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FC Hansa Rostock : Tanz auf der Rasierklinge

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nach dem 0:1 gegen Cottbus droht Hansa der Abstieg. Nun muss die Partie bei Dynamo Dresden kommenden Samstag die Entscheidung in Sachen Klassenerhalt bringen.

Eine rauschende Klassenerhalts-Party sollte es werden passend zur Rücktaufe des Ostseestadions. Doch es siegten nur die Verfolger. Der FC Hansa hingegen unterlag Energie Cottbus am vorletzten Spieltag der 3. Fußball-Liga mit 0:1. Die geplante Rettungs-Feier fiel aus – die Mannschaft geht mit einem verbliebenen „Vorsprung“ von zwei Punkten und zwei Toren auf Unterhaching (das Rang 18, den ersten Abstiegsplatz belegt) – ergo mit der Schlinge um den Hals – in die alles entscheidende Partie nächsten Sonnabend bei Dynamo Dresden. Dort könnte sogar ein Unentschieden zu wenig sein…

Noch nie sind die Rostocker der Viertklassigkeit, der Regionalliga Nordost, sind sie künftigen Punktspiel(!)-Kontrahenten wie Budissa Bautzen, Germania Halberstadt oder Zipsendorfer FC Meuselwitz so nahe gewesen! Ihnen steht jetzt ein Tanz auf der Rasierklinge bevor, ein (hoffentlich) zweites „Bochum ’99“!

Mit dem Friedhofsgefühl eines 1:4 in Erfurt und eines 0:4 gegen Kiel sowie von bereits vier Zählern Rückstand zur Rettung ging der FC Hansa in die Winterpause. Mit einer insbesondere defensiv in weiten Teilen völlig umgekrempelten Mannschaft starteten die Rostocker in die Frühjahrsrunde – und standen schon dicht vor der Vollendung des kleinen Wunders. Doch die zuletzt drei Niederlagen, darunter im 13. Duell die erste überhaupt zu Hause gegen Cottbus, entsprachen jeweils einem vergebenen „Matchball“. Und rissen Hansa voll zurück ins drohende Verderben.

Die an sich einzige berichtenswerte Szene der ersten Halbzeit war ein Angriffszug der Gastgeber über die rechte Seite mit Ahlschwede, dessen Hereingabe Ziemer in der Mitte nicht erwischte, wohl aber der hinter ihm lauernde Weidlich – Pfosten (13.)!

Ansonsten gab es einen Wutanfall von Schlussmann Schuhen zu notieren, der seine Meinung, den Ball noch vor der Torauslinie abgefangen zu haben, dergestalt kundtat, dass er die Kugel wutentbrannt in Richtung Eckfahne warf (26.), wofür er Gelb bekam.

Zum Verlauf der Begegnung passte ganz gut der „Schuss“ des Cottbusers Kaufmann, mit dem er in etwa 20 Metern
Höhe die Anzeigetafel (!) traf (35.).

Torgefahr schienen die Ostseestädter auch nach der Pause noch am ehesten aus einem von Bickel getretenen Standard entwickeln zu können. Doch selbst vier Ecken hintereinander (58., 59.) erbrachten ebensowenig einen Ertrag wie die hochkarätigen Möglichkeiten von Savran (verstolpert nach schöner Vorarbeit von Schwertfeger, Sumusalo und insbesondere Ziemer/64.) und Bickel (Menschenskind, das war doch eine 95-Prozentige! doch der Ex-Rostocker Kevin Müller wehrt ab/75.). Selbst Schuhen hatte ein Tor auf dem Fuß, als er zur Ecke mit nach vorn gerannt war, jedoch nicht an den Ball kam (90.+4).

So blieb es beim 0:1, entsprungen einem Foulelfmeter (72.), den Referee Jablonski nach einem ungestümen Körperkontakt im Strafraum zwischen Ahlschwede und Szarka verhängte.

>> Urteil der Trainer

Karsten Baumann (Rostock):   Dieses Spiel müssen wir erst mal verdauen. Wir hatten genügend Chancen, um selbst einen Treffer zu erzielen. Cottbus ist kein einziges Mal zwingend vor unserem Tor aufgetaucht und kam trotzdem durch einen geschenkten Elfmeter zum 1:0. Abstiegskampf ist auch sehr viel  Nervensache, und bei uns haben die Nerven heute geflattert. Wir versuchten, mit langen Bällen alles nach vorn zu werfen, es wurde auch noch ein-, zweimal gefährlich, aber das Glück war nicht auf unserer Seite und der Schiedsrichter auch nicht.

Stefan Krämer (Cottbus): In diesem Stadion vor dieser Kulisse hat es Riesenspaß gemacht, Fußball zu spielen. Wir hatten vernünftige Ballbesitz-Zeiten und einen relativ ruhigen Spielaufbau. In der zweiten Halbzeit ist die Partie etwas wilder geworden, es wurde ein offener Schlagabtausch. Als die Rostocker alles nach vorn geschmissen haben und uns nach den Einwechslungen in der Körperlänge deutlich überlegen waren, mussten wir noch ein paar bange Momente überstehen. Mir bleibt nur, Hansa für das letzte Spiel alles Gute zu wünschen und die Daumen zu drücken.

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