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Palmberg kein Hansa-Sponsor mehr : Uwe Blaumann: „Das Pferd hat sich totgelaufen“

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Der Büromöbelhersteller Palmberg aus Schönberg stellt sein finanzielles Engagement bei Drittligist Hansa Rostock ein. Das bestätigte Palmberg-Geschäftsführer Uwe Blaumann gegenüber SVZ.

svz.de von
erstellt am 15.Mai.2015 | 17:49 Uhr

„Das Pferd hat sich totgelaufen. Wir bekommen unsere Kunden nicht mehr nach Rostock.“ Deshalb habe das Sponsoring für Palmberg „keinen Reiz“ mehr. „Für beide Seiten nicht. Für uns nicht und auch nicht für unsere Kunden, die wir versucht haben zu begeistern", so Blaumann.

Der Besuch eines Hansa-Spiels im Ostseestadion sei lediglich für Kunden aus ostdeutschen Städten wie Dresden und Cottbus interessant. „Da hatten wir in der VIP-Loge immer volles Haus. Aber bei Mannschaften wie dem VfB Stuttgart II oder Mainz 05 II, also die Regionen, die für uns wichtige Verkaufsgebiete sind, ist das ganz schwer. Da holen wir mit einem Hansaspiel niemanden mehr nach Rostock“, sagt der Geschäftsmann.

Drittliga-Fußball sei nun einmal uninteressanter als Spiele im Oberhaus des deutschen Fußballs oder in der 2. Bundesliga. „Es waren sehr schöne acht Jahre bei Hansa“, betont Blaumann. Das Sponsoring habe auch immer etwas gebracht. „Als Rostock noch in der 2. Liga war, hatten wir super Jahre.“ Und auch das Bundesligajahr war „Spitze". „Da hatten wir begeisterte Kunden im Stadion, haben unsere Kunden mit einem Wochenende an der Ostsee, mit Segeltörns in Warnemünde und einem Besuch bei Hansa richtig glücklich gemacht.“ Aber das sei jetzt vorbei. „Nach so vielen Jahren 3. Liga ist alles verpufft."

Die 100 000 Euro, die der Schönberger Bürmöbelhersteller zuletzt pro Jahr als Hansa-Sponsor gezahlt hat, sollen ab der nächsten Saison dem FC Schönberg 95 zu Gute kommen, bei dem Palmberg seit zwei Jahrzehnten Hauptsponsor ist. Der Fußballklub steht kurz vor dem Aufstieg in die Regionalliga, kann das Geld für weitere Fahrten und Übernachtungen vor den Spielen also gut gebrauchen.

Dank des Geldes des Büromöbelherstellers, der fast 500 Mitarbeiter hat und seit Jahren rund 70 Millionenn Euro Umsatz macht, zählt der FC Schönberg seit Jahren zu den erfolgreichsten Vereinen Mecklenburg-Vorpommerns. 2001 wurden die Grün-Weißen Oberligameister, siegten im letzten Saisonspiel vor mehr als 2000 Zuschauern gegen Hertha BSC II. Ende der 90er, Anfang der 2000er Jahre sorgte der kleine Verein sorgar deutschlandweit für Schlagzeilen, als er sechs Mal in Folge den DFB-Landespokal gewann. Dadurch kamen Bundesligamannschaften wie der VfB Stuttgart, der HSV, Borussia Mönchengladbach oder der 1. FC Kaiserslautern in das damalige Jahnstadion, das jetzt den Namen des Hauptsponsors trägt. Höhepunkt der inzwischen 20-jährigen Vereinsgeschichte des FC Schönberg 95 war der Auftritt von Rekordmeister Bayern München in der ersten DFB-Pokalrunde im Jahr 2001 - vor mehr als 14 000 Zuschauern.

Uwe Blaumann will ab nächste Saison versuchen, seine Geschäftspartner aus Städten wie Zwickau, Leipzig, Potsdam und Berlin zu „mobilisieren“. Sie sollen an einem Wochenende, wenn Mannschaften wie der FSV Zwickau, Lok Leipzig, Babelsberg 03 und der BFC Dynamo in Schönberg spielen, nach Nordwestmecklenburg kommen, sich zunächst das Palmbergwerk anschauen, anschließend Städte wie Lübeck und Rostock und ein Fußballspiel des FC95 „über sich ergehen lassen“, sagt Blaumann, der auch im Vorstand des FC Schönberg 95 sitzt. Bequeme VIP-Logen wie im Ostseestadion gibt es auf dem Schönberger Sportplatz natürlich nicht, was für den Palmberg-Geschäftsführer aber kein Problem ist. „Jeder Kunde muss wissen, er kommt zu uns aufs Dorf.“
 

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