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Neue Fifa-Regeln : Regeländerungen im Fußball: Bundesliga wenig begeistert

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Abschaffung der Abseitsregel? Nein danke! Den Vorstoß von Fifa-Direktor Marco van Basten findet in der Bundesliga kein Gefallen.

svz.de von
erstellt am 20.Jan.2017 | 06:00 Uhr

Abschaffung der Abseitsregel, Zeitstrafen oder ein Shoot-out – die teils revolutionären Vorschläge von Fifa-Direktor Marco van Basten sind bei den Fußball-Verantwortlichen nicht unbedingt auf Gegenliebe gestoßen. „Die Fifa hat viele schlaue Ideen. Ich kann mir Fußball ohne Abseits zum Beispiel nicht vorstellen“, sagte Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl und fügte hinzu: „Ich halte gravierende Regeländerungen für fragwürdig.“ Ähnlich sieht es Bayern-Coach Carlo Ancelotti, der bei einer derartigen Maßnahme „einen anderen Sport“ befürchtet. Dem pflichtete Trainer-Kollege Ralph Hasenhüttl bei. „Ich halte es für einen Fehler, Abseits abzuschaffen, weil fast alles oder sehr viel an Taktik an der Abseitsfalle hängt. Das würde schon gravierende Veränderungen mit sich bringen“, sagte der Trainer der Überraschungsmannschaft RB Leipzig. Auch Arsène Wenger, der langjährige Coach des englischen Premier-League-Spitzenclubs FC Arsenal hat an solchen Vorschlägen „kein großes Interesse“. Nicht Veränderung, sondern Verbesserung sei das wirkliche Ziel, betonte der Elsässer.

Der einstige Weltklassestürmer van Basten hat da eine andere Meinung.„Wenn man ohne Abseits spielt, gibt es mehr Möglichkeiten, ein Tor zu schießen“, sagte er der „Sport-Bild“. Fifa-Präsident Gianni Infantino hatte den Europameister von 1988 zum Technischen Direktor beim Weltverband gemacht, der sich gezielt mit der Innovation des Fußballs beschäftigen soll.

Dabei brachte der Niederländer auch ein Shoot-out ins Gespräch, um nach jedem Gruppenspiel auch bei Gleichstand nach 90 Minuten einen Sieger zu ermitteln. Das könne wie folgt ablaufen: Jede Mannschaft habe fünf Versuche. Nach dem Pfiff des Schiedsrichter laufe der Spieler aus 25 Metern auf den Torwart zu. Innerhalb von acht Sekunden müsse die Aktion ähnlich wie im Hockey abgeschlossen sein.

Hasenhüttl kann mit Unentschieden gut leben. „Wenn man nur nach Sieg und Niederlage geht, wird mit zu sehr schwarz-weiß gemalt. Das möchte ich eigentlich nicht“, sagte der Österreicher und betonte: „Unentschieden ist für mich immer ein Teilerfolg, der für eine Mannschaft auch enorm wichtig ist.“ Wolfsburgs Coach Valérien Ismaël hält ein Shoot-out indes für eine „charmante Idee“. Und auch Hoffenheims Jung-Trainer Julian Nagelsmann steht dem offen gegenüber: „Das ist ganz interessant und sicher eine Alternative zum Elfmeter.“

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