Fußball EM in Frankreich : Panik vor der Fußballpause

Kommen erst am Sonntag wieder zum Einsatz.
Kommen erst am Sonntag wieder zum Einsatz.

Nach der Dauerberieselung fallen viele Fans an den spielfreien Tagen in ein Loch der Langeweile. Wie man die spielfreien Tage übersteht

svz.de von
23. Juni 2016, 12:00 Uhr

Der Fußballvirus grassiert. Jeden Tag läuft die Glotze, 13 Tage lang Fußball am Stück. Und nun reißt einen der kalte Entzug brutal in die Realität zurück: Spielpause, ganze zwei Tage lang zwischen Vorrunde und Achtelfinale – und plötzlich sehen alle Rot statt Grün. Was tun bis zum nächsten Anpfiff?

Vorbereiten: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel, es gibt viel zu tun: Das Auto für den nächsten Korso putzen. Den Biervorrat aufstocken. Die örtliche Chorgruppe mit Fangesängen belästigen. Das Trikot waschen, den Grill herrichten und beim Nachbarn schon mal für die nächste Ruhestörung zu Kreuze kriechen. Und natürlich sind Körperpflege und Nahrungsaufnahme zwischendurch auch selten fehl am Platz.

Selbst Fußball spielen: Nein, der Gang von der Couch zum Kühlschrank zählt noch nicht als körperliche Ertüchtigung. Schluss mit dem Passivsport, Bewegung bringt Abwechslung! Es soll ja Zeiten gegeben haben, wo man sich mit Freunden getroffen hat, um selbst zu bolzen“, sagt Philipp Markhardt, der als Antwort auf den „modernen Fußball“ mit Freunden den Amateurclub HFC Falke gründete und das Buch „How to survive ohne Fußball“ schrieb. „Aber aufpassen, dass nicht jeder Messi oder Rolando sein will. Nicht, dass sich zwei streiten.“

Partnerschaftspflege: Wer seinen HD-Fernseher schon vertraut mit „Herbert“ anspricht, aber seinen Partner wieder siezt, der sollte dringend Zeit in seine Beziehung investieren. Die EM kann zum echten Stresstest für die Liebe werden.

Shoppen: Die Schwarz-Rot-Gold-Blumenkette wurde in der Public-Viewing-Ekstase zerfetzt, die Vuvuzela röchelt schon und bei der Deutschlandschminke ist das Gelb fast leer? Endlich Zeit zum Einkaufen! Vielleicht kommt man sogar noch an begehrte Karten fürs Turnier in Frankreich? Man hat ja zwei Tage Zeit, um das Internet zu durchforsten.

Kultur: Auch abseits des heimischen Fernsehers hat der Sommer einiges zu bieten. „Es gibt Festivals, Landesgartenschauen, bestimmte Ausstellungsformate“, sagt Sarah Lopau vom Deutschen Tourismusverband.

Ausruhen: Zahllose Fangesänge haben die Stimmbänder ausgeleiert? Bei jedem Spiel fließt das Bier in Strömen? Der Blutdruck blubbert seit Tagen an der Spitze der Tabelle? Wer den Körper foult, sollte sich eine Auszeit gönnen. Füße hochlegen und Kräfte schonen für die Endrunde. „La Mannschaft“ braucht seine Fans noch!

Arbeiten: Besonders an spielfreien Tagen sind Überstunden aus strategischen Gründen ratsam. Dann kann man am Tag des Spiels früher gehen…

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