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Deutschland vs. England : Härtester Konkurrenzkampf der WM-Geschichte

vom
Aus der Onlineredaktion

Bundestrainer Joachim Löw kündigt für den Klassiker heute gegen England personelle Experimente an

svz.de von
erstellt am 10.Nov.2017 | 12:00 Uhr

Joachim Löws entscheidende WM-Castingshow beginnt auf der großen Bühne Wembley – und der Bundestrainer wird auch einige Nebendarsteller ins Rampenlicht schicken. Für den prestigeträchtigen Klassiker gegen England kündigte Löw Experimente an. „Ich werde manche Dinge hintenanstellen. Es ist für mich eine Testphase“, sagte Löw vor dem Auftritt im englischen Fußball-Tempel heute Abend (21 Uhr/ZDF) in London. Der Leipziger Linksverteidiger Marcel Halstenberg wird an historischer Stätte sein Debüt beim Weltmeister geben. „Ich plane ihn von Anfang an ein. Er ist physisch sehr stark, kopfballstark, hat eine sehr gute Offensivkraft“, sagte Löw, der das Rennen um die 23 begehrten WM-Tickets eröffnete: „Wir haben im nächsten Jahr nur zwei Länderspiele bis zur Nominierung. Unser Ziel ist es immer, dass man alle Positionen doppelt besetzt.“

Der Bundestrainer ließ sich vor dem Duell mit einem Gegner, den die Mannschaft in der makellosen WM-Qualifikation „so nicht hatte“, aber nicht in alle Karten schauen – beim Personal und System. Im mit 86 000 Zuschauern ausverkauften Wembley-Stadion sei auch eine Dreierkette eine Option. Ansonsten werde er die Belastung in Abwesenheit der Münchner Weltmeister Jerome Boateng, Thomas Müller und Manuel Neuer „ein bisschen aufteilen“. Toni Kroos dürfte nach seinem Magen-Darm-Infekt gegen die stark ersatzgeschwächten Three Lions eine Pause erhalten und erst wieder am Dienstag (20.45 Uhr/ARD) in Köln gegen Frankreich auflaufen. „Da gehe ich kein Risiko ein“, sagte Löw, der sich auch noch nicht festlegen wollte, ob Mario Götze und Ilkay Gündogan nach einjähriger Nationalmannschaftspause ihr Comeback geben werden.

Nach der Landung gestern Abend im bewölkten London standen noch einige Einzelgespräche an. Seine Spieler gehen mit dem wohl härtesten Konkurrenzkampf der deutschen WM-Geschichte gelassen um. Beim Abschlusstraining am Morgen in Berlin wurde viel gelacht, die Stimmung war trotz Temperaturen um sechs Grad prächtig. „Ich klaue dem Timo Werner jetzt nicht das Shampoo auf dem Zimmer, um ihn zu ärgern oder aus dem Tritt zu bringen“, scherzte Sandro Wagner. Sami Khedira sieht im Überangebot an Topspielern mit Blick auf die WM in Russland (14. Juni bis 15. Juli) eine große Chance. „Wir haben ein großes Ziel. Dafür braucht man tolle Spieler. Die haben wir. Darüber bin ich nicht unglücklich“, sagte Khedira. Der Mittelfeldspieler von Juventus Turin oder Mats Hummels wird die seit nunmehr 19 Spielen ungeschlagene Mannschaft am Freitag als Kapitän auf den Rasen führen.

Teammanager Oliver Bierhoff schärfte derweil sieben Monate vor der Mission erfolgreiche Titelverteidigung noch einmal die Sinne. „Wir dürfen keinen Prozentpunkt, keinen Zentimeter nachlassen. Wir sind die Gejagten“, sagte Bierhoff, der seit seinem Golden Goal im EM-Finale 1996 mit Wembley glanzvolle Erinnerungen verbindet. Nach dem Doppeltest zum Jahresabschluss bleiben Löw bis zur Nominierung nur noch die Länderspiele gegen Ex-Weltmeister Spanien (23. März/Düsseldorf) und Rekordchampion Brasilien (27. März/Berlin). „Daher schauen wir auch ganz genau hin, welche Leistungen die Spieler im Verein bringen“, sagte Löw. Doch zunächst zählt auch für den Bundestrainer nur der Auftakt seines WM-Castings in Wembley.

Voraussichtliche deutsche Aufstellung: Ter Stegen - Kimmich, Rüdiger, Süle, Halstenberg - Khedira, Rudy - Brandt, Özil, Draxler - Werner.

 

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