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Deutschland - Algerien : Viertelfinale oder Heimflug

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Heute erstes K.o.-Spiel für die deutsche Elf gegen Außenseiter Algerien / Khedira oder Schweinsteiger?

svz.de von
erstellt am 30.Jun.2014 | 11:57 Uhr

Kühles Wetter, heiße Herzen: „Unsere Mannschaft brennt. Wir gehen in das Spiel mit großem Selbstbewusstsein“, sagte Joachim Löw vor dem ersten Alles-oder-nichts-Spiel der deutschen Mannschaft bei der WM in Brasilien im Brustton der Überzeugung. Es ist eines dieser Spiele, die der Bundestrainer liebt: König oder Narr, Viertelfinale oder Heimflug, Pflichterfüllung oder Blamage.

„Solche Spiele haben eine besondere Magie und eine besondere Spannung. Da gibt es kein Hintertürchen. Konzentration heißt das Gebot der Stunde“, betonte ein entspannt wirkender Löw vor dem Achtelfinale heute (22 Uhr/ZDF) im kühlen Porto Alegre gegen Algerien. Von seiner Mannschaft erwartet er deshalb auch, dass sie den Druck in positive Energie umwandelt – wovon Torjäger Thomas Müller überzeugt ist: „Deutschland war ja schon immer eine Turniermannschaft. Ich vertraue auf unsere Qualitäten.“

Dass die Erwartungshaltung in der Heimat riesig ist, weiß Löw. Ein Scheitern gegen den Außenseiter könnte sogar die Planung des 54-Jährigen, seinen Vertrag beim DFB bis 2016 erfüllen zu wollen, erheblich ins Wanken bringen. Doch daran verschwendet er derzeit überhaupt keinen Gedanken. Vielmehr bastelt Löw mit Akribie an einem Masterplan für das Duell gegen die Nordafrikaner. Seinen Stars gab er schon einmal eine klare Warnung mit auf den Weg. „Wer denkt, dass im Achtelfinale ein vermeintlich leichter Gegner wartet, der macht einen riesengroßen Fehler“, so Löw.

Algerien stuft er nach ausführlichen Video-Studien als „kompakte, extrem laufstarke und aggressive Mannschaft“ ein. Zudem befinde sich das ganze Land in einer „riesigen Euphorie“. Nicht verstehen kann er aber bei aller Begeisterung in Algerien, dass dort schon seit Tagen von Rache für die „Schande von Gijon“ bei der WM 1982 die Rede ist. Das irritiere ihn. „Spieler, die noch gar nicht geboren wurden – warum sollen die sich rächen wollen?“, fragte Löw.

Es gibt wichtigere Dinge, die Löw und seinen Stab intensiv beschäftigen. Es habe in der Gruppenphase „viel Licht, aber auch Schatten“ gegeben, analysierte der Coach: „Für uns heißt es jetzt, die Hausaufgaben zu machen. Wir müssen unser Spiel in der Offensive, im letzten Drittel, beim Torabschluss und der Besetzung im Strafraum verbessern.“ Für Löw seien dies aber „Verbesserungen im Detail“. Das Gesamtpaket stimme weiterhin. Und ohnehin sei es die „große Kunst“ bei so einem Turnier, „steigerungsfähig“ zu sein: „Das ist ein Marathon und kein 100-Meter-Sprint.“

Da kommt es dem DFB-Team entgegen, dass ein Teil dieses Marathons im kühleren Süden Brasiliens stattfindet. „Wir kommen aus der Wärme, das kann ein Vorteil sein“, sagte Teammanager Oliver Bierhoff. Die vorhergesagten Temperaturen für Porto Alegre sollen am heutigen Montag zwischen neun und 16 Grad liegen.

Lukas Podolski wird dies auf dem Platz nicht erleben. Der 29-Jährige fällt wegen einer Oberschenkelzerrung aus. Jerome Boateng musste am Sonnabend im Training wegen einer leichten Reizung im Knie pausieren, steht aber laut Löw zur Verfügung. Wie immer wollte der Bundestrainer keine Hinweise auf seine Aufstellung geben. Auch bei der Besetzung der Mittelfeldzentrale neben Kapitän Philipp Lahm hielt er sich bedeckt. Die Kandidaten sind Sami Khedira und Bastian Schweinsteiger. Er werde das „situativ und aus dem Bauch heraus entscheiden“, sagte Löw. Für Podolski, der beim Gruppenfinale enttäuscht hatte, wird wohl wieder Mario Götze in die deutsche Startelf rutschen.

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