FC Hansa Rostock : So hell wie in der Champions League

Der Herr des Lichtes im Rostocker Stadion ist Hans-Jürgen Meister, Leiter Technischer Dienst der Ostseestadion-Gesellschaft. Er repariert und säubert die Scheinwerfer der Flutlichtanlagen. Wegen des Quecksilbers in den Leuchten dürfen diese nur mit einem Tuch angefasst werden.
Der Herr des Lichtes im Rostocker Stadion ist Hans-Jürgen Meister, Leiter Technischer Dienst der Ostseestadion-Gesellschaft. Er repariert und säubert die Scheinwerfer der Flutlichtanlagen. Wegen des Quecksilbers in den Leuchten dürfen diese nur mit einem Tuch angefasst werden.

Insgesamt 256 Lampen erleuchten den Weg zum Tor – die Beleuchtung im Ostseestadion erfüllt den Standard der Königsklasse im Fußball

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05. August 2016, 08:00 Uhr

Champions-League-Feeling im Rostocker Ostseestadion – das können die Zuschauer erleben, wenn bei einem Abendspiel die Flutlichtmasten eingeschaltet sind, die das komplette Spielfeld in hellem Licht erstrahlen lassen.

Beim heutigen Heimspiel gegen den SC Preußen Münster werden die vier Flutlichtmasten zum ersten Mal in dieser Spielzeit eingeschaltet. „Jede Station steuert 64 Scheinwerfer – 51 auf dem Mast und 13 unterhalb der Tribüne. Die Helligkeit beträgt 1600 bis 1700 Lux. Das ist Champions-League-Standard“, erklärt Hans-Jürgen Meister, Leiter Technischer Dienst bei der Ostseestadion-Gesellschaft.

Zum Vergleich: Die durchschnittliche Büro-/Zimmerbeleuchtung beträgt 500 Lux, die von Straßenlampen sogar lediglich 10 Lux. Ein TV-Studio ist mit durchschnittlich 1000 Lux erleuchtet und somit nah an einem Elite-Fußball-Stadion dran.

Errichtet wurden die Flutlichtmasten im Jahr 1986, in Vorbereitung auf den Stadion-Neubau wurden 1999 neue Scheinwerfer eingebaut. Zur geeigneten Beleuchtung auf dem Feld besitzen die Masten drei unterschiedliche Schaltstufen: Allgemeinlicht mit 40 Prozent aller Scheinwerfer an, und eine Schaltstufe „Not-TV“ dabei werden 60 Prozent der Leistung genutzt. Hier werden bei Stromausfall durch einen Notdiesel die Flutlichtmasten betrieben.

Eine weitere Stufe ist die Notschaltung, bei dieser werden jedoch nur drei Lampen pro Mast eingeschaltet. Sie wird für Arbeiten im Stadion genutzt. Eine Stunde Flutlicht kostet den Traditionsverein 600 bis 800 Euro. Für einen ganzen Spieltag fallen dabei Kosten in Höhe von ungefähr 2000 Euro an.

Grund für diese Summe ist zum einen, dass die Scheinwerfer des Ostseestadions aus Kaltstart-Lampen bestehen. „Bis diese die volle Leuchtkraft haben, ziehen sie in den ersten zehn Minuten fast das Zehnfache an Strom, bis der Quecksilber-Dampf sich entzündet“, erklärt Hans-Jürgen Meister. Wichtig für die Scheinwerfer sind deshalb auch die Umgebungs-Temperaturen.

Die Entscheidung Flutlicht ja oder nein trifft entweder der Schiedsrichter alleine oder auf Anweisung der beiden Trainer. „Es kommt aber natürlich auch auf das Wetter an, um die Helligkeit im Stadion zu gewährleisten. Welche Stufe wir dann nehmen, muss man abwarten“, so Meister.

Sobald eine der 256 Leuchten kaputt geht, klettert Hans-Jürgen Meister den jeweiligen Mast hinauf – und wechselt diese eigenhändig aus. „Das ist in meinen 15 Jahren bei Hansa Rostock erst dreimal passiert“, sagt er mit einem Lachen.

Dennoch ist er wenigstens einmal im Jahr über den Dächern des Stadions, um die Scheinwerfer vor dem Saisonstart mit einem Wolllappen zu entstauben, „um die Leuchtkraft nicht herunter zu setzen, sonst werden sie blind“, erklärt er. Jährlich werden die Schaltkreise der Masten durch die Partnerfirma WISAG gewartet und alle drei Jahre durch den TÜV überprüft.

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