In Zeiten von Corona : Fechtgesellschaft im Homeoffice

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Junge Sportler werden derzeit mit großem organisatorischen Aufwand am heimischen Computerbildschirm „trainiert“.

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22. April 2020, 16:40 Uhr

Schwerin | Der Corona-Lockdown hat nicht nur für Wirtschaft und die Schulen vor große Einschränkungen gebracht. Auch die Sportvereine mussten alle ihre Aktivitäten, wöchentlichen Trainings, Mitgliedertreffen, Wettkampffahrten und Trainingslager absagen. Sport im Homeoffice geht nicht. Oder doch?

Die Fechtgesellschaft Schwerin hat sich der Herausforderung gestellt und macht jetzt genau das: Sport im Homeoffice. „Wir waren uns im Trainerteam schnell einig, dass wir für unsere Sportler eine Alternative anbieten wollen“, erklärt die Vereinsvorsitzende Christina Rode. „Die Herausforderung der Umsetzung fing mit Fechtvideos an und wird nun erweitert durch das Onlinetraining.“

Großer organisatorischer Aufwand

Dazu musste zunächst ordentlich recherchiert und sich weitergebildet werden. Die Trainer Christina Rode und Maik Schulz mussten passende Plattformen finden und auch deren Bedienung mit den vielen Sonderfunktionen erlernen. Dann begann der große organisatorische Aufwand: Die kurze Absprache beim wöchentlichen Training konnte nicht mehr stattfinden, also wurden Anrufe getätigt, Mails verschickt, Einverständniserklärungen eingeholt. Solange, bis jedes Vereinsmitglied erreicht war. Ein großer Dank geht an die Eltern der vielen schulpflichtigen Vereinsmitglieder, die sich sofort bereit erklärt haben, die nötigen Accounts einzurichten. So können die jungen Sportler ihre erzielten Trainingsergebnisse weiter ausbauen und gleichzeitig den Kontakt zu Trainern und Mitsportlern halten, ein nicht zu vernachlässigender Punkt in den Zeiten der sozialen Isolation. „Oft sind die Eltern nun beim Training der Kids dabei, helfen mit der Technik und bekommen einen Einblick was die Kids so machen“, weiß Christina Rode.

Hier entsteht das Trainingsvideo.
Fechtgesellschaft
Hier entsteht das Trainingsvideo.


Wie in den Schulen muss das Trainingsprogramm auf die entsprechenden Altersstufen abgestimmt werden. So steht zurzeit nicht der Erwerb sportartspezifischer Fertigkeiten im Vordergrund, sondern der Erhalt und Ausbau der allgemeinen Leistungsfähigkeit. Die Sportler machen also zahlreiche Programme zur Stärkung ihrer Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination.

Wettkampf-Ausfall trift Jugend hart

Dabei wird nach Altersgruppen unterschieden. Die Sportler der U17 bis U20 bekommen ihre wöchentlichen Programme und trainieren eigenverantwortlich. Im Alter von sechs bis 14 Jahren finden zweimal in der Woche in drei leistungshomogenen Gruppen angeleitete Trainingseinheiten per Video-Chat statt. „Ich finde es richtig cool! Besonders dass wir zusammen trainieren können, wenn schon die Schule ausfällt“, urteilt der elfjährige Haydn Vatter. Und Mutter Anja ergänzt: „Ich finde es gut und notwendig, dass die Kids Sport machen können. Ein tolles Engagement!“

Wie gut sich die Leistungen durch das weiterlaufende Training entwickeln, lässt sich derzeit aber wie in allen anderen Sportarten auch nicht im Wettkampf ermitteln. Derzeit würden bis Mitte Mai die Deutschen Meisterschaften der U13, U15, U17 und U20 laufen, doch den Schweriner Hoffnungsträgern bleibt nur die Heimarbeit. "Für einige ist das besonders bitter, da im nächsten Jahr Altersklassenwechsel bevorstehen und das Ende der U17 für einige andere auch einen Leistungshöhepunkt darstellt", so Christiana Rode.

Normalerweise sind die Fechter häufig auf Turnieren. Diese fallen nun aus.
Fechtgesellschaft
Normalerweise sind die Fechter häufig auf Turnieren. Diese fallen nun aus.


Mitgerissen von den positiven Ergebnissen im Nachwuchsbereich zeigen jetzt auch die Senioren erstes Interesse. Die Trainer arbeiten also weiter am Ausbau der vereinsinternen Kommunikation und planen schon an der digitalen Vorstandssitzung.

Dies ist nicht zu Letzt auch dadurch möglich, dass der Landessportbund und der Stadtsportbund unterstützend arbeitet und den Sportvereinen so eine schnelle und unkomplizierte Hilfe zukommen lässt.

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