Ehrenamt : Trainer aus einer fußballverrückten Familie

Ansage für die nächste Übungseinheit: MartinStubbe trainiert die Nachwuchskicker des FCM Schwerin.
Ansage für die nächste Übungseinheit: MartinStubbe trainiert die Nachwuchskicker des FCM Schwerin.

Nach der Ausbildung ab aufs Fußballfeld: Der 22-jährige Martin Stubbe ist Co-Trainer der A-Junioren beim FC Mecklenburg Schwerin

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05. Dezember 2014, 07:59 Uhr

Der Kunstrasenplatz des FC Mecklenburg Schwerin (FCM) in Lankow wird vom Flutlicht hell erleuchtet. In der Mitte des Platzes ist mit zwei Toren ein kleines Fußballfeld markiert, auf dem zehn Jungs ein Trainingsspiel durchführen. Dahinter laufen sich vier weitere junge Kicker warm. Und am Tor üben fünf andere Jungs Torschüsse.

„So, kommt alle zusammen, wir besprechen die heutige Trainingseinheit“, ruft Martin Stubbe, sodass man ihn über den gesamten Platz hört. Der 22-Jährige ist ehrenamtlich Co-Trainer der 16 bis 18 Jahre alten A-Junioren des Schweriner Fußballvereins. Während er mit den Nachwuchskickern das Training bespricht, wird sein Atem durch die kalte Luft zu einem Kältehauch. Martin selbst trägt einen langen Trainingsanzug, Handschuhe, Mütze und einen dicken Schal, den er sich nach seiner Ansprache schnell über die Nase zieht. Sogar bei Minusgraden wird draußen trainiert. „Wir wollen aufsteigen und dafür muss jeder im Team etwas tun.“

Um das Ziel zu erreichen, trainiert er ehrenamtlich drei- bis viermal die Woche mit den 20 Jungs. Hauptberuflich macht er eine Ausbiödung zum Physiotherapeuten in Schwerin. „Es ist schon anstrengend, alles unter einen Hut zu bekommen. Denn auch die Ausbildung ist nicht ohne.“ Während viele seiner Mitschüler am Wochenende für die Ausbildung büffeln können, bleibt für Martin Stubbe nicht viel Zeit: „Ich fahre jedes Wochenende zu den Spielen. Und nehme auch mal in der Woche an Trainerfortbildungen sowie -versammlungen teil. Aber die Zeit mit den Jungs und dem Team ist einfach toll und es macht mir viel Spaß.“

Auch wenn die Entscheidung zum Trainer nicht ganz freiwillig entstand: Während seiner aktiven Zeit bei Anker Wismar erlitt er einen Kreuzbandriss und musste sowohl die spielerische Karriere als auch das Studium der Sportpsychologie abhaken. „Das war schwer für mich und nicht schön, aber jetzt bleibe ich dem Sport eben als Trainer treu. Ich komme schließlich aus einer fußballverrückten Familie – da passt das so auch ganz gut“, sagt er lachend. Sein Vater ist ein ehemaliger Spieler und sein Bruder spielt noch immer Fußball.

Beim FCM kümmert sich Martin nun um die Erwärmung der Kicker vor dem Spiel, die Trainingseinheiten, dokumentiert die Trainingsbeteiligung und ist Ansprechpartner für die Nachwuchsfußballer. Dies sei zwar viel Verantwortung, aber die Arbeit sei zu wichtig, um sie aufzugeben – und die Kicker verlassen sich auf ihn. „Diese Arbeit ist auch für meine persönliche Entwicklung unheimlich gut. Ich kann nur jedem empfehlen, ein Ehrenamt auszuüben“, sagt der 22-Jährige.

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