FC Hansa Rostock : Schwarze Null soll stehen

Schreiten den Weg der Konsolidierung und Sanierung des FC Hansa voran, ohne dabei die Investition in den Sport zu vergessen: Vorstandschef Robert Marien (links) und Finanzvorstand Christian Hüneburg
Schreiten den Weg der Konsolidierung und Sanierung des FC Hansa voran, ohne dabei die Investition in den Sport zu vergessen: Vorstandschef Robert Marien (links) und Finanzvorstand Christian Hüneburg

Finanzvorstand Christian Hüneburg will 2018/19 im operativen Geschäft auf Hilfe von außen verzichten.

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20. November 2017, 05:00 Uhr

Langfristig kann das Ziel für den Fußball-Drittligisten FC Hansa Rostock nur Aufstieg in die 2. Bundesliga lauten. „In der 3. Liga ist es möglich, im operativen Geschäft eine schwarze Null zu schreiben, doch wir können keine Gewinne einfahren, um Abschreibungen und Zinsen zu erwirtschaften. Wichtig ist jedoch, dass wir den Zufluss an Kapital von außen stoppen. Das ist das Ziel für 2018/19“, sagt Christian Hüneburg, Finanz-Vorstand des FC Hansa.

Bei aller Konsolidierung ist den Bossen allerdings klar, dass der Etat der Lizenzmannschaft erhöht werden muss, um erfolgreich zu sein. „Wir wollen und müssen in den Sport investieren“, so Hüneburg. Seit er mit Vorstandsboss Robert Marien am Ruder ist, wurde der Profi-Etat schrittweise von 3,1 auf aktuell rund vier Millionen Euro angehoben. „Wirtschaftlich war es ein zufriedenstellendes Jahr. Wir sind erfolgreich in der Konsolidierung und der Sanierung unterwegs. Einige Effekte greifen erst später, was völlig normal ist. Dennoch haben wir noch einige Baustellen, in denen wir die Effektivität verbessern müssen“, sagt Hüneburg.

Vor allem mit dem Werbeerlösen waren die Norddeutschen 2016/17 nicht einverstanden und verhandelten hart mit Vermarkter Infront. Das angepeilte Ziel von 3,3 Millionen Euro wurde unterschritten. Konkurrenten wie Chemnitz bewegten sich um die vier Millionen Euro. Mittlerweile wurde mit dem Vermarkter ein neuer Kontrakt ausgehandelt, der steigende Garantiesummen enthält, die deutlich höher liegen. Allerdings sieht Vorstandschef Robert Marien in der 3. Liga Grenzen: „Wir dürfen nicht überdrehen. Unsere Mitgliederzahl ist hoch, beim Kartenverkauf und dem Merchandising gehören wir zu den Besten der Liga. Bei den Werbeerlösen schließen wir auf.“

Hansa in Zahlen

Der Gesamtkonzern FC Hansa Rostock e.V. erzielte 2016/17 Erträge von 21,376 Millionen Euro (beinhaltet einen Forderungsverzicht von 8,5 Millionen Euro durch die Obotritia Capital). Dem gegenüber stehen Aufwendungen von 16,556 Millionen Euro (3,661 Millionen Euro für die Lizenzmannschaft). Das macht ein Plus von 4,82 Millionen Euro. Für 2017/18 plant der Club mit Erträgen von 13,57 Millionen Euro. Die Aufwendungen betragen 15,860 Millionen Euro (3,984 Millionen für Lizenzmannschaft). Das ergibt ein Minus von 2,290 Millionen Euro. Werden die 1,7 Millionen Euro an Abschreibungen, 800 000 Euro Zinsen sowie 100 000 Steuern – insgesamt 2,6 Millionen Euro – abgezogen, bleibt im operativen Geschäft ein Plus von 300 000 Euro.

Die externe Verschuldung des FC Hansa Rostock als Gesamtkonzern bei Dritten liegt am Stichtag 30. Juni 2017 bei 17 296 000 Euro. Es gibt mehrere Gläubiger, die Hauptlast trägt allerdings die Obotritia Capital von Hansa-Investor Rolf Elgeti.

Der FC Hansa als eingetragener Verein ist mit 3,139 Millionen Euro verschuldet, die Ostseestadion GmbH mit 13,931 Millionen Euro sowie FC Hansa Rostock GmbH & Co. KGaA mit 4,095 Millionen Euro. Zusammengerechnet beträgt das Minus 21,165 Millionen Euro. Da Ansprüche untereinander bestehen, reduziert sich der Schuldenstand gegenüber externen Dritten auf die besagten 17 296 000 Euro.

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