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Sport

24. September 2017 | 14:18 Uhr

Jörg Berger im Alter von 65 Jahren gestorben

vom

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erstellt am 24.Jun.2010 | 08:23 Uhr

Köln | Er war der "Feuerwehrmann", der Retter, der Mann für schier ausweglose Situationen - seinen letzten Kampf vermochte er aber nicht zu gewinnen: Jörg Berger ist tot. Nach schwerer Krankheit starb der frühere Bundesliga-Trainer am Mittwoch im Alter von 65 Jahren im Kreise seiner Familie. Berger, der seine Frau Chris und drei Kinder hinterlässt, litt seit langer Zeit an Darmkrebs. Über Jahre hinweg hatte er gegen die Krankheit gekämpft, sich mehreren Operationen und Chemotherapien unterzogen und die Hoffnung nie aufgegeben.

Das Wort "aufgeben" existierte ohnehin nicht im Vokabular Bergers, mit dieser Einstellung hatte er sich einst als Trainer einen Namen gemacht. Wenn die Ausgangslage verfahren und die Aussicht auf Erfolg gleich Null war, dann musste Berger übernehmen. "Er hätte auch die Titanic gerettet", formulierte einst der Frankfurter Bundesligaspieler Jan-Aage Fjörtoft treffend, nachdem Berger die Hessen 1999 im spannendsten Abstiegskampf der Bundesliga-Geschichte auf wundersame Weise zum Klassenerhalt geführt hatte. 21 Stationen als Trainer stehen bei Berger in der Vita, darunter auch Hansa Rostock (17. November 2004 bis 14. August 2005). Meist war er erfolgreich, Frankfurt, den 1. FC Köln, Schalke 04 und Alemannia Aachen führte er nach geschafftem Klassenerhalt sogar in den Europacup. Seine letzte Station war im Mai 2009 Arminia Bielefeld, als er den Klub am letzten Spieltag übernahm, den Abstieg aber nicht mehr abwenden konnte.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Berger die heimtückische Krankheit schon seit Jahren im Körper. Im Jahr 2002 hatte er sich erstmals einer Operation unterzogen, in der ihm 30 Zentimeter vom Darm entfernt wurden. Eine weitere OP folgte 2005. Drei Jahre später begann er erneut eine Chemotherapie. Zwischenzeitlich schien er den Kampf gewonnen zu haben, doch immer wieder kam es zu Rückschlägen. Zuletzt arbeitete Berger als Experte für den TV-Sender Sky und war an mehreren Projekten beteiligt. Einen seiner letzten öffentlichen Auftritte hatte Berger Anfang Mai. Als Coach führte er die deutsche Autoren-Nationalmannschaft in Dortmund zum EM-Titel gegen die Türkei (5:4). Auf dem Siegerfoto jubelte Berger damals ausgelassen mit.

1979 war Trainer Berger einst nach einem Spiel der DDR-Nachwuchsauswahl über Belgrad mit einem falschen Ausweis auf den Namen Gerd Prenzel aus dem Westen geflüchtet. Seine Frau und seinen Sohn hatte er damals zurückgelassen. Die "schwerste Entscheidung seines Lebens" sei es gewesen. Erst im Nachhinein habe er feststellen müssen, wie stark doch die Stasi war. Wie es heißt, soll er 1980 sogar einen Giftanschlag überlebt haben. Dieser Lebensabschnitt war auch wichtigster Bestandteil seiner Biografie "Meine zwei Halbzeiten: Ein Leben in Ost und West", die er 2009 herausgebracht hatte.

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