„Unsere Grundidee war nicht falsch“

Guter Start, Fall ins Bodenlose und Sprung auf Platz drei: Hansas Sportvorstand Uwe Vester blickt auf turbulente Hinrunde in der 3. Liga zurück

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12. Dezember 2013, 00:36 Uhr

Dank eines starken Endspurts (fünf Siege in den letzten sechs Spielen) hat der FC Hansa die Hinrunde der 3. Fußball-Liga auf Relegationsplatz drei und mit 31 Punkten abgeschlossen. Daher zog Sportvorstand Uwe Vester im Gespräch mit Oliver Kramer eine positive Bilanz der ersten Saisonhälfte und sieht sich trotz der Rückschläge in seinem Weg der kontinuierlichen Entwicklung bestätigt.

Herr Vester, der FC Hansa steht nach Beendigung der Hinrunde auf Relegationsplatz drei. Hätten Sie mit diesem Ergebnis gerechnet?
Vester: Die Platzierung sieht derzeit gut aus, ist aber nicht vordergründig das, worauf es uns ankommt. Vor Saisonbeginn sind wir angetreten, um begeisternden und schönen Fußball zu zeigen. Dadurch wollten wir das Vertrauen unserer Fans zurückgewinnen, wieder mehr Zuschauer ins Stadion locken und ein anderes Bild vom FC Hansa zeichnen. Bis dato ist uns das gelungen.
Dennoch war die erste Halbserie von Höhen und Tiefen gekennzeichnet. Hätten Sie sich mehr Kontinuität gewünscht?
Im Sommer haben wir neben den zehn verbliebenen Akteuren im Kader weitere zehn neue Spieler verpflichtet sowie drei A-Jugendliche integriert. Da liegt es auf der Hand, dass es Zeit braucht, die Dinge zu entwickeln. Nach einem kometenhaften Start gab es eine Phase, in der die Mechanismen noch nicht so griffen. Das ist ja ganz normal.
Nach sechs sieglosen Partien in Folge rutschte Hansa tief in den Tabellenkeller. Trainer Andreas Bergmann stand vor der Partie gegen Halle kurz vor dem Rauswurf. Hatten Sie zu diesem Zeitpunkt nie Zweifel?
So ist halt der Profi-Fußball. Jedoch sind die Faktoren, die von außen herangetragen werden, nicht Grundlage meiner Arbeit. Von den fünf Partien haben wir nur beim 0:6 in Darmstadt und beim 0:2 bei den Stuttgarter Kickers enttäuscht. Beim 0:2 in Duisburg, als wir Pfosten und Latte trafen, oder gegen Saarbrücken (0:0), als wir Riesen-Chancen vergaben, war viel Pech dabei. Am Ende des Tages zählt, wie Mannschaft und Trainer mit der Situation umgegangen sind. Mein Eindruck war, dass sie im Training in ihren Bemühungen nie nachgelassen haben. Das zahlt sich aus. Aktuell läuft es sehr gut, hat sich die Lage stabilisiert.

Dabei ist das Tabellenbild trügerisch. Vor exakt einem Jahr stand Hansa mit 29 Punkten auf Rang acht, ließ danach eine katastrophale Rückrunde folgen. Was stimmt Sie optimistisch, dass die zweite Saisonhälfte diesmal besser verläuft?
Die Situation lässt sich mit damals nicht vergleichen. Mitten in der Saison wurde der Trainer gewechselt. Nach dem Anfangsschwung hatten wir bis zur Weihnachtspause bereits 14 Punkte Rückstand auf Rang drei. Danach versuchten wir, kurzfristig personell zu reagieren. Heute ist die Qualität der Mannschaft und die Arbeit der Trainer eine andere. Es ist eine Entwicklung erkennbar.
Sehen Sie sich in Ihrer Fußball-Philosophie bestätigt?
Unsere Grundidee kann so falsch nicht gewesen sein. Wir wollten im Zentrum stabiler werden. Daher haben wir mit Milorad Pekovic, Halil Savran und Steven Ruprecht erfahrene Leute verpflichtet. Hinzu kamen junge Spieler wie unsere schnellen Außen, die uns derzeit viel Freude bereiten. Jetzt gilt es, Stabilität in die Leistungen zu bekommen. Die jüngsten Ergebnisse stimmen mich da optimistisch.
Also besteht kein Bedarf, in der Winterpause personell nachzulegen?
Derzeit nicht wirklich. Wir haben im Sommer tiefgreifende personelle Veränderungen vorgenommen, mit dem Ziel, dass wir der Mannschaft Zeit geben wollen. Dies gilt besonders für unsere jungen Spieler. Daher werden wir nach einem halben Jahr nicht davon abrücken.
Was erhoffen Sie sich von den verbleibenden zwei Partien bis zur Weihnachtspause?
Ich wünsche mir, dass wir weiter so aggressiv gegen den Ball arbeiten, das konsequente Umschaltspiel fortsetzen und unseren fußballerischen Weg weitergehen.

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