zur Navigation springen

Revisionsbericht : Verluste für Hansa durch Dahlmann

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Verein ist deutlicher finanzieller Schaden entstanden , Geltendmachung von Ersatzforderung laut Verantwortlichen nicht möglich

von
erstellt am 06.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Der FC Hansa kommt nicht zur Ruhe: Während die sportliche Situation mit zwei Punkten vor dem ersten Abstiegsplatz weiter prekär ist, gab der Verein gestern per Mitgliederinformation, die unserer Redaktion vorliegt, einen Einblick in den erweiterten Prüfungsbericht der Innenrevision. Insgesamt 410 Seiten, die 22 Themenbereiche mit mehreren Handlungen beinhalten, seien, so heißt es in dem Schreiben, der Prüfung unterzogen worden. Die Ergebnispräsentation der mit der Sonderuntersuchung beauftragten KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beinhaltet „gegenüber dem damaligen Vorstandsvorsitzenden (Michael Dahlmann – d. Red.) den Vorwurf mehrerer Pflichtverletzungen, Verstöße gegen die Auskunftspflichten, mehrfache Überschreitungen der Vertretungsbefugnis, arbeitsrechtliche Verstöße gegen die Verschwiegenheitspflicht in mehreren Fällen, Verstöße gegen die Satzung des Vereins und Verletzung der einem Vorstand obliegenden Sorgfaltspflicht“. Zudem sei dem Verein „durch die teilweise ,willkürlichen Entscheidungen‘ ein deutlicher finanzieller Schaden entstanden. Der amtierende Vorstand habe mehrere Vorfälle rückwirkend berichtigen können.

Der ursprüngliche Revisionsbericht vom 28. Oktober 2015 umfasst insgesamt 104 Seiten und beinhaltet fünf
Prüfungsschwerpunkte. Uwe Neumann, seinerzeit Chef des Aufsichtsrates, hatte noch im Oktober mitgeteilt, dass bei der Überprüfung Unregelmäßigkeiten aufgetaucht seien, und sorgte so kurz vor der Mitgliederversammlung für Aufregung: „Wir haben verschiedenste Bereiche des Geschäftsverkehrs prüfen lassen, doch schon einige Unregelmäßigkeiten entdeckt, die sicherlich relevant sind.“

„Bei der Innenrevision traten im operativen Geschäft einige Sachen auf“, führte der jetzige Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Lemmer vor einigen Wochen aus. „Daher gab es eine weitere Tiefenprüfung.“ Durch diese – im Auftrag des FC Hansa durchgeführt in Verbindung mit einer Rechtsberatung von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und der KPMG Rechtsanwaltsgesellschaft mbH – wurden die Vorfälle in ihrem wirklichen Ausmaß bekannt.

Gleichwohl am Montagnachmittag eine Aufsichtsratssitzung stattfand, konnte das Kontrollgremium des Traditionsvereins laut Timon Ebert, Sprecher des Aufsichtsrates, noch keinen genauen Einblick in die Ergebnisse erlangen.

In dem Schreiben an die Mitglieder heißt es auch: „Eine direkte Anspruchsgrundlage gegen den damaligen Vorstandsvorsitzenden zur Geltendmachung von Schadensersatzforderung scheidet aufgrund der vorrangigen Inanspruchnahme der begünstigten Personen, der auflösenden Regelung hierzu innerhalb der Abfindungsvereinbarung und der vorhandenen Organ- und
Manager-Haftpflichtversicherung aus.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen