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Energie Cottbus : Ein „positiv Verrückter“ für die Rettung

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Als Co-Trainer steht Jörg Böhme, Vize-Weltmeister 2002, mit Energie Cottbus vor einer Herkulesaufgabe / Mittwoch feiert er seinen 40. Geburtstag

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erstellt am 20.Jan.2014 | 18:15 Uhr

Himmelfahrtskommando oder Rettungsmission: Jörg Böhme hat sich für seinen neuen Job als Co-Trainer im bezahlten Fußball keine einfache Aufgabe ausgesucht. Der frühere Bundesliga-Profi, der am morgigen Mittwoch 40 Jahre alt wird, ist seit dem 3. Januar Co-Trainer beim abgeschlagenen Zweitliga-Schlusslicht Energie Cottbus. „Es kann ja nur aufwärts gehen“, sagt der gebürtige Sachsen-Anhalter (Hohenmölsen) mit etwas Galgenhumor über die komplizierte Lage.

Derzeit macht Böhme an der Seite von Chef-Trainer Stephan Schmidt die Cottbuser im Trainingslager von Belek (Türkei) für die Rückrunde fit: „Uns haben alle schon abgeschrieben, das ist vielleicht das Gute an unserer Situation.“ Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Mit gerade mal 13 Punkten und acht Zählern Rückstand zum rettenden Ufer ist der ehemalige Bundesligist Tabellenletzter. Eigentlich wollte Energie um den Aufstieg mitspielen, doch nach einer katastrophalen Hinrunde stürzte man ab. Es werde „hammerschwer“, weiß auch Böhme, der aber zuversichtlich bleibt: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“

Am Mittwoch feiert Böhme, der sich als Teilnehmer der WM 2002 ehemaliger Vize-Weltmeister nennen kann, seinen 40. Geburtstag. Auf eine Feier legt er keinen Wert. „Wir sind ja in der Türkei, um zu arbeiten“, betont der Assistent: „Da noch zwei Spieler von uns während des Trainingslagers Geburtstag haben, kämen wie aus dem Feiern ja gar nicht mehr raus.“

In seiner Zeit als Profi galt Böhme als eckiger Typ. Schalkes damaliger Manager Rudi Assauer nannte den linken Außenspieler einen „positiven Verrückten“, der für die Königsblauen in zwei Pokalfinals den Unterschied ausgemacht hat. 2001 erzielte er beim 2:0-Sieg über Union Berlin beide Tore, und ein Jahr später weckte er sein Team mit einem genialen Freistoßtor zum 1:1 gegen Bayer Leverkusen aus der Lethargie und ebnete den Weg zum 4:2-Sieg. „Es war die erfolgreichste und intensivste Zeit meiner Karriere“, sagte Böhme heute über seine Schalker Jahre. 2001 stand er auch im Parkstadion auf dem Rasen, als die Knappen für vier Minuten deutscher Meister waren. „Das werde ich nie vergessen, das war schon irre“, sagt der Linksfuß heute.

Nachdem Böhme 2008 seine Profi-Karriere ausklingen ließ, stieg er bei seinem Stammverein Arminia Bielefeld als Co-Trainer ein. Seinen heutigen Chef lernte er kennen, als Schmidt in der Nähe beim SC Paderborn die Übungen leitete. „Als Cottbus nach der Trennung von Uwe Speidel einen neuen Co-Trainer suchte, hat Stephan mich angerufen. Ich habe gerne zugesagt“, berichtet Böhme, der aber auch weiß, wie er den neuen Job in Cottbus einzuordnen hat: „Wir wollen das Unmögliche möglich machen.“

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