Urteil im Steuer-Prozess : Hoeneß zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt

Das Urteil ist gefallen: Das Landgericht München spricht den Präsidenten des FC Bayern wegen Steuerhinterziehung in sieben Fällen schuldig.

svz.de von
13. März 2014, 14:32 Uhr

Uli Hoeneß ist zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Das Landgericht München sprach den 62-Jährigen am Donnerstag wegen Steuerhinterziehung in sieben Fällen schuldig.

Die Anklage hatte am Donnerstagvormittag eine Haftstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten für den Präsidenten des FC Bayern gefordert. Es handele sich um einen besonders schweren Fall von Steuerhinterziehung, sagte Staatsanwalt Achim von Engel vor dem Landgericht München II. Hoeneß' Anwalt Hanns Feigen hatte höchstens eine Bewährungsstrafe für angemessen gehalten. Zudem hatte er die Aussetzung des Haftbefehls gefordert.

Verteidigung und Staatsanwaltschaft können nach dem Urteil in Revision gehen. Dann ist der Bundesgerichtshof in Karlsruhe die nächste Instanz.

Der Prozess begann am Montag. Die Situation hatte sich für Hoeneß am zweiten Prozesstag dramatisch zugespitzt, als bekannt wurde, dass Hoeneß mindestens 27,2 Millionen Euro an Steuern hinterzogen haben soll. Die als Zeugin geladene Rosenheimer Steuerfahnderin kam nach einer Berechnung auf Grundlage weiterer Unterlagen auf einen Betrag von 23,7 Millionen Euro. Diese Steuerschuld addiert sich zu den 3,5 Millionen Euro, von denen die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklage ausgegangen war.

Die Finanzbeamtin sichtete eine Unmenge an Daten, die Hoeneß erst kurz vor dem Beginn seines spektakulären Verfahrens eingereicht hatte. Der Bayern-Boss und seine Verteidiger hatten zum Prozess-Auftakt am Montag von 18,5 Millionen Euro gesprochen, fast zehn Millionen unter der neuen Summe - aber schon 15 Millionen mehr als in der Anklageschrift.

Nach Angaben der Steuerfahnderin legte Hoeneß die vor über einem Jahr erstellte Datei zu seinem geheimen Konto in der Schweiz erst kurz vor dem Prozess vor. Der an der Börse zockende Präsident hatte mit seinen Spekulationen demnach zeitweise hohe Gewinne erzielt. Deutlich über 100 Millionen Euro lagerten zwischenzeitlich auf dem Depot. Nach 2006 ging es abwärts. „Ende 2010 ist nicht mehr sehr viel von den Gewinnen da, was leider an der Steuer nichts ändert“, schilderte die Beamtin.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen