zur Navigation springen

Hansas „Nachsitzen“ wird immer wahrscheinlicher

vom

svz.de von
erstellt am 02.Mai.2010 | 09:48 Uhr

rostock | Die Entscheidung, wer in der 2. Fußball-Bundesliga in die Abstiegs-Relegation muss, fällt erst am letzten Spieltag. Nach gegenwärtigem Stand müsste der FC Hansa in die Verlängerung. Er kam gestern gegen Energie Cottbus nicht über ein 0:0 hinaus. Dabei hatte der FSV Frankfurt (weiterhin ein Punkt Vorsprung) mit dem 0:0 in Ahlen ja durchaus "mitgespielt". Doch das erlösende Tor in Rostock wollte einfach nicht fallen.

Kai Bülow bestritt sein 100. Spiel für den FCH in der 2. Liga. Der Verteidiger kehrte zuletzt beim 1:0 in Kaiserslautern für den verletzten Orestes in die Anfangsformation zurück und erzielte prompt das Siegtor. Gestern stand er wieder von Beginn an auf dem Rasen. Es gab keine Änderungen in der Start-Elf.

Unter den 25 000 Fans in der restlos ausverkauften Arena befanden sich auch die Profiboxer Ruslan Chagaev, Vitali Tajbert und Jürgen Brähmer. "Auf jeden Fall einen Sieg, damit wir die Klasse halten", wünschte sich der Schweriner WBO-Weltmeister im Halbschwergewicht und wagte die Prognose: "Ich glaube, das wird ganz lustig heute hier." Nun, das wurde es leider nicht…

Für erstes Aufsehen sorgte Kevin Schöneberg, der unter Bedrängnis von zwei Cottbusern bis dicht vor das Tor dribbelte - vor das eigene (11.). Zweimal - bei Schüssen von Rivic (36./noch abgefälscht) und Fandrich (42.) - schaltete sich Keeper Alexander Walke gewohnt souverän ein.

Die Zeit dazwischen bestimmte Hansa. Wenngleich auf dem holprigen Geläuf immer mal wieder Bälle versprangen, es gab auch Anflüge von Chancen: Oliver Schröder mit Freistoß von rechts, Kopfball-Aufsetzer von Kai Bülow über die Latte (15.), Sekunden später fast die gleiche Situation, nur diesmal aus dem Spiel heraus, Kevin Schöneberg auf Dexter Langen. Schließlich hatte Gardar Jóhannson freie Bahn nach Vorlage von Andreas Dahlén, schoss jedoch vorbei (20.).

Richtig zwingend war das allerdings alles nicht, zu viele Pässe schlugen fehl. Dabei hatten die Fans ihrer Mannschaft doch mit einem fast die ganze Breite der Südtribüne einnehmenden Spruchband den Weg gewiesen: "Ackern, kämpfen, beißen, sich für Hansa den Arsch aufreißen!".

Weniger als eine Minute nach Wiederanpfiff leitete Jóhannsson eine Flanke von rechts mit dem Kopf weiter, Andreas Dahlén verpasste, doch am hinteren Pfosten fegte Fin Bartels heran - und traf aus einem Meter Entfernung das Tor nicht…

Während die Rostocker sich abmühten, mehr Zug, Genauigkeit und Tempo in ihre Aktionen zu bekommen, vertrieben sich im Gäste-Fanblock ein paar Dummköpfe die Zeit damit, Feuer zu entfachen und Knallkörper zu zünden (59./60.).

Tim Sebastian gab mit seinem Kopfballtreffer in der 64. Minute an sich die richtige Antwort, aber das vermeintliche 1:0 zählte leider nicht. Offenbar hatte die Kugel bei der zuvor von Oliver Schröder getretenen Ecke bereits die Torauslinie überschritten.

Hansa war überlegen, diktierte das Geschehen, nur lief den Gastgebern die Zeit davon. Sie versuchten jetzt wirklich alles, kreierten durch Gardar Jóhannson und Enrico Kern sogar den doppelten Fallrückzieher (83.). Tobias Jänicke versuchte es aus der Distanz (89.), Bradley Carnell - nicht für das vorläufige WM-Aufgebot von Südafrika berücksichtigt - auch (90.).

Aber was auch immer das Team, vom großartigen Anhang bis zuletzt lautstark nach vorn getrieben, unternahm, der Ball wollte nicht rein. Tobias Jänicke bekam noch mal die Chance, spritzte in eine zu kurz geratene Kopfballrückgabe, Tremmel aber war schneller (90.+3) - Schlusspfiff.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen