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Hansa Rostock stimmt Ausgliederung zu : Überdeutliche Mehrheit

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Außerordentliche Mitgliederversammlung des FC Hansa stellt Weichen für Ausgliederung der Profiabteilung

- Für den FC Hansa Rostock beginnt im 51. Jahr seines Bestehens eine neue Zeitrechnung. Die Mitglieder stimmten gestern dem Vorhaben des 1965 gegründeten letzten DDR-Meisters und Pokalsiegers zu, seine Profiabteilung zum Jahresende auszugliedern und den Verein somit zukunftsfähig zu machen. „Die Mitglieder haben uns heute ihr Vertrauen für unseren gemeinsamen Weg der Zukunftssicherung ausgesprochen“, sagte Vorstandsvorsitzender Michael Dahlmann nach dem mit großer Mehrheit getroffenen Votum.

Die Profisparte soll künftig von einer Spielbetriebsgesellschaft „F. C. Hansa Rostock GmbH & Co. KGaA“ geführt werden, an der der neue strategische Partner Rolf Elgeti mit dem Kauf der Stadionkredite Anteile erwarb. Vergleichbare Rechtsformen praktizieren beispielsweise auch Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach.

Der endgültige Beschluss über die Ausgliederung ist für die turnusmäßige Mitgliederversammlung im November geplant. Dort müssen 75 Prozent der anwesenden Mitglieder zustimmen, um das Vorhaben in die Realität umzusetzen.

Hansas Vereinsführung reagiert mit dem Konzept „Strategie 2020“, das auf der von rund 1800 der 10 023 Mitglieder besuchten Versammlung ebenfalls bestätigt wurde, auf die seit Jahren anhaltenden existenzgefährdenden finanziellen Probleme. So entstand dem Verein vor allem aufgrund von fehlenden Zuschauereinnahmen in der laufenden Saison eine Defizit von 1,1 Millionen Euro, das erst mit erhebliche Kraftanstrengungen und einem Benefizspiel ausgeglichen werden konnte. „In der gegenwärtigen Lage ist der Verein stark in seiner Existenz gefährdet“, teilte Hansa mit.

Die Ausgliederung der Profiabteilung ist laut Dahlmann „ein erster wichtiger und entscheidender Schritt für die erfolgreiche Lizenzierung, an der wir jedoch noch bis zum 28. Mai weiter hart arbeiten müssen, um alle Auflagen und Bedingungen zu erfüllen“. Der einstige Bundesligist hat sich nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr nach einem Schuldenschnitt von Verbindlichkeiten in Höhe von 10 Millionen Euro entlasten können, auf dem Stadion liegen aber immer noch Kredite in Höhe von über 20 Millionen Euro.

Investor Rolf Elgeti hatte sein beabsichtigtes Engagement im Vorfeld bereits als „Herzenssache“ bezeichnet. Der in Potsdam lebende 38 Jahre alte Finanzfachmann ist gebürtiger Rostocker und seit vielen Jahren Vereinsmitglied. „Ich möchte mit meinen Möglichkeiten einen Beitrag leisten, den Verein wieder zu stabilisieren und in eine höherklassige Zukunft zurückzuführen“, sagte Elgeti. 

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