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Solch ein Derby ist für alle das Größte

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erstellt am 19.Nov.2011 | 11:44 Uhr

Rostock | Erfahrung oder Unbekümmertheit - Vor dieser Wahl steht heute Hansa-Trainer Peter Vollmann. Der Coach des Rostocker Fußball-Zweitligisten muss im Duell mit dem FC St. Pauli (Anpfiff um 13 Uhr in der DKB-Arena) einen Ersatz für Mohammed Lartey finden. Der Spielgestalter fällt mit Adduktorenproblemen aus. "So viele Möglichkeiten haben wir nicht. Tom Weilandt kann dort spielen. Oder wir ziehen Marek Mintál zurück", erklärt der FCH-Coach.

Youngster Weilandt oder Routinier Mintál - keine einfache Entscheidung für den Fußball-Lehrer. "Ich hätte überhaupt keine Bedenken, Tom auf dieser Position zu bringen. Es ist im Grund ja auch seine angestammte. Und zuletzt im Test gegen die Dänen (FC Nordsjælland, 2:2 - d. Red.) hat er sich gut mit Marek verstanden, haben sie das Wechselspiel gut hinbekommen. Es bietet sich an, dass wir es so machen. Die Wahrscheinlichkeit ist recht groß", sagt der 53-Jährige.

Neben der Unbekümmertheit spricht für "Hille" - der Kicker übernahm den Spitznamen seines Vaters Hilmar (405 Pflichtspieleinsätze für den FCH) - die Ballsicherheit, Dribbelstärke und Kreativität. Allerdings war er bislang als Einwechsler auffälliger. Für ihn wäre ein Platz in der Start-Elf im Match gegen St. Pauli natürlich "der Hammer. Mit meinem ersten Einsatz bei den Profis ist für mich schon ein Traum in Erfüllung gegangen. Wenn ich jetzt vor ausverkauftem Haus in solch einem Spiel von Beginn an ran dürfte, wäre das noch ein Ding mehr. In diesen Duell geht es immer richtig zur Sache."

Bedenken, dass seine Kicker mit der Brisanz nicht umgehen könnten und möglicherweise verkrampfen, hat Peter Vollmann nicht: "Jeder erlebt schon einmal ein Derby mit." Er selbst behielt während seiner Zeit in Ghana (2006) in einem Stadtderby in der Hauptstadt Accra mit seinem damaligen Club Real Sportive vor 60 000 fanatischen Anhänger mit 3:1 die Oberhand. "Die Spieler sind dabei teilweise unkontrolliert in den Zweikämpfen aufeinander losgegangen als wenn sie Säbel an den Schuhen hätten. Alle haben teilweise unmögliche Reserven mobilisiert, sich bis aufs Zahnfleisch bekämpft. Da konnte man von Außen kaum mehr eingreifen", berichtet der Coach.

Sein Team habe damals letztlich gewonnen, "weil wir es besser geschafft haben, unsere sieben Sinne beieinander zu bekommen."

Dies erwartet Vollmann auch heute von den Hanseaten: "Die vergangenen Spiele in der zweiten Liga haben gezeigt, dass es keine großen Unterschiede zwischen den Mannschaften gibt, häufig nur Kleinigkeiten entscheiden. Solch ein Derby ist für alle das Größte. Zeigen wir die nötige Entschlossenheit, haben wir auch gegen St. Pauli gute Chancen erfolgreich zu sein."

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