Kritik an Lopetegui wächst : Historische Torlos-Serie bei Real Madrid

Reals Alvaro Odriozola (M) und Alaves Jony Rodriguez (r) im Zweikampf. /AP
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Reals Alvaro Odriozola (M) und Alaves Jony Rodriguez (r) im Zweikampf. /AP

Seit 1985 hat Real Madrid ein solches Fiasko nicht mehr erlebt. Seit fast sieben Stunden hat das Star-Ensemble kein Tor mehr verwandelt. Experten sprechen schon von «schrillenden Alarmglocken». Wird es eng für Zidane-Nachfolger Julen Lopetegui?

svz.de von
07. Oktober 2018, 12:32 Uhr

Die Krise von Real Madrid hat mit der 0:1-Pleite bei CD Alavés historische Ausmaße angenommen. Nach der vierten Torlos-Partie in Serie gibt es für Spaniens Rekordmeister kaum noch etwas schönzureden.

33 Jahre ist es her, als dem Club zuletzt eine solche Blamage unterlief - damals unter Trainer Amancio, der umgehend entlassen wurde. Drei Jahre zuvor erwischte es Vujadin Boškov, der 1982 nur elf Tage nach dem vierten torlosen Spiel gehen musste, wie die Sportzeitung «Marca» vorrechnete. «Die Präzedenzfälle geben keinen Grund zum Optimismus was die Zukunft von Julen Lopetegui betrifft», so das Blatt.

Der 52-Jährige steht nicht erst seit diesem Wochenende in der Kritik. Schon nach dem peinlichen 0:1 in der Champions League bei ZSKA Moskau in der vergangenen Woche waren Zweifel an dem Spanier aufgekommen. «Der Verantwortliche ist immer der Coach», räumte er nun offen ein, fügte aber hinzu, dass vor allem die ungewöhnliche Verletzungswelle dem Team von Toni Kroos zu schaffen macht. «Damit alles so klappt, wie wir es geplant haben, ist es wichtig, dass alle dabei sind. Diese vielen Spielerausfälle sind nicht normal.»

Schon vor dem Liga-Spiel gegen Alavés war klar, dass Dani Carvajal und Marcelo verletzungsbedingt nicht dabei sein würden, zudem fehlt Isco nach einer Blinddarm-OP voraussichtlich bis Ende Oktober. Dann aber mussten während der Partie auch noch die Offensivstars Karim Benzema und Gareth Bale angeschlagen vom Platz gehen. Und auch der Wechsel von Torgarant Cristiano Ronaldo zu Juventus Turin macht dem Team weiter zu schaffen. «Diese Krise hat viele Väter», brachte es ein Kommentator auf den Punkt.

Eine Umfrage von «Marca» bei den Fans ergab vor wenigen Tagen, dass 87 Prozent der Befragten den Kader in dieser Saison für schlechter halten als in den vergangenen Spielzeiten, in denen «Los Blancos» immerhin drei Mal in Folge die Champions League gewinnen konnten. 77 Prozent erklärten, dem Team fehle Superstar Ronaldo, und 71 Prozent würden gerne wieder Zinédine Zidane auf der Trainerbank sehen.

2018 ist für Lopetegui bislang kein gutes Jahr. Im Juni wurde er kurz vor dem WM-Start in Russland als Nationaltrainer freigestellt, weil er ohne Absprache mit dem Verband mit Real Madrid verhandelt hatte. Der Start in die Primera División und die Champions League glückten dann zwar zunächst, aber nur bis zum 22. September. Da schoss Marco Asensio beim 1:0 gegen Espanyol in der 41. Minute den vorerst letzten Treffer.

In der Tabelle spiegelt sich die Real-Krise derweil noch nicht wider, ist das Team doch wegen seines guten Saisonauftakts immer noch in der Spitzengruppe vertreten. Die nächste Partie findet erst am 20. Oktober gegen UD Levante statt. Die Zeitung «Mundo Deportivo» meinte: «Bis dahin hat Lopetegui Zeit, Lösungen zu finden - aber auch (Real-Präsident) Florentino Pérez hat Zeit denen zuzuhören, die an Lopetegui zweifeln.»

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