Mission Titelverteidigung : Löw-Warnung vor der WM: "Es muss einfach alles passen"

Kurz vor der Weltmeisterschaft hat Bundestrainer Jogi Löw Forderungen an seine Spieler aufgestellt.
Kurz vor der Weltmeisterschaft hat Bundestrainer Jogi Löw Forderungen an seine Spieler aufgestellt.

Vor der WM hat Bundestrainer Joachim Löw seine Spieler vor weiteren Nachlässigkeiten wie in den Testspielen gewarnt.

svz.de von
11. Juni 2018, 07:31 Uhr

Frankfurt | Hellwach sein von Beginn an und die vielen kleinen Fehler wie zuletzt vermeiden – mit diesen Forderungen reist Joachim Löw mit seinem Team am Dienstag zur WM. Nachlässigkeiten wie in den jüngsten Testspielen und eine längere Anlaufzeit in der Vorrunde kann sich die Nationalmannschaft bei der WM in Russland nicht leisten. Das macht Joachim Löw deutlich. "Die Gegner werden gegen uns ganz andere Qualitäten in die Waagschale werfen – große Motivation, Kampf. Deshalb muss in jedem Spiel die Konzentration hoch sein, wir müssen von Anfang an hellwach sein und an unsere Leistungsgrenze kommen", forderte Löw. "Es muss einfach alles passen", sagt der 58-Jährige zum hoch gesteckten Ziel Titelverteidigung.

Testspiele als Warnung

Die 1:2-Niederlage gegen Österreich und das maue 2:1 gegen Saudi-Arabien gelten als Warnung. "Gegen Österreich sind wir zum Beispiel an vielen Kleinigkeiten gescheitert, die wir häufig falsch gemacht haben. Wenn wir so viele kleine Fehler machen, sind wir nur eine durchschnittliche Mannschaft, die auch mal gegen Österreich verlieren kann. Wenn wir aber die Dinge im Detail gut umsetzen, sind wir zurecht einer der Topfavoriten. Dann haben wir Stärken und sind für jeden Gegner extrem unbequem", erklärte Löw.

Ein Spiel wie gegen die nicht für Russland qualifizierten Österreicher könne auch bei dieser WM "immer passieren", sagte der Bundestrainer. "Wir müssen verinnerlichen, dass es in erster Linie von uns abhängt. Es hängt davon ab, wie wir die Dinge umsetzen."

Löw sieht sich gerüstet, seine Führungsqualitäten werden ab dem ersten Spiel am Sonntag im Moskauer Luschniki-Stadion gegen Mexiko wieder mehr gefragt sein als zwischen EM und WM. "Was ich gelernt habe aus Turnieren: Es gibt Situationen, die sind nicht vorhersehbar. Man muss auf alle Eventualitäten eingestellt sein und flexibel reagieren", erklärte der Südbadener. Dabei sei zugleich bedeutend: "Unseren roten Faden verlassen wir nie."

Seine Routine aus zwölf Jahren als wichtigster Fußball-Lehrer des Landes sieht Löw dabei als Trumpf, nicht als Gefahr. "Nein, dieses Risiko sehe ich nicht. Es gibt bei uns keine Routine, es gibt Erfahrung. Wir versuchen das, was wir seit Jahren machen, mit neuen Einflüssen zu mischen", betonte der Chefcoach, der vom DFB bereits mit einem Vertrag bis zur WM 2022 in Katar ausgestattet wurde.

Kein Druck von außen

Druck von außen empfinde er nicht, unterstrich der 58-Jährige: "Ich genieße es, es gibt nichts Schöneres als eine WM und die Fifty-fifty-Spiele. Da bin ich so entspannt, wie es irgendwie sein kann. Ich freue mich an Wettkämpfen. Da fühle ich mich energiegeladen."

Trotz der jüngsten Stimmungsdämpfer wird die Euphorie um das DFB-Team in den nächsten Tagen wieder steigen. Löw gilt für viele deutschen Fans fünf Wochen lang dann wieder als wichtigster Mann des Nation. "Es gibt noch weitaus wichtigere Positionen und Menschen als mich. Das weiß ich schon richtig einzuschätzen", bemerkte Löw: "Aber ich weiß, was Sie meinen: bei jedem Turnier steht unsere Mannschaft in einem besonderen Fokus. Man hat das Gefühl, dass die ganze Nation zusammensteht und sich an der Mannschaft erfreuen will."

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