Fans im Stadion : Trotz Corona-Krise: Meisterschaft in Weißrussland gestartet

Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko hatte Einschränkungen in anderen Ländern wegen des Coronavirus als Panikmache kritisiert. /APA/dpa
Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko hatte Einschränkungen in anderen Ländern wegen des Coronavirus als Panikmache kritisiert. /APA/dpa

Minsk (dpa) – Gegen den europäischen Trend ist der Fußball in Weißrussland trotz Coronavirus-Pandemie planmäßig in die Meisterschaft gestartet – mit Fans auf den Stadiontribünen.

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20. März 2020, 19:18 Uhr

730 Zuschauer kamen zum Spiel von Energetik-BGU und dem früheren Champions-League-Teilnehmer BATE Borisow, wie Medien in der weißrussischen Hauptstadt Minsk berichteten. Mehr als 1400 Fans besuchten die Begegnung von Schachtjor und Torpedo-BelAS. Präsident Alexander Lukaschenko, oft als «Europas letzter Diktator» bezeichnet, hatte Einschränkungen in anderen Ländern als Panikmache kritisiert.

Die Fußballvereinigung ABFF hatte den Start der nationalen Meisterschaft nach Plan und mit Zuschauern angekündigt. Es werde genau auf die Ausbreitung des Coronavirus in Weißrussland geachtet, teilte die ABFF mit. Falls notwendig, sollten Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden.

«Ich nenne dieses Coronavirus nicht anders als eine Psychose und lasse mich auch nicht davon abbringen», sagte Lukaschenko in dieser Woche. «Die zivilisierte Welt ist verrückt geworden, und die Politiker haben schon damit angefangen, die Situation für ihre Interessen auszunutzen.» Es sei eine «absolute Dummheit», etwa Grenzen zu schließen.

Lukaschenko regiert so lange wie niemand sonst in Europa – seit mehr als 25 Jahren. Weißrussland, Nachbar von EU-Mitglied Polen, hat nach offiziellen Angaben bisher rund 70 Coronavirus-Fälle – aber noch keinen Todesfall. Es gebe keinen Grund, drakonische Maßnahmen zu ergreifen, sagte der Präsident der staatlichen Nachrichtenagentur Belta zufolge.

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