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Kantersieg gegen Freiburg : Triple-Trainer Heynckes gleich in Siegerpose

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Jupp Heynckes kehrt zurück - und prompt feiern die Bayern ihren höchsten Saisonsieg. Der SC Freiburg ist ein guter Aufbaugegner. Die Freude trübt - mit Blick auf Celtic Glasgow - eine Verletzung.

svz.de von
erstellt am 14.Okt.2017 | 19:07 Uhr

Jupp Heynckes klatschte Spieler und Betreuer am Spielfeldrand kurz ab, dann verschwand der umjubelte Rückkehrer in den Kabinentrakt.

«Das ist ein positiver Anfang», sagte der 72-Jährige, dessen Hilfsaktion beim FC Bayern mit einem beachtlichen Erfolgserlebnis begann. Heynckes konnte sich nach über vier Jahren im Trainer-Ruhestand bei seinem Comeback in der Fußball-Bundesliga über ein 5:0 (2:0) gegen den SC Freiburg freuen.

Es war der höchste Saisonsieg, aber für Heynckes überhaupt kein Grund, in Euphorie zu verfallen. Es sei jetzt nicht alles wunderbar, mahnte er: «Es liegt noch einiges an Arbeit vor uns.» Schon am Mittwoch geht es in der Champions League gegen Celtic Glasgow weiter.

Vor 75 000 Zuschauern trafen Eigentorschütze Julian Schuster (8. Minute), Kingsley Coman (42.), der starke Thiago (63.), Robert Lewandowski (75.) und Joshua Kimmich (90.+3) für die Münchner, die nach drei Pflichtspielen ohne Sieg wieder jubeln konnten. Von einem «schönen Moment» sprachen die meisten Bayern-Profis. «Bei einem Trainerwechsel ist eine Mannschaft immer aufgerüttelt», erklärte Kapitän Thomas Müller. Im Gegensatz zu den letzten Ligaspielen gegen Wolfsburg (2:2) und Hertha (2:2) verspielte der deutsche Serienmeister beim Heynckes-Einstand eine 2:0-Führung nicht mehr.

Der bis zum Saisonende verpflichtete Nachfolger von Carlo Ancelotti wurde vom Publikum mit offenen Armen in der ausverkauften Allianz Arena empfangen. Beim Verlesen der Aufstellung kam donnernder Applaus auf, als der Name des Triple-Trainers von 2013 wieder als Chefcoach aufgerufen wurde. Heynckes setzte beim 322. Sieg in seinem 643. Bundesligaspiel als Trainer in der Startelf in Alaba, Boateng, Hummels, Müller und Robben auf fünf Triple-Sieger von 2013.

Erkennbar war, dass er dem FC Bayern zunächst wieder eine stabile Defensivstruktur verschaffen möchte. Das Weltmeister-Duo Jérôme Boateng und Mats Hummels besetzte das Abwehrzentrum. Davor sorgte Javi Martínez wie in der Triple-Saison mit seiner Wucht als Zweikämpfer im Mittelfeld für Stabilität. Allerdings musste der Spanier nach 70 Minuten mit einer Schulterblessur vom Platz. Heynckes befürchtet einen Ausfall gegen Celtic. «Wenn Javi sich auswechseln lässt, ist es schon bedenklich», sagte der Bayern-Trainer.

Auf Anhieb war zu erkennen, dass es auf dem Platz wieder geordneter zugehen soll. Aber es gelang nicht alles wie auf Knopfdruck. Nach Fehlpass von Kimmich musste Sven Ulreich mit einer klasse Fußabwehr das 0:1 von Ryan Kent verhindern (6.). Und nach einem weiteren Fehlpass von Müller verpasste Mike Frantz nach einer präzisen Flanke mit einem Kopfball das 1:1 ebenfalls haarscharf (35.). «Wir haben die Konter nicht sauber genug ausgespielt», kritisierte SC-Trainer Christian Streich: «Wir haben es den Bayern zu leicht gemacht.»

Die Bayern waren effektiver, auch wenn beim ersten Tor Freiburgs Abwehrchef Schuster eine Hereingabe von David Alaba unglücklich ins eigene Gehäuse lenkte. Coman war danach in seinem 50. Bundesligaspiel mit dem Kopf erfolgreich. SC-Torwart Alexander Schwolow hatte einen Schuss von Arjen Robben nur genau auf den Franzosen abwehren können.

Auch mit dem Videobeweis machte Heynckes gleich Bekanntschaft. Schiedsrichter Frank Willenborg nahm eine Elfmeterentscheidung für den FC Bayern nach Ansicht der TV-Bilder zurück. Caglar Söyüncü war im Freiburger Strafraum der Ball unabsichtlich an die Hand geflogen.

Kurz nach dieser Szene entschied Bayerns Spiellenker Thiago mit einem platzierten Flachschuss aus 20 Metern die Partie. «Wir haben als Team gespielt», hob der Spanier hervor. Torjäger Lewandowski legte sein neuntes Saisontor nach. Zuvor hatte Müller SC-Verteidiger Söyüncü den Ball abgejagt. Kimmich sorgte in der Nachspielzeit mit der Hacke für eine Zugabe. Für die insgesamt klar unterlegenen Freiburger war es die 16. Niederlage in nun 18 sieglosen Spielen in München.

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