, keinen Gegenwind gegen einen gebürtigen Güstrower. Ich darf auch daran erinnern, dass ich als Geschäftsführer der Stadtwerke einer der Initiatoren für den Bau der Speedway-Arena war, weil ich mir sicher war, dass die Region zwei Speedwaybahnen verträgt. Der Grand Prix in Teterow ist dafür der beste Beweis. Die Stadtwerke sind außerdem Eigentümer der Bahn und ein Hauptsponsor des Klubs. Das alles passt gut zueinander und schränkt nicht die Gemeinnützigkeit des Vereins ein. Das soll auch so bleiben.

Schlaak: Viele hatten uns ja vor dem Bau gewarnt. Aber wir waren der Meinung, dass es ein überschaubares Risiko ist. Außerdem haben wir das durchgezogen, um die Ausgaben für das Bergringrennen zu kompensieren, denn ohne die Arena würde es das Bergringrennen nicht mehr geben.

Am Saisonbeginn einen ganzen Vorstand neu wählen. Das ist mutig. Wie wollen Sie das packen? Was bieten Sie den Bahnsport-Fans?
Reinders: Besser wäre es für mich gewesen, erst einzusteigen, wenn ich in anderthalb Jahren aufhöre zu arbeiten. Aber jetzt war die Wahlperiode zu Ende. Da gab es für mich keine Alternative. Außer, ich hätte mich nicht darauf eingelassen. Aber, ich kann Sie beruhigen, wir haben die Aufgaben im Vorstand gut verteilt und wir haben 256 Mitglieder, auf die wir bauen können. Wir starten wieder die Speedway-Rennen um den Auerhahnpokal und den Schildbürgerpokal, bieten wieder einen Rallye-Sprint und haben den Hechtpokal wieder im Programm. Beleben wollen wir unter dem Dach des MC die Oldtimer-Szene. Für den Bergring, unser Aushängeschild, investieren wir bei der Erneuerung der Bande eine halbe Million Euro. Höhepunkt wird aber ohne Zweifel der 2. Speedway-Grand-Prix am 9. September sein. Dafür laufen schon seit Wochen die Vorbereitungen.

2020 ist das Jahr des 100. Bergringrennens. Das Bergringrennen hat aber an Anziehungskraft verloren. Wird es das Jubiläumsrennen überhaupt geben angesichts schwindender Starterzahlen?
Reinders: Natürlich wird es stattfinden, denn der Bergring ist die schönste Grasbahn Europas und soll es bleiben. Aber wir müssen uns was einfallen lassen, damit es diese Tradition weiter gibt. Denn es wird immer schwieriger, in der 500-ccm-Klasse ein hochklassiges Starterfeld aufzustellen und Fahrer zu finden, die ungebremst den Bergring rauf und runter jagen. Wir wollen deshalb neben Quads und Seitenwagen z.B. die Königsklasse der Crosser auf die Bahn holen und weiter in die Nachwuchsarbeit investieren.

Alle Renntermine in Teterow
14. Mai: Hechtpokal im Speedway
3. Juni: Auerhahnpokal im Speedway
3./4. Juni: Bergringrennen auf der Grasbahn
8. Juli: Bergring-Rallye-Sprint (Auto)
5. August: Schildbürgerpokal im Speedway
9. September: Deutschland-GP im Speedway






zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen