Stefan Karow : Torwartschule bei Hansa Rostock etablieren

Der gebürtige Rostocker Stefan Karow ist Torwarttrainer beim FC Hansa. Er möchte nicht nur die  Profi-Keeper zum Erfolg führen, sondern auch den Nachwuchs fördern.
Der gebürtige Rostocker Stefan Karow ist Torwarttrainer beim FC Hansa. Er möchte nicht nur die Profi-Keeper zum Erfolg führen, sondern auch den Nachwuchs fördern.

Das möchte Stefan Karow, der in meist vier Einheiten am Tag für die Ausbildung der Keeper von den Profis bis zum Nachwuchs sorgt

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05. August 2015, 08:00 Uhr

Er trainiert die drei Profi-Keeper, die zwischen den Pfosten des Fußball-Drittligisten FC Hansa stehen: Stefan Karow. „Wir sind ein kleines Team im Team“, verrät der 41-Jährige. Wenn Chefcoach Karsten Baumann mit den Feldspielern seine Einheiten abhält, geht Stefan Karow mit Marcel Schuhen, Johannes Brinkies und Robin Schröder einzelne Spielsituationen durch. „Der Torwart ist schon ein ziemlicher Einzelkämpfer auf dem Platz. Deswegen erfordert es auch eine besondere Art des Trainings – eben auch ohne die Feldspieler.“

Für Karow geht die Arbeit beim FC Hansa aber weit über die Profi-Abteilung hinaus. Er ist für die Ausbildung aller Nachwuchs-Torhüter verantwortlich: „Wir versuchen, das Torwarttraining in allen Altersklassen zu vereinheitlichen. Meist habe ich vier Einheiten am Tag, um den gesamten Nachwuchs bei Hansa im Blick zu haben.“

Die Talente seien bei vielen Clubs in Mecklenburg-Vorpommern da, „man muss sie nur fördern“, sagt Karow. Spezielle Trainingseinheiten für Keeper können sich kleine Vereine aber nicht leisten, und da reicht es auch nicht, zweimal in der Woche zu üben. „Deshalb streben wir die Etablierung einer Torwartschule bei Hansa an und wollen auch spezielle Camps anbieten.“ Der Keeper-Nachwuchs in MV ist also in guten Händen…

Dafür möchte Stefan Karow auch mit dem Landesfußballverband zusammenarbeiten. „Wir wollen ein Ausbildungskonzept erstellen, damit nicht nur die Hansa-Torhüter gleiche Voraussetzungen haben, sondern alle jungen Talente.“

Er wisse aus seiner eigenen aktiven Zeit, wie hart das Training sein kann und dass ein Torwart andere Aufgaben hat als ein Feldspieler. „Mir bringt kein guter Fußballer was, wenn er zwischen den Pfosten nicht den Ball halten kann. Es ist eine spannende Position, die nicht jedermanns Sache ist.“

Mit seinem Nachwuchs beim FC Hansa ist der Trainer sehr zufrieden: „Momentan haben wir gute Torhüter.“

In den vergangenen Jahren hat sich das Ansehen der Schlussmänner stark verändert. Dies zeigte sich auch jüngst beim Fan- und Familientag des FC Hansa (wir berichteten). Viele Fans hielten gezielt Ausschau nach allen drei Profi-Keepern, um von ihnen Autogramme oder Fotos zu bekommen.

„Die Rolle des Torhüters für die Mannschaft hat sich ziemlich verändert“, bestätigt Karow. Schon wegen der Regeländerungen müsse er viel aktiver und offensiver am Spielgeschehen teilnehmen und gedanklich schnell umschalten können. „Die Spielweise hängt zwar auch immer von der Taktik der Mannschaft ab, aber das bringt man den Jungs im Training bei“, so Karow zuversichtlich.

Aber nicht nur die richtige Ausbildung sei wichtig, sondern auch das sprichwörtlich dicke Fell. „Als Torwart ist man nicht immer unbedingt der Held. Wenn du 39-mal die richtige Entscheidung triffst und dann einmal falsch liegst, werden einem die Leute immer den Fehler ankreiden und diesen nicht vergessen“, so Karow. Auch aus diesem Grund rate er seinen beiden Söhnen von einer Karriere als Fußball-Torhüter ab, gibt er mit einem Lachen zu.

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