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Mit der Lizenz im Rücken auf zum Derby-Tanz

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erstellt am 20.Mai.2010 | 08:17 Uhr

Dortmund/Schwerin/Rostock | Die Lizenzierungs-Kommission der Handball-Bundesliga GmbH hat gestern die Hausaufgaben der MV-Zweitligisten Post Schwerin und HC Empor Rostock mit dem Saisonticket 2010/11 ohne Auflagen gewürdigt. Somit kann der Derby-Tanz am morgigen Sonnabend um 18 Uhr zwischen beiden Erzrivalen in der Schweriner Sport- und Kongresshalle kommen!

15 Mannschaften der ersten und zweiten Bundesligen erhielten das Okay zum Teil nur mit Auflagen. Bei den Erstligisten VfL Gummersbach, HSG Wetzlar und GWD Minden wurde die Lizenz gar nur unter der so genannten "aufschiebenden Erfüllung von Bedingungen" vergeben. Das heißt: Die "grüne Saisonkarte" gilt hier erst, wenn diese Bedingungen fristgerecht und vollständig bis zum 4. Juni erfüllt sind. Als einzigem Team wurde Süd-Zweitligist Concordia Delitzsch die Lizenz verweigert. Die Sachsen haben nun eine Woche Zeit, Beschwerde einzureichen. Sollte es beim jetzigen Beschluss bleiben, würde der TV Leichlingen als Tabellen-18. in der 2. Liga verblieben. Ansonsten spielen die Cor corden nächste Spielzeit aller Voraussicht nach in der Nordstaffel.

"Wir sind stolz darauf, die Lizenz seit fünf Jahren ohne Auflage bekommen zu haben", verkündete Post-Geschäftsführer Norbert Henke, der in Schwerin nach dem Erstliga-Abstieg im Mai 2005 anheuerte und einen Riesenschuldenberg samt Damo klesschwert Insolvenz vorfand. Beim Klub von der Küste hieß es: "Wir sind unglaublich froh und stolz, was wir in den vergangenen zwei Jahren erreicht haben", so HCE-Sportdirektor Holger Schneider. Noch zur Spielzeit 2007/08 war den Emporianern die Lizenz im ersten Anlauf verweigert worden, drückten seinerzeit Schulden im sechsstelligen Bereich. Die Altlasten seien schon "ein Klotz gewesen, aber jetzt reden wir über die Zukunft", lautet Schneiders Devise. Und da hat sich beim HCE in der Tat einiges nach vorn bewegt: Der Saisonetat erhöht sich laut Schneider von "jetzt 580 000 Euro auf 700 000 bis 800 000".

Zur Trainer-Personalie wollte Schneider nichts sagen und verwies auf die heutige Pressekonferenz. Es spricht alles dafür, das Lars Rabenhorst weitermacht. Natürlich durfte dieser darüber in der Öffentlichkeit noch nichts sagen. Lars erklärte gestern jedoch vielsagend: "Ich bin guter Dinge, so schlecht habe ich nicht gearbeitet."

Und beim SV Post? Dort bekam Trainer Dirk Beuchler, wie berichtet, vom Sportbeirat mit Präsident Peter Rauch, Aufsichtsratsmitglied Uli Witt und Manager Henke ein finanzielles Stoppzeichen in Sachen Vertragsverlängerung und Neuverpflichtungen. Beuchler: "Im März/April habe ich viele schlaflose Nächte gehabt, wer zu uns sportlich und finanziell passt. Ich habe mit den Spielern gesprochen und sie danach darüber informiert, dass der Verein kein Geld hat. Jetzt bin ich ganz entspannt und warte ab", so der bei der Thematik frustriert wirkende Coach.

Unterschiedliche Sichten prallen aufeinander. "Ich hätte gerne so im März/April die Mannschaft beisammen. Zumal jetzt gute Spieler zu haben sind", so Beuchler. Manager Henke, der die Jahre immer lange bis zum "Zugriff" wartete, meinte: "Die Mannschaft muss Ende April nicht stehen!"

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