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Bundesligahandball in Schwerin : Das Projekt „Grün-Weiß“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schwerins A-Jugend-Handballerinnen spielen in der Bundesliga – mit Verstärkungen aus vielen anderen Clubs

svz.de von
erstellt am 11.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Nach einem Jahr Pause haben sich die A-Jugend-Handballerinnen des SV Grün-Weiß Schwerin wieder für die Bundesliga qualifiziert. Bei der Besetzung des Kaders setzt der Club diesmal aber nicht nur auf Eigengewächse, sondern auch auf Spielerinnen anderer MV-Vereine.

Das Modell hat sich bewährt, denn anders als beim erfolglosen Debüt im Oberhaus 2013 ist die Auswahl jetzt konkurrenzfähig. Für die Mädchen ist die Bundesliga eine reizvolle Herausforderung, aber auch ein Spagat zwischen Schule, Freunden und Sport. Am ersten Doppel-Spieltag gab es einen Sieg und eine Niederlage. Morgen werden in Blomberg/Lippe die dritte und vierte Partie ausgetragen.

Der Ball kommt angerauscht. Wuchtig geworfen. Sophie Huysmann reißt die Arme hoch. Gehalten. Die 16-Jährige ballt die Hand zur Faust. Wieder eine Parade. Die Nervosität hat sie längst abgelegt. Ihr Team ist auf der Siegerstraße, hat den Thüringer HC im Griff – 30:23. GW Schwerin gewinnt. Und Torfrau Sophie Huysmann ist mit dabei, beim ersten Sieg in der Handball-Bundesliga. Vor einigen Monaten hat die Spielerin vom kleinen Verein VfL BW Neukloster von solch einem Auftritt nur träumen können. „Meine Trainerin hat mich dann gefragt, ob ich in Schwerin mal mitspielen möchte, denn der Herr Köster ist irgendwie auf mich aufmerksam geworden“, sagt Huysmann.

Herr Köster heißt mit Vornamen Andreas und ist Trainer der grün-weißen A-Jugend.

„Wenn man bedenkt, dass Sophie nicht von einem Leistungsstützpunkt wie Schwerin, Rostock oder Neubrandenburg kommt, sondern aus Neukloster, dann sieht man, dass auch in kleineren Vereinen der Nachwuchs gut ausgebildet wird“, sagt Köster. Und gute Spielerinnen, die kann er gebrauchen. VfL BW Neukloster, SV Warnemünde, TSG Wismar und TSV Bützow – aus diesen vier Vereinen hat sich Grün-Weiß Verstärkung geholt. Torsten Fetchenheuer ist Vorsitzender des SV Grün-Weiß Schwerin und er sieht bei diesem „Projekt Auswahlmannschaft“ für alle Seiten Vorteile: „In Sachen Ausbildung haben wir als Leistungszentrum auch eine Führungsrolle zu übernehmen.“ Und so sei der Kontakt zu anderen Vereinen geknüpft worden. Die Mädchen, so Fetchenheuer, können sich weiterentwickeln, Grün-Weiß sei in der Breite besser aufgestellt und wettbewerbsfähiger.

Sportlich auf einem hohen Level zu spielen, das ist auch für die 16-jährige Kim Dehling reizvoll. Die Rückraumspielerin kommt aus Boizenburg, spielt schon seit mehreren Jahren in Schwerin und weiß, dass Schule und Leistungssport nicht immer einfach unter einen Hut zu bringen sind. „Mit der Schule ist das so, dass wir die Sachen meist mit auf Fahrt nehmen. Oder wir sagen dem Verein ab. Das darf aber nicht so oft vorkommen, weil man sonst seine Leistung nicht bringen und zeigen kann“, sagt Kim. Für Freunde bliebe wenig Zeit. „Bei mir geht der Handball vor, aber das wissen sie.“

Jetzt stehen die weiten Fahrten nach Blomberg in Ostwestfalen an, im November nach Thüringen. Dann wird sich entscheiden, ob der SV Grün-Weiß in seiner Dreier-Gruppe mindestens Platz zwei und damit das Achtelfinale erreicht. Dieses Ziel hat auch Sophie Huysmann: „Wir wollen Spaß und Erfolg haben.“ Dass das aber nicht immer gegen die starke Konkurrenz klappt, hat das MV-Auswahlteam schon beim 14:26 gegen die HSG Blomberg-Lippe gemerkt. Aber noch haben Sophie, Kim und die anderen Mädchen alle Chancen, den SV Grün-Weiß Schwerin über die Vorrunde hinaus in der Bundesliga zu präsentieren – und sich einen guten Ruf in der Handball-Szene zu erarbeiten.


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