1. FC Magdeburg gibt Debüt in der 2. Liga : „Fans haben Jahrzehnte gewartet“

Der Aufstieg ist perfekt: Maik Franz verpasst FCM-Manager Mario Kallnik eine Bierdusche.
Der Aufstieg ist perfekt: Maik Franz verpasst FCM-Manager Mario Kallnik eine Bierdusche.

Der 1. FC Magdeburg spielt erstmals in seiner Geschichte in der 2. Fußball-Bundesliga. Das Ziel: Möglichst schnell den Ligaverbleib schaffen.

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05. August 2018, 05:00 Uhr

Das Warten nach fast 30 Jahren Dritt- und Viertklassigkeit hat ein Ende. Am Sonntag um 13.30 Uhr wird die Premiere des 1. FC Magdeburg in der 2. Fußball-Bundesliga angepfiffen. „Die Teilnahme an der 2. Liga ist für den 1. FC Magdeburg ein Glück, auf das viele Fans Jahrzehnte gewartet haben“, sagt Geschäftsführer Mario Kallnik im SID-Gespräch.

„Ich glaube, dass für uns der Respekt vor dieser Liga eine Grundtugend ist“, sagte Maik Franz, Ex-Spieler des FCM und seit Mai Leiter der Lizenzspielerabteilung der dpa: „Trotzdem haben wir natürlich auch ein gesundes Selbstbewusstsein und wollen zeigen, dass wir zu Recht in diese Liga aufgestiegen sind.“ Zweimal versuchten es die Magdeburger, nachdem sie 2015 von der Regionalliga in die 3. Liga aufgestiegen waren. Zweimal scheiterte man letztlich auf dem undankbaren vierten Platz. In der vergangenen Saison ließ sich Trainer Jens Härtel mit seiner Mannschaft die Chance nicht mehr nehmen und schaffte sogar als Meister den Aufstieg. Als es soweit war, feierte die ganze Stadt, wenn auch nicht ausnahmslos friedlich.

Nun sollen die Fußball-Feste in der 2. Liga folgen. Zum Auftakt ist der 1. FC St. Pauli zu Gast. „Wir hatten eine lange Vorbereitung und jetzt fiebert die Mannschaft darauf hin, dass es endlich losgeht“, sagte Härtel in einem Interview dem MDR. Seit 2014 ist er der Trainer der Magdeburger, zwei Aufstiege in der Zeit sind vor allem auch sein Verdienst.

Denkt er wie mancher Fan womöglich etwa auch noch einen dritten? „Entschuldigung, aber da bewegen wir uns nicht mehr im Bereich der Realität“, sagte er. Demut ist erstmal oberstes Gebot. „Alles andere als der Klassenerhalt wäre unangebracht“, sagte Franz zur Zielsetzung des einzigen Europapokal-Siegers der DDR: „Wir starten von Tabellenplatz 18, wir haben mit 17 Millionen Euro das niedrigste Budget, wir sind zum ersten Mal in dieser Liga. Daher ist dieser Respekt, diese Bodenhaftung elementar.“ Zumal die Magdeburger ein Startprogramm vor sich haben, das es in sich hat. Nach St. Pauli steht die erste Auswärtsaufgabe gegen den FC Erzgebirge Aue an, ein potenzieller Rivale im Kampf um den Liga-Verbleib. Danach empfängt der Aufsteiger den Ligakonkurrenten SV Darmstadt 98 in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals, ehe das Heimspiel gegen den FC Ingolstadt und die Auswärtspartie gegen Holstein Kiel folgen.

Nach den anschließenden Partien gegen Arminia Bielefeld und Mitaufsteiger SC Paderborn dürfte klarer sein, in welche Richtung es für Drittliga-Meister Magdeburg geht. Das 0:3 im letzten Testspiel der Vorbereitung gegen die Paderborner, zu denen schmerzvoller Weise die Magdeburger Offensivspieler Julius Düker und Tobias Schwede gewechselt sind, hatte Härtel als „Rückschlag zur rechten Zeit“ gewertet.

Mit acht Neuzugängen will der Verein die erste Zweitliga-Saison überstehen. Joel Abu Hanna (20) und Manfred Osei Kwadwo (23) kamen vom 1. FC Kaiserslautern, verpassten aber Teile der Vorbereitung.

Innenverteidiger Tobias Müller (23) kam aus Halle und darf sich Hoffnungen auf die Startelf machen. Marius Bülter (25), Mergim Berisha (20), Kwadwo (23) und Abu Hanna (20) müssen sich hinten anstellen. Für Mittelfeldmann Rico Preißinger (22) und den erstligaerfahrenen Aleksandar Ignjovski (27) bezahlten die Elbestädter sogar Ablöse. In Jasmin Fejzic (32) kam ein erfahrener Zweitligatorwart – er wird die Nummer eins sein, Alexander Brunst sein Ersatz. Mario Seidel ist dritter Torwart. Gesucht wird noch ein erfahrener Innenverteidiger.

Neuer Kapitän ist Nils Butzen, dienstältester Spieler in den Reihen des FCM. Der Rechtsverteidiger gehört ebenso wie Torjäger Christian Beck, Tarek Chahed, Christopher Handke und Nico Hammann zu den Spielern, die sowohl den Dritt- als auch den Zweitligaaufstieg in Magdeburg feiern konnten.

Verlassen können sich die Profis auf die große Unterstützung durch die Fans. In der 3. Liga kamen in der FCM-Aufstiegssaison durchschnittlich 18 200 Zuschauer. 12.500 Dauerkarten hat der Club bereits für die unmittelbar bevorstehende Saison verkauft, das Auftaktspiel ist ausverkauft.

Und die Zuschauer sollen ein Team zu sehen bekommen, das auch in der 2. Liga auftreten will wie bisher. „Wir sind die Mannschaft, die drauf geht und gegen die es keinen Spaß macht. Und das müssen wir auch bleiben“, forderte Franz. Intensive Zweikämpfe, schnörkelloses und schnelles Umschaltspiel: So will sich der 1. FCM auch in der neuen Umgebung schnell einleben.

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