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FC Hansa gibt Verkauf von Jahreskarten "auf Bewährung" frei : Schritt weiter in der aktiven Fanarbeit

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Der FC Hansa wandelt die eigentlich angekündigte Stückelung beim Verkauf von Jahreskarten für die Süd-Tribüne der DKB-Arena in eine Bewährung für 17 Spiele um. Wir sprachen mit Vorstandsvorsitzenden Bernd Hofmann.

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erstellt am 25.Jun.2011 | 11:37 Uhr

Rostock | Der FC Hansa wandelt die eigentlich angekündigte Stückelung beim Verkauf von Jahreskarten für die Süd-Tribüne der DKB-Arena in eine Bewährung für 17 Spiele um. Welche Motive hatte der Verein? Wieso gab es weitere Gespräche mit der aktiven Rostocker Fanszene? Der Vorstandsvorsitzende Bernd Hofmann erläutert im Gespräch mit Redakteur Peter Richter die Sicht des Vereins.

Herr Hofmann, vielleicht sagen Sie zunächst einfach noch mal ein paar Worte zur Entstehung der Süd-Tribüne in ihrer heutigen Form.

Bernd Hofmann: Wir hatten in der Saison 2010/11 den Bereich Süd soweit geöffnet, dass hier die von den Fans gewünschte und von uns befürwortete Stimmungstribüne mit eigentlich dort nicht vorgesehenen Stehplätzen entstehen konnte. Die lautstarke Unterstützung zahlte sich auch aus, wir hatten ja eine ganz andere Qualität der Anfeuerung als vorher. Allerdings traten auch zunehmend Undiszipliniertheiten auf. Die Fans starteten zum Beispiel vor der Partie gegen Jena eine Weltklasse-Choreographie. Diese wurde allerdings bedauerlicherweise mit einigen Bengalos untermalt. Bestimmte Kreise haben sich immer ein Stückweit mehr vorgewagt, bis dann am letzten Spieltag gegen Rot Weiss Ahlen unverhohlen und völlig den Relationen entfernt u. a. bengalische Feuer gezündet wurden. Es handelte sich um Tatbestände, die für uns nicht länger hinnehmbar waren. Deshalb sahen wir uns veranlasst, entsprechend konsequent zu reagieren.

Von dem Maßnahmenkatalog, der es in sich hat, wird auch nicht abgegangen - Ausnahme ist die Stückelung beim Verkauf von Jahreskarten für die Süd-Tribüne. An sich sollten erst mal nur für die ersten fünf Partien Tickets vertrieben werden. Dies hat sich nun geändert. Warum?

Der sachlich-korrekte Ablauf des 2. Fanforums hatte uns überzeugt, eine weitere Diskussionsrunde mit Vertretern der aktiven Rostocker Fanszene in kleinerem, aber repräsentativem Kreis abzuhalten. Es stellte sich dabei heraus, dass unsere Sanktionen sogar als gerechte Strafe angesehen und stillschweigend, wenn auch zähneknirschend akzeptiert werden - das war jedenfalls mein Eindruck. Unsere Gesprächspartner hatten allerdings ein massives Problem mit der Stückelung des Jahreskarten-Verkaufs für die Süd-Tribüne. Sie gaben uns in einer Art Kodex das Versprechen, dass nichts mehr passieren wird, brachten klar zum Ausdruck: Wir werden uns an die Regeln im eigenen Stadion halten. Das war ein Angebot, das keiner erwartet hatte. Da es zudem von, wie wir uns vergewissern konnten, entscheidenden Personen der aktiven Fanszene kam, haben wir uns entschlossen, alle 17 Spiele, also Karten für die gesamten Heimbegegnungen der Saison, freizugeben. Allerdings laufen diese alle "auf Bewährung". Wir können nach jeder Partie in der DKB-Arena reagieren, wenn gravierende Dinge vorfallen.

Was in Ihren Augen keinen Kompromiss darstellt, ganz im Gegenteil?!

Richtig. Es ging den Fanvertretern ganz offensichtlich um die Symbolwirkung, um den Unterschied, nur fünf Karten am Stück erwerben zu können oder das Gesamtpaket. Uns ist das gar nicht unrecht, denn wir hätten sonst erst mal die fünf Spiele "auf Bewährung" laufen lassen und abgewartet, was passiert. So haben wir als Hausrechts-Inhaber das Heft des Handelns immer in der Hand.

Das bedeutet, wird z. B. zum Saisonauftakt gegen Paderborn organisiert Pyrotechnik gezündet, kann es passieren, dass der FC Hansa die "Stimmungstribüne" dicht macht? Dass dort wieder wie früher gesessen wird, und wer lieber stehen möchte, kann dies im Block 27/27A tun?!

Das wollen wir nicht hoffen, wir bringen den Fans jetzt auch zum wiederholten Mal Vertrauen entgegen. Aber ja, das wäre ein mögliches Szenario. Allerdings sind wir fest davon überzeugt, dass nichts passiert. Solch einen Kodex gab es in dieser Eindeutigkeit noch nie in Rostock. Wir sind einen Schritt weiter in der aktiven Fanarbeit gekommen.

Hansa intern


  • Generalprobe Brøndby: Die Generalprobe für die 2. Bundesliga steigt am Sonntag, dem 10. Juli, um 15.30 Uhr in der DKB-Arena gegen den dänischen Spitzenclub Brøndby IF. Die Kopenhagener wurden Dritter der „Superligaen“ und sind für die Europa League qualifiziert. Es wird ein Wiedersehen mit Thomas Rasmussen (Schultz) geben, der von 2003 bis 2005 in Rostock spielte.
  • Morgen wird es ernst Heute um 15.30 Uhr tritt der FC Hansa auf der Recknitz-Kampfbahn in Laage zum „Masita-Abschiedsspiel“ gegen die Auswahl Teamsport Nord an. Morgen (15 Uhr Stadion Am Bodden in Ribnitz-Damgarten) messen sich die Rostocker mit Flota Swinoujscie, Dritter der 2. polnischen Liga. „Am Sonnabend“, so Trainer Peter Vollmann, „wechseln wir noch mal durch. Am Sonntag bestreiten wir dann unseren ersten ernsthaften Test, wo die meisten aus der Start-Elf schon mal 60, 70 Minuten durchspielen werden.“
  • 30. Juli gegen Bochum Das DFB-Pokal-Spiel gegen Liga-Konkurrent VfL Bochum ist für Sonnabend, den 30. Juli, um 19.30 Uhr in der DKB-Arena angesetzt worden.
  • Erstes Großfeldspiel Gestern stieg beim Vormittagstraining das erste interne Spiel der Vorbereitung über das gesamte Feld. Bis auf Stephan Gusche (gesondertes Programm) waren alle 25 Mann des Kaders zugegen.
  • Quaschner wartet noch Mit dem 3:0 gegen Burkina Faso haben die deutschen U17-Junioren auch ihr zweites Spiel bei der WM in Mexiko klar gewonnen. Nils Quaschner vom FC Hansa kam noch nicht zum Einsatz. Morgen (22 Uhr) geht es gegen Panama weiter.
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