zur Navigation springen

FC Hansa Rostock: Thomas Finck vom Cheftrainer zum Chefscout : "Werde fürs Fußballgucken bezahlt"

vom

Thomas Finck, in der 2. Bundesliga vom 22. Februar bis 16. März 2010 Kurzzeit-Cheftrainer des FC Hansa, ist nach wie vor für den Verein tätig - allerdings nicht als Coach.

svz.de von
erstellt am 29.Mär.2011 | 11:45 Uhr

Thomas Finck, in der 2. Bundesliga vom 22. Fe-bruar bis 16. März 2010 Kurzzeit-Cheftrainer des FC Hansa (siehe "Zur Person"), ist nach wie vor für den Verein tätig - allerdings nicht als Coach.

"Für mich stellt sich die Frage, ob es Sinn macht, die Qualifikation zum Fußball-Lehrer jetzt noch in Angriff zu nehmen. Denn die Wahrscheinlichkeit, in der 1., 2. oder 3. Liga irgendwo Cheftrainer zu werden, ist nicht wirklich groß. Dafür bin ich im Fußball nicht bekannt genug, und außerdem wäre das mit hohen Kosten verbunden", sieht der A-Lizenz-Inhaber die Situation realistisch.

Diese Saison war er schon 70 000 Kilometer unterwegs

Hinzu kommt, dass ihm sein jetziges Amt als einziger hauptamtlicher Scout des FCH viel Spaß macht. Von der C-Jugend-Regionalliga bis zur 2. Bundesliga ist Finck in ganz Deutschland - bisweilen auch in Dänemark, Schweden oder anderweitigem Ausland - unterwegs. Bis zu sechs Spiele beobachtet er an einem Wochenende, von Freitag bis Sonntag. "Das ist eine hochinteressante Geschichte, auch wenn es anfangs eine Riesenumstellung war, denn ich stand ja acht, neun Jahre täglich auf dem Platz und habe direkt mit einer Mannschaft gearbeitet", so der 41-Jährige.

70 000 Autokilometer war er in dieser Saison schon auf Achse. Zwar ist das ewige Gefahre mitunter sehr anstrengend, Thomas Finck jedoch beklagt sich nicht: "Wie sollte ich auch - ich werde fürs Fußballgucken bezahlt!"

Hauptbestandteil der Tätigkeit des Vaters dreier Töchter (Anna 13, Greta 6, Martha 2) ist das "Ausspionieren" des jeweils nächsten Hansa-Kontrahenten. "Meist handelt es sich um Spiele des FC Rot-Weiß Erfurt, denn der hat immer eine Woche vor uns den gleichen Gegner. So habe ich kürzlich die Partie FC Carl Zeiss Jena - Erfurt (1:3 - d. Red.) gesehen und davon für Cheftrainer Peter Vollmann die Analyse geschrieben."

Dabei kommen immer so neun, zehn Seiten zusammen, auf denen alle relevanten Fakten erfasst sind - Stärken und Schwächen, individuelle Einschätzung der Spieler, Verhalten der Mannschaften bei Standardsituationen usw.

Zu welchen Erkenntnissen ist Finck über die Jenaer gelangt? "In der 1. Halbserie haben sie oft viele lange Bälle auf Sebastian Hähnge geschlagen, um von seinem guten Kopfballspiel zu profitieren. Jetzt versuchen sie mehr Fußball zu spielen. Sie besitzen eine hohe kämpferische Qualität - und definitiv auch Schwächen", schmunzelt der einstige DDR-Jugend-Meister.

Weitere Schwerpunkte seiner Arbeit, die er sich vor allem mit dem auf den deutschen Süden spezialisierten Kollegen Jochen Haberle aus Bad Kissingen teilt, sind die gezielte Inaugenscheinnahme einzelner Akteure und das Aufspüren von Talenten.

Ob Thomas Finck auch über diese Saison hinaus Chefscout des FC Hansa sein wird, ist noch völlig offen: "Es gab erste Gespräche. Die werden sicher in den nächsten Wochen intensiviert." Auf alle Fälle wird der frühere Regisseur ("Ich hatte einen guten linken Fuß, war aber zweikampfmäßig zu schwach") bei der "Rückkehr der Helden" am 4. Mai dabeisein. "Tolle Geschichte, dass man sich mal wieder sieht. Rein kilomäßig habe ich zwar etwas zugelegt und nach einer Hüftverletzung seit bestimmt zehn Jahren nicht mehr gespielt, aber ich bewege mich einmal die Woche bei unserer neu gegründeten Ü41-Mannschaft" (siehe unten - d. Red)."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen