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Hansa siegt beim FC Carl Zeiss Jena : Unnötiges Gezitter im „Paradies“

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erstellt am 13.Jan.2011 | 02:11 Uhr

Der FC Hansa hat am Sonnabend am 11. Spieltag der 3. Fußball-Liga beim FC Carl Zeiss Jena mit 3:1 (2:0) gewonnen. Ein Sieg, um den allerdings auf Grund von Fahrlässigkeiten für einige Minuten unnötigerweise gebangt werden musste.

Den einzig auf Vernunftbasis vorstellbaren Tausch in der Start-Elf im Vergleich zum 2:1 gegen Braunschweig nahm Trainer Volllmann vor: Er ließ Vujanovic draußen und dafür erstmals von Beginn an Albrecht stürmen.

Der Gast ging in den Ost-Klassiker mit dem Selbstbewusstsein eines Aufstiegsplatz-Inhabers und schaffte ganz nach Wunsch die frühe Führung: Schyrba flankt von rechts, der am hinteren Pfosten postierte Schied köpft uneigennützig zurück zur Mitte, wo Jänicke die Kugel mühelos mit Hechtflugkopfball im Netz versenkt – ein Erste-Sahne-Angriff (8.)!

Unvermittelt tat sich Gusche eine Riesenchance auf, er köpfte mit Gefühl – knapp daneben (13.). Hansa spielte den gepflegteren Ball, der „FCC“ – wie die Jenaer ihren Fußballverein nennen – hatte Mühe, überhaupt bis zum Rostocker Strafraum zu kommen. Nach etwa einer Viertelstunde aber begannen sich die Roten etwas zu sehr zurückzunehmen, gingen nicht mehr konsequent drauf, obwohl ihnen kaum entgangen sein dürfte, dass die Defensive der Thüringer stark anfällig war.

Der FC Carl Zeiss wusste sein Mehr an Freiheiten jedoch nicht zu nutzen. Allein mit Freistößen beschwor er Gefahr herauf: Truckenbrod aufs Tornetz (29.), Ziegner aus 30 Metern – Hahnel muss nachfassen (38.). Da stand es allerdings bereits 2:0: Jänicke hatte dann doch mal über die linke Seite konsequent angezogen, seine Eingabe spitzelte Ziegenbein weiter, Schied besorgte den Rest (32.).

Dieser Treffer hatte ein beachtliches Aufkochen des Volkszornes zur Folge. Die Einheimischen verstiegen sich gar zu „Hoyzer, Hoyzer“-Sprechchören, weil sie eine Abseitsstellung erkannt zu haben glaubten, die jedoch nicht vorlag. 2:0, so hieß es auch zur Pause.

Mehr und mehr ging Jena nach Wiederbeginn zum Alles oder Nichts über, spielte zum Teil mit vier, fünf Mann in vorderster Reihe und phasenweise weitgehend aufgelöstem Mittelfeld. Aber die Gäste hatten zunächst keine Schwierigkeiten, die Hausherren aus ihrem Strafraum fernzuhalten. Auch lag eher das 3:0 in der Luft als der Anschlusstreffer: Albrecht hatte zwei Hochkaräter (52., 66./ jeweils stark gehalten von Nulle), ein Freistoß von Lartey endete am Pfosten (70.).

Die 8462 Zuschauer im „Paradies“ harrten eigentlich nur noch des finalen Konters. Bis unversehens ein Kopfball des Ex-Rostockers Hähnge einschlug – nur noch 1:2 (74.). Auf einmal waren die bis dahin allenfalls viertklassigen Jenaer da. Zur Strafe dafür, dass Hansa den Sack nicht zuband, ging jetzt das Gezitter los. Den über 2000 mitgereisten FCH-Fans, die die komplette Nordkurve des ErnstAbbe-Sportfeldes füllten, stockte bei Ziegners Gewalt-Freistoß der Atem, aber Hahnel wehrte mit Glanztat zur Ecke ab (83.).

Auf der anderen Seite bekamen Lartey (aus Nahdistanz übers leere Tor/80.) sowie Schied (82.) den Ball nicht rein, ehe Letzterer sein Team erlöste: Nach Vorarbeit von Lartey traf er die Kugel nicht richtig bzw. wurde angeschossen, und gerade dadurch „fiel“ sie in hohem Bogen in den Winkel (86.).

Trainer Peter Vollmann

Wir haben zwei verschiedene Halbzeiten gesehen. In der ersten waren wir das stärkere Team und erzielten auch entsprechende Tore, traten souverän auf. In der zweiten war es umgekehrt. Da sind wir die spielerisch schlechtere Mannschaft gewesen, haben uns nur gegen den Ball verhalten. Jena baute Druck auf, wollte ein Tor erzielen, was auch gelang. Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Wir versuchten, unsere Konter zu Ende zu bringen, machten das aber nicht ordentlich. Lartey muss schon für die Entscheidung sorgen. Ein etwas glücklicher, für uns sehr wichtiger Sieg in einem emotionalen Spiel.

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