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FAQ: Handball WM 2017 : Stars, Favoriten und der WM-Modus: Handball-Fest trotz TV-Chaos?

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Frankreich geht als Favorit ins Rennen – doch auch Deutschland hat Chancen. Könnte nur sein, dass das außer den eingefleischten Fans niemand mitbekommt. svz.de mit Fragen und Antworten.

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erstellt am 09.Jan.2017 | 21:57 Uhr

Paris | Der Wirbel um die Not-Übertragung der Handball-WM hat einen ersten Schatten über das Turnier in Frankreich gelegt. Wer sich die Topstars und das deutsche Abschneiden live anschauen will, braucht eine möglichst gute Internetverbindung. Aber wie gut stehen Deutschlands Chancen beim Abschiedsturnier von Bundestrainer Dagur Sigurðsson überhaupt? Und woran müssen sich die Fans vielleicht erst gewöhnen? Und: Kann es sogar Chancen auf ein neues Handball-Wintermärchen geben?

Wie kann ich die Handball-WM gucken?

Im Internet. Nachdem die Verhandlungen zahlreicher TV-Sender mit dem Rechteinhaber beIN sports gescheitert waren, sicherte sich Handball-Sponsor DKB auf den letzten Drücker die Übertragungsrechte. Die Begegnungen werden auf der Internetseite handball.dkb.de zu sehen sein und kostenlos gezeigt. Doch gerade im Handball-Land SH könnte das Probleme machen: Der schleswig-holsteinische CDU-Vorsitzende Daniel Günther fürchtet, dass manche Fans die Spiele trotz der Internet-Lösung nun nicht werden sehen können. „Aufgrund der schlechten Breitbandanbindung werden sich viele Fans zusätzlich ärgern, dass sie nicht einmal den durch den Sponsor angebotenen Livestream sehen können“, sagte er. Wie man das Internet auf den Fernsehbildschirm bringt, lesen Sie hier.

Wie nur soll ich mit grottenschlechtem Netz gucken? Gibt es denn nirgendwo Public Viewing?

Wer nicht über eine stabile Verbindung verfügt, könnte in die Röhre schauen. Die DKB überträgt neben allen deutschen Spielen zahlreiche weitere WM-Partien. Außerdem hat der Deutsche Handballbund (DHB) die Public-Viewing-Rechte für die deutsche Spiele gekauft. Diese sollen kostenlos an Vereine und Verbände hierzulande weitergegeben werden. Wegen der lange ungeklärten Rechte-Situation hat aber sogar der selbsternannte „Handballbahnhof Kiel“ eine Übertragung abgesagt. Der ruft alle Vereine von der Bundesliga bis in die Kreisklasse auf, in ihrem Umfeld den Livestream der DKB zu nutzen und ein Public Viewing zu organisieren. Die Orte werden dann vom DHB veröffentlicht. Orte in SH sind bislang nicht dabei.

Wie doof ist das denn bitte?

 „Vom Grundsatz her ist die Situation maximal schlecht. Der Schaden ist immens“, sagte Liga-Boss Uwe Schwenker  der „Bild am Sonntag“. Zwar ist er der DKB als Sponsor dankbar, dass sie die Spiele des Turniers in Frankreich auf ihrer Internetseite übertragen wird. Für die Zukunft fordert er vom Weltverband IHF aber Veränderungen.

„Es kommt darauf an, dass bei künftigen Vergaben von TV-Rechten nicht nur der schnöde Mammon im Vordergrund steht. Der Verband sägt sich sonst den Ast ab, auf dem er sitzt“, sagte er. Die IHF hatte dem katarischen Medienunternehmen beIN sports die Rechte für die Weltmeisterschaften 2015 und 2017 für viel Geld übergeben. TV-Sender wie ARD und ZDF hatten sich zuvor mit beIN nicht über eine Rechtevergabe einigen können.

Gibt es wenigstens irgendwo Live-Ticker?

Die Spiele werden auf shz.de mit Live-Tickern begleitet: Die Ticker, Teamvergleiche und den Spielplan finden Sie hier.

Wer sind die Favoriten im Turnier?

Als Titelverteidiger und Gastgeber werden Frankreich die größten Chancen eingeräumt. „Für mich sind sie der ganz große Favorit - von dem aber auch nicht weniger als der Titel erwartet wird im eigenen Land“, sagt Deutschlands Kapitän Uwe Gensheimer. Doch Frankreichs Topstars wie Daniel Narcisse (37) oder Nikola Karabatic (32) sind nicht mehr die jüngsten. Neben dem Gastgeber dürfte auch Olympiasieger Dänemark große Chancen auf den Titel haben. Interessant wird auch sein, wie sich die Spanier nach der empfindlichen EM-Pleite gegen Deutschland präsentieren.

Wie stehen Deutschlands Chancen?

Als Europameister zählt auch Deutschland zu den Favoriten. Dass erneut zahlreiche Spieler fehlen, dürfte kein Nachteil sein. Schon bei der erfolgreichen EM vor einem Jahr war Bundestrainer Sigurðsson mit der jüngsten Truppe des Turniers ein Coup gelungen. Zudem dürfte die DHB-Auswahl durch den angekündigten Abschied des Isländers besonders motiviert sein. Was wäre schöner als ein Abgang mit der WM-Krone?

Wer sind die Stars?

In Frankreich trifft sich für etwas mehr als zwei Wochen die Weltelite des Handballs. Von den Megastars sind etwa die zweifachen Welthandballer Mikkel Hansen (Dänemark) und Karabatic (Frankreich) dabei. Interessant wird das letzte Gruppenspiel der Deutschen gegen Kroatien am 20. Januar, in dem es zum Aufeinandertreffen von Gensheimer und dem Kieler Domagoj Duvnjak kommt. Auch die Altstars Narcisse (Frankreich) und Laszlo Nagy (Ungarn) sind dabei. Ob Vize-Weltmeister Katar mit seinen zahlreichen eingebürgerten Spielern wie Rafael Capote an alte Leistungen anknüpfen kann, bleibt abzuwarten.

Wie ist der Modus?

Die 24 Teams treffen zunächst in vier Gruppen mit je sechs Mannschaften aufeinander. Die jeweils besten vier Mannschaften qualifizieren sich für die K.o.-Runde. Deutschland spielt in Gruppe C und würde im Achtelfinale auf ein Team aus Gruppe D treffen, wobei der jeweilige Erste gegen den Vierten beziehungsweise der Zweite gegen den Dritten spielen. Anschließend geht es weiter bis zum Finale. Wer Fünfter oder Sechster in den Gruppen wird, spielt im sogenannten President's Cup weiter. Kritiker bemängeln, dass durch das geringe Aussieben in der Gruppenphase das Turnier zu beginn als Schwung einbüßt und keine rechte Stimmung aufkommen könnte.

Was ist neu?

Erstmals in der Geschichte eines internationalen Männer-Turniers dürfen die Schiedsrichter den Videobeweis nutzen. Die Technik steht an allen acht Spielstätten zur Verfügung. So dürfen die Unparteiischen etwa darauf zurückgreifen, wenn es um die Frage geht, ob ein Ball im Tor war oder nicht.

 
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