Verein begleitet einen seiner ältesten Fans auf letztem Weg

<strong>Mit Karl-Heinz Schulz</strong> (r.) starb Anfang Januar im Alter von 85 Jahren einer der ältesten Fans des FC Hansa. Der Verein erwies ihm jetzt die letzte Ehre. Links Sohn Manfred Schulz. <foto>privat</foto>
Mit Karl-Heinz Schulz (r.) starb Anfang Januar im Alter von 85 Jahren einer der ältesten Fans des FC Hansa. Der Verein erwies ihm jetzt die letzte Ehre. Links Sohn Manfred Schulz. privat

svz.de von
24. Januar 2013, 08:09 Uhr

Rührende Geste: Der FC Hansa begleitete einen seiner ältesten Fans auf seinem letzten Weg. Der Rostocker Karl-Heinz Schulz war Anfang Januar im Alter von 85 Jahren verstorben. Bei seiner Beisetzung am 10. Januar auf dem Neuen Friedhof erwies ihm sein Heimatklub nochmals die Ehre und legte einen Kranz mit weiß-blauem Banner auf seinem Grab nieder.

„Die Überraschung war groß, als ich bei der Beerdigung auftauchte. Die Söhne, selbst Hansa-Fans, freuten sich sehr über meinen Besuch“, sagt der Koordinator Sport des FCH, Axel Schulz, der trotz Namensgleichheit nicht mit dem Rostocker verwandt ist.

Auslöser der ungewöhnlichen Aktion war der Enkel des Verstorbenen, Tobias Schulz. Der 28-Jährige hatte die Ostseestädter in einem Brief über das Ableben ihres großen Fans informiert. „Ich weiß nicht, warum, aber ich hatte das Mitteilungsbedürfnis. Mein Opa hat dem Verein so lange die Treue gehalten. Daran wollte ich einfach erinnern“, so Tobias Schulz.

Sein Großvater, Jahrgang 1927, erlebte von der Gründung im Jahr 1965 über die NOFV-Meisterschaft 1990/91 bis hin zu den Auf- und Abstiegen in der 1. und 2. Bundesliga alle Höhen und Tiefen mit. „Er ist sogar bis 2008 noch auswärts nach München, Stuttgart und Köln mitgefahren. Das ist mir aber erst jetzt wieder bewusst geworden“, sagt der Enkel.

Später war es Karl-Heinz Schulz, der sich neben dem Fußball der Rostocker Straßenbahn AG eng verbunden fühlte, aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich, alle Partien des FC Hansa live zu verfolgen. „Im Juni 2012 haben wir ihn dann noch mal zum ‚Dankeschön-Spiel’ des FCH gegen die Rostocker Stadtauswahl ins Stadion mitgenommen. Beim Blick auf die ganzen DDR-Oberliga-Legenden ist er richtig aufgeblüht“, erinnerte sich Tobias Schulz.

Dass sein Brief an den Verein solch eine Resonanz auslöst, damit hätte er nicht gerechnet. „Ich fand seine Zeilen anrührend geschrieben. Da war es selbstverständlich, dass wir reagieren“, sagte Axel Schulz. Der Enkel von Karl-Heinz Schulz misst der Geste eine tiefer gehende Bedeutung bei: „In Zeiten, in denen oft nur von wirtschaftlichen Dingen die Rede ist, freut es einen, wenn ein Profi-Verein auch auf die Bedeutung eines Einzelnen eingeht.“


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen