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Hintergrund : Was sich Unternehmen vom Fußball versprechen

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erstellt am 10.Jan.2017 | 17:14 Uhr

Ob Bäcker, Metzger, Getränkehändler oder Gastronomen – an  Europa- oder Weltmeisterschaften wollen alle verdienen. Deshalb läuft die Marketing-Maschinerie rund um ein großes  Fußball-Turnier auf Hochtouren. Da wirbt der Bäcker mit den Euro-Brötchen, der Metzger mit der WM-Wurst, andere locken mit speziellen Rabatt-Aktionen wie Freigetränken für den richtigen Ergebnis-Tipp. Auch für die Spielwaren-Industrie sind   EM, WM und der DFB als Lizenzthema Umsatzbringer. Vor allem Panini-Sammelkarten und die Lego-Nationalmannschaft avancieren nach Angaben des Bundesverbandes des Spielwaren-Einzelhandels (BVS) zu Verkaufsschlagern.

Bei Europa- und Weltmeisterschaften ließen sich mit Fußball auch Zielgruppen ansprechen, die normalerweise weniger mit dem Sport am Hut hätten, sagt Markus Voeth, Marketing-Professor an der Universität Hohenheim. „Wir wissen, dass sich Frauen oder auch Nicht-Fußballfans unter den Männern während der WM und EM ebenfalls für Fußball interessieren. Sie schätzen vor allem das Verbindende und sind daher ebenfalls durch Werbung erreichbar“, kommentiert Voeth.

Die Unternehmen verfolgen damit verschiedene Ziele. Die einen nutzten das positive Image des Fußball-Ereignisses, um es auf das  eigene Unternehmen und die Marken abfärben zu lassen. Andere Firmen – etwa Nike, Adidas und Puma – setzen darauf, dass Kunden verstärkt auf ihre Produkte aufmerksam werden und diese kaufen.

Aber bringen mehr Spiele bei einer Fußball-Weltmeisterschaft zwangsläufig auch höhere  Einnahmen?  Vor allem Gastronomen sind da eher skeptisch. „Wir mussten in der Vergangenheit konstatieren, dass eine EM oder WM nicht automatisch für mehr Umsatz in der Gastronomie sorgt“, sagt Matthias Dettmann, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes in Mecklenburg-Vorpommern. Die Erwartungen und Umsatzprognosen seien nicht erfüllt worden. Abgesehen von den Spielen der deutschen Nationalmannschaft hätten öffentliche Übertragungen von  Spielen der anderen Gruppen kaum oder nur wenig Beachtung gefunden. Von mehr Partien an noch mehr Spieltagen würden die Gastronomen in MV nach Einschätzung von Dettmann daher kaum profitieren.  

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