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FC Hansa Rostock: Kampf um inoffizielle Zweitliga-Krone beginnt : Der Fußball-Osten im Blickpunkt

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Es ist eine inoffizielle Meisterschaft ohne Titel, aber mit viel Prestige: Wenn die Saison in der 2. Bundesliga startet, dann geht es für die Teams aus der ehemaligen DDR um die Fußball-Krone der neuen Bundesländern.

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erstellt am 14.Jul.2011 | 08:03 Uhr

Berlin | Es ist eine inoffizielle Meisterschaft ohne Titel, aber mit viel Prestige: Wenn heute die Saison in der 2. Bundesliga startet, dann geht es für die Teams aus der ehemaligen DDR um die Fußball-Krone der neuen Bundesländern. Neben Erzgebirge Aue, Energie Cottbus und Union Berlin streiten sich mit den Aufsteigern Hansa Rostock und Dynamo Dresden gleich fünf Teams um die beste Platzierung im Unterhaus. "Wir als kleines Gebirgsvolk aus dem Erzgebirge wollen wieder die Nummer eins im Osten sein, das ist doch klar", sagte Präsident Bernd Keller vom FC Erzgebirge: "Auch wenn es für diesen Titel nichts gibt, ist das eine Imagesache und wir würden den Erfolg aus dem Vorjahr gern wiederholen." In der abgelaufenen Saison schnitten die Veilchen als Aufsteiger überraschend gut ab, wurden erst Herbstmeister und belegten am Ende den fünften Platz. "Das erste Tabellendrittel wäre für uns wieder ein toller Erfolg, aber das lässt sich nicht so leicht planen", sagte Keller. Mindestens als ebenbürtig sind die Cottbuser von Claus-Dieter Wollitz einzuschätzen. Auch der Trainer der Lausitzer hatte während der Sommerpause betont, die Spielzeit als bestes Ostteam beenden zu wollen. "Wir wollen es machen und den internen Vergleich gewinnen", verkündet Wollitz. Doch die Konkurrenz ist groß, denn mit den im Unterhaus etablierten Eisernen von Union Berlin sowie Rostock und Dresden ist ein heißes Rennen zu erwarten.

"Wir sind im Osten so stark aufgestellt wie schon lange nicht mehr", sagte Vizepräsident Rainer Milkoreit vom Deutschen Fußball-Bund (DFB): "Mit dem Start der Saison ist die Hoffnung verbunden, dass es vielleicht ein Team aus dem Osten in die Bundesliga schafft oder zumindest oben mitspielen kann." Der DFB-Vize, der zugleich Präsident des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV) ist, selbst rechnet vor allem Cottbus und Aue beste Chancen auf eine starke Saison zu. Langfristig könnte es aber auch Dresden schaffen. "Wenn man nur das Umfeld betrachtet, ist Dynamo ein Kandidat für die Bundesliga", betonte Milkoreit: "Sie haben ein tolles Stadion und sehr viele Fans, daraus lässt sich viel machen." Allerdings hatte der achtmalige DDR-Meister in der Aufstiegssaison große Probleme mit den eigenen Anhängern und musste Strafen in Höhe von 50 000 Euro an den DFB zahlen. Mit dem Auftakt in Cottbus und dem ersten Heimspiel gegen Rostock scheint neuer Ärger programmiert. "Wir müssen die Ostderbys zu Fußballfesten machen", forderte Aue-Boss Keller: "Die Stadien werden garantiert immer voll sein. Man muss es nur bei dieser sportlichen Rivalität belassen, nach dem Abpfiff dürfen sich die Fans nicht auf der Straße duellieren." Aufgrund der Vielzahl an brisanten Spielen der ehemaligen DDR-Oberligisten dürfte das allerdings schwierig werden. Trotzdem solle man den Vereinen eine Chance geben, sich von ihrem Negativ-Image zu lösen, sagte Keller. Aktuell ist der Fußball-Osten mit fünf Zweitligisten zwar gut aufgestellt, das könnte sich - wie in der Vergangenheit geschehen - aber auch schnell wieder ändern. "Natürlich kann es passieren, dass Vereine absteigen, damit muss man immer rechnen", sagte Milkoreit. Fakt sei aber, dass ein Aufwärtstrend zu erkennen ist. Die Situation soll "stetig verbessert werden". Denn nicht nur Milkoreit weiß: "Der Osten ist ein sehr wichtiger Markt für Fußball-Deutschland."



Freitag, 18.00: Energie Cottbus - Dynamo Dresden, FSV Frankfurt - Union Berlin;
Freitag, 20.30: SpVgg Greuther Fürth - Eintracht Frankfurt;
Sonnabend, 13.00: Erzgebirge Aue - Alemannia Aachen, FC St. Pauli - FC Ingolstadt;
Sonntag, 15.30: Hansa Rostock - SC Paderborn, Karlsruher SC - MSV Duisburg, Eintracht Braunschweig - 1860 München;
Montag, 20.15: Fortuna Düsseldorf - VfL Bochum


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