Handball : THW stärker als Russland?

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Deutscher Handball-Rekordmeister will am 26. Juli in Schwerin in Bestbesetzung die „Sbornaja“ in die Knie zwingen

svz.de von
04. Juli 2014, 21:00 Uhr

„Ich bin seit langem der Meinung, dass Top-Vereine stärker sind als Nationalmannschaften“, sagt Alfred Gislason. Bis jetzt hatte der Trainer des deutschen Handball-Rekordmeisters THW Kiel damit ins Blaue orakelt. Nun will er den Beweis für seine These antreten. Am 26. Juli um 18 Uhr gegen Russland. In Schwerin! Im überhaupt ersten Vergleich der Kieler mit einem Nationalteam.

Mit vollkommener Waffengleichheit wird in der Sport- und Kongresshalle allerdings nicht gekämpft. Denn während die Kieler mit dem Spiel die Serie ihrer Testspiele für die am 23. August beginnende neue Bundesliga-Saison erst einläuten, wird es für die Russen der abschließende Höhepunkt ihres Deutschland-Trainingslagers sein. Dieses dient der deutlich verjüngten „Sbornaja“ zur langfristigen Vorbereitung auf die WM in Katar im Januar 2015, für die sie sich mit zwei Play-off-Siegen über Litauen qualifiziert hat. Im Gegensatz bekanntlich zur deutschen Sieben, die an Polen scheiterte.

„Es ist schon eine außergewöhnliche Gegnerwahl“, gibt Gislason zu, „denn normalerweise beginnt man gegen leichtere Gegner und steigert dann.“ Dennoch ließ sich der Isländer nicht lange bitten, als Russland-Trainer Oleg Kuleschow mit der Testspiel-Bitte an ihn herantrat. Schließlich sind sich beide aus gemeinsamen Tagen beim SC Magdeburg verbunden. Gislason war dort Trainer, Kuleschow sein Weltklasse-Mittelmann.

Dass der THW mit diesem Kracher – den er übrigens mit all seinen Stars bestreitet – nach Schwerin geht, ist nicht zuletzt ein Tribut der einen, erfolgreichen Stadt mit Handballtradition an die andere, derzeit nicht so erfolgreiche. „Aber das wollen wir wieder werden“, sagt Schwerins OB Angelika Gramkow, Schirmherrin des Spiels am 26. Juli. „Als Stadt unterstützen wir unsere Handballmänner und –frauen und wollen nach dem Neubeginn mit den Männern auch wieder hoch. Da hilft so ein Spiel natürlich.“

Dass es ein klasse Spiel wird, steht für den THW-Coach außer Zweifel. Selbst wenn seine Jungs um die Welthandballer Filip Jicha und Domagoj Duvnjak erst am 17. Juli wieder ins Training einsteigen und bis zum Spiel statt mit dem Ball hauptsächlich an der Kondition arbeiten werden, verspricht Gislason: „Wir werden noch nicht spritzig, aber wir werden echt gut sein.“ Und Schirmherrin Gramkow legt sich fest: „Wir gewinnen!“

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