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FC Hansa Rostock : Ziemers Tor krönt Hansas Top-Auftritt

vom

Mit einem Fallrückzieher holt der FC Hansa Rostock gegen Aufsteiger Duisburg drei wichtige Punkte.

Das war das wohl stärkste Stück, das sich der FC Hansa in der 3. Fußball-Liga je „geleistet“ hat: Mit einer taktisch glanzvollen Leistung gewannen die Rostocker beim MSV Duisburg mit 1:0 (0:0). Es war die erste Heimniederlage 2016/17 des Tabellenführers  – und zugleich  Gegentreffer Nummer eins (!) in der Schauinsland-Reisen-Arena. Erzielt hatte ihn Marcel Ziemer, der anschließend befand: „Wir haben das verdient. Wir wollten nichts herschenken, sondern den Sieg, und das gelang uns, weil wir irgendwie ein Tor gemacht haben.“ Irgendwie?!

Bis auf eine notwendige Ausnahme (Ahlschwede fiel mit Adduktorenproblemen aus) lief die gleiche Start-Elf auf wie beim 1:2 gegen Osnabrück. Neu ins Team rückte Bülbül. Unerwartet wechselte Gardawski nicht hinüber von der linken auf die rechte Abwehrseite. Rechtsverteidiger spielte statt dessen Jänicke, während Bülbül dessen eigentliche Position im linken Mittelfeld übernahm.

Das Mittel der Wahl der Gäste war ein 4-1-4-1-System mit praktisch drei „Sechsern“, und zwar den „Störenfrieden“ Wannenwetsch und Grupe vor Erdmann. Das Ruhrpott-Team entwickelte anfangs mehr oder weniger Druck, dem jedoch die keinen Aufwand scheuenden Hanseaten gewachsen waren. Nach vorn traten sie zunächst nur sporadisch in Erscheinung – bis  auf einmal Bülbül aufdrehte, mit der gesamten Abwehr des MSV Schlitten fuhr, nur dauerte sein schnittiges Solo einen Tick zu lange, und beim anschließenden Schuss von Ziemer rettete der Duisburger Wolze auf der Linie (26.).

Ab jetzt waren die Ostseestädter auch im Vorwärtsgang mindestens ebenbürtig. Freilich kamen auch die „Zebras“ zu einer Riesenmöglichkeit. Nach zu kurz geratenem Hackenkick von Bülbül im Mittelfeld schloss Brandstetter den folgenden Konter der Gastgeber aus Nahdistanz ab, aber Schuhen wehrte super ab (31.).

In der zweiten Halbzeit hätten die Rostocker mehrfach in Führung gehen können (Ziemer traf mit scharfem Kopfball/47. bzw.  aus verheißungsvoller Position/ 53. jeweils Torwart Flekken statt ins Netz, um nur zwei Chancen aufzuführen). Hansa beeindruckte, spielte beim Spitzenreiter wie selbstverständlich auf Sieg und wurde dafür in einem beiderseits auf hohem Niveau geführten Duell belohnt (87.). Vorausgegangen war eine großartige Vorarbeit von Bülbül, den Rest schildert Schütze Ziemer: „Das Tor… keine Ahnung. ,Erde’ (Dennis Erdmann – d. Red.) guckt noch hoch, sein Kopfball kommt ins Zentrum, ich versuche an ranzukommen, werde von meinem Gegenspieler ein bisschen runtergezogen (es war ein elfmeterreifes Foul von Hajri  – d. Red.), trotzdem ging der Ball irgendwie rein. Ich war selbst überrascht und muss mir das erst noch mal anschauen.“ „Cello“ wird einen für das Tor des Monats kandidierenden Rückzieher „zu Gesicht bekommen“ haben, den er… mit links gemacht hat!

Das Urteil der Trainer

Ilia Gruev (Duisburg): Es fällt mir schwer, so direkt nach dem Spiel Worte zu finden. Rostock hat sehr gut und diszipliniert verteidigt. Wir besaßen gute Chancen, versuchten es am Ende aber mehr so  mit Brechstange, und dann haben wir durch ein Schweinetor von Ziemer verloren. Heute war das Glück nicht auf unserer Seite. Es ist schwer, wenn ein Gegner so tief steht. Wir sind momentan sehr enttäuscht, da wir vorher zu Hause 13 von 15 möglichen Punkten gesammelt hatten.

Christian Brand (Rostock): Was wir uns taktisch vornahmen, ist zu 100 Prozent aufgegangen. Das war ein superkrasses, ein geiles Spiel. Wir haben einen mutigen Auftritt angekündigt, und der ist uns gelungen. Wir merkten schon in der ersten Halbzeit, hier ist was drin. In der zweiten spielten wir ein bisschen ruhiger, und das Tor von „Cello“ war dann Weltklasse – die Einfachen sind ja momentan nicht sein Ding. Fabian Holthaus war noch nicht so weit, braucht noch Praxis. Deshalb spielte Tobias Jänicke als Verteidiger. Er hatte das für Dresden schon mal gemacht. Das ist ein erfahrener Junge, der kann das.

 

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erstellt am 22.Okt.2016 | 16:05 Uhr

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