Hansa Rostock : Ziemer hat kein Elfmeter-Trauma

„Ich habe mich gut gefühlt, deswegen bin ich auch zum Punkt gegangen“, erzählt Stürmer Marcel Ziemer. Sein verschossener Elfmeter war das Pokal-Aus für Hansa, doch die Unterstützung der Fans hat ihn nach Abpfiff aufgerichtet.
„Ich habe mich gut gefühlt, deswegen bin ich auch zum Punkt gegangen“, erzählt Stürmer Marcel Ziemer. Sein verschossener Elfmeter war das Pokal-Aus für Hansa, doch die Unterstützung der Fans hat ihn nach Abpfiff aufgerichtet.

Der Stürmer von Hansa Rostock fühlt sich nach seiner Verletzung wieder fit und möchte auch gegen Fortuna Köln zum Einsatz kommen

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13. August 2015, 08:00 Uhr

Hansa Top-Torjäger Marcel Ziemer war der tragische Held beim DFB-Pokal-Spiel des Drittligisten FC Hansa Rostock gegen den Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern. Als er in der 101. Spielminute eingewechselt wurde, trugen ihn die Hansa-Fans mit ihren Sprechchören quasi aufs Feld. „Das war der absolute Wahnsinn. Ich hatte richtige Gänsehaut. So einen Moment erlebt man nicht alle Tage, wenn einen mehr als 20 000 Anhänger begrüßen“, sagt der 30 Jahre alte Stürmer.

Tragisch an diesem Abend war dann nur sein verschossener Elfmeter nach der Verlängerung, weshalb Hansa schlussendlich in der 1. Runde des DFB-Pokals ausgeschieden ist. „Ich habe mich gut gefühlt, deswegen bin ich auch zum Punkt gegangen. Aber so ist Fußball. Wir hatten vorher genügend Chancen das Spiel klar zu machen.“ Dabei ist er ein sicherer Elfmeterschütze. Doch der Pokal hat es ihm scheinbar angetan: Bei seinem früheren Verein SV Wehen Wiesbaden hatte er in der Saison 2009/10 in der 1. Runde gegen den VfL Wolfsburg ebenfalls einen „Elfer“ verschossen. Damals allerdings beim Stand von 0:3. „Es ist immer bitter, wenn man einen Elfmeter verschießt, aber davon lasse ich mich jetzt nicht unterkriegen und einschüchtern auch nicht“, so Ziemer.

Am Sonntag wurde er nicht nur von seinen Mannschaftskollegen, sondern direkt nach Abpfiff auch von den Fans, die seinen Namen durchs gesamte Stadion riefen. „Das gibt mir Kraft und hat mich auch ein bisschen getröstet. Die Hansa-Fans sind einmalig. So eine Stimmung erlebt man sonst nirgends“, ist sich Marcel Ziemer sicher.

Dennoch musste auch er den Spielausgang erst einmal verarbeiten. Den freien Tag verbrachte er deshalb mit seiner Familie. Auch wenn sein ältester Sohn ihn am Sonntagabend nicht sonderlich aufgebaut hat: „Erst sagte er zu mir, dass es nicht so schlimm sei. Schließlich habe auch er bei einem Spiel in der Schule vor drei Wochen einen Elfer verschossen. Am Ende war er sich dann aber sicher, dass ich den Ball hätte rein machen müssen. Das will man nun wirklich nicht hören“, erzählt Ziemer.

Seinen Anhängern möchte der Stürmer in der Liga nach der Unterstützung etwas zurück geben: „Ich werde mich für diese Unterstützung durch gute Leistungen und hoffentlich auch mit ein paar Toren bedanken.“

Der Stürmer glaubt auch daran, dass dies trotz seines Trainingsrückstandes durch seine Bauchmuskelverletzung möglich ist. „Ich habe immer wieder ein paar Einheiten zwischendurch gemacht. Auch in Abstimmung mit unseren Physiotherapeuten. Ich fühle mich fit. Manchmal am Anfang des Trainings ist es noch schwer, aber das ist nach einer so langen Pause normal.“ Diese Woche arbeitet der Stürmer daran, gegen Fortuna Köln am Sonnabend vor heimischer Kulisse aufzulaufen und wenn dann jemand zum Elfmeterpunkt gehen muss, „dann melde ich mich wieder und mache ihn dieses Mal rein.“

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